Maler 91: Nicolai Fechin

Die Gesichter arbeitet der Maler Nicolai Fechin / Feschin (1881-1955) sehr genau heraus, auch wenn die Umgebung um die Gesichter herum sehr grob gemalt wurde. In vielen dieser Gesichter kann die jeweilige Emotion erkannt werden: Stolz, Vorsicht, Frage, verletzte Tapferkeit, Herausforderung, hartes Leben – und vieles andere mehr. in manchen Bildern ist kaum erkennbar, was er malte – das Auge sucht in den vielen Klecksen und Farben einen Anhaltspunkt – und findet von da aus mehr in dem Bild. Nicht alle dörflichen Bilder malen Bewohner vorteilhaft.

All das betrifft auch seine Stilleben und Landschaften: Manches ist genau herausgestellt, manches besteht aus dicken Farbstrichen. Die Farben bilden nicht nur die Motive ab, sie entfalten auch eigenständige Wirkung. Die Farbkompositionen fördern bestimmte Stimmungen. Bei manchen Bildern – das ist freilich sehr subjektiv gesagt – ist die Farbkomposition zusammen mit dem Motiv so ansprechend, dass man gerne länger am und im Bild verweilen möchte.

Geboren in Russland – entsprechende Motive sind erkennbar – emigrierte 1923 in die USA und lebte wegen seiner Krankheit in New Mexiko, später in Kalifornien. Seine Bilder lassen ahnen, dass er von der kommunistisch-sowjetischen Kunst nicht besonders viel hielt. Sein Vater war Schnitzer, der auch Ikonen herstellte. Ikonen sind sehr streng. Diese Strenge ist in den Bildern von Fechin auch nicht erkennbar.

(S. https://blog.wolfgangfenske.de/2026/05/17/malerinnen-und-maler/ )

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