
Glaube und Logik sind ganz unterschiedliche Dinge. Glaube hat etwas gemeinsam mit der Liebe, mit der Hoffnung, mit emotionaler Interpretation der Vergangenheit (Erinnerungen sind vielfach unlogisch), mit Leben und Sterben. In all diesen menschlichen Erfahrungsbereichen versucht die Logik zwar Fuß zu fassen und kann hin und wieder auch ganz hilfreich sein – aber sie muss letztendlich kapitulieren. Vor allem auch, weil das Leben als solches unlogisch ist. Logisch nicht erfassbar ist, wie sich Materie zu Leben organisieren kann… Viele Erfahrungen sind einfach unlogisch. Selbst das, was logisch erfassbar sein sollte, die Wirtschaft… – da grinsen die Kenner. Selbst das, was der Logik verpflichtet ist, die Wissenschaft… – da grinsen die Kenner schon wieder. Unsere Sprache, von der alles abhängt, alles Werten, Beurteilen, Interpretieren, Vermitteln… ist logisch – breites Grinsen. Logik ist die Magd der Erfahrung. Freilich sei die Mathematik ausgenommen. 1+1 = 2. 1Apfel + 1 Pferd = 2 Pferdeäpfel. (Der Kalauer musste sein.) Aber auch Mathematik wird unterschieden: Mathematik der trivialen Art und Mathematik der Naturwissenschaften, insbesondere der Physik. Das sind zwei Welten – auch zwei Welten der Logik.
Glaube ist Wissen, das der Heilige Geist / Gott selbst schenkt, weil der Mensch mit seinem Verstand die Gegenwart Gottes anerkannt hat, seine Vernunft sie erfahren, eingesehen, sich angeeignet hat. Ohne den Verstand als Medium des sich aneignenden Wissens kann man sich auch anderes Wissen (Weltwissen) nicht aneignen.
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