
Wie gewaltig ist die Schöpfung, sind die Sterngalaxien, die Milchstraße – sie scheinen ewig zu rotieren, sich aber verschlingend und gebärend und irgendwo im Dunkel schwebt die kleine Heimat Erde.
Wie gewaltig ist das hochragende, bröckelnde Steingebirge, das weite, unermesslich wellende tiefe Meer, sind die nicht kontrollierbaren zerstörerischen Stürme. In Zerstörung Neues schaffend.
Wie gewaltig ist die Fortpflanzung von Pflanze, Tier und Mensch. Aus Winzigkeiten wird ein Großes. Im kleinsten der kompakte Plan des ganzen, Bewegung, Farbe, Aussehen – Zukunft. Generationen, Fülle, Leben, Liebe, Kampf. Das kleine Individuum wächst über sich hinaus in Zukunft.
Wie gewaltig ist das, was der Mensch erschafft in seinem ungestümen, ungebändigten Eifer: Wissenschaft, Technik, Gesellschaften, Kulturen, die geschenkte Erde verwandelnd. Nicht immer wissend, was er da wirklich tut, gut oder böse, aufbauend oder einreißend.
Gott, was ist der Mensch, dass du an ihn denkst? (Psalm 8)
Nicht, wendest du dich ihm zu, weil er ungestüm und ungebändigt ist, sondern in sich zerrissen, verwundbar, schwach, ein staunendes, geschäftiges überhebliches und gedankenloses und dankloses Wesen in deiner gewaltigen Schöpfung.
