
Matthäus 6 sagt Jesus:
Sorget nicht,
Gott sorgt für euch.
Der Text schließt:
Sorgt euch nicht um morgen,
jeder Tag hat seine eigene Plage.
Dieser Satz wird häufig vom vorangegangenen getrennt. Der Weisheitssatz passe nicht zu dem vorangehenden Text, in dem Jesus das Leben schön malt:
Gott sorgt für euch.
Wer die Spatzen nährt,
wer die Lilien kleidet,
sollte nicht für euch sorgen?
Aber das vor dem PlageSatz Vorangehende intendiert, dass die Menschen sich abplagen: Sie haben nicht genug Nahrung, sie haben keine Kleidung, sie plagen sich ab mit Arbeit. Jesus redet die Plage nicht weg. Sie ist da. Es gilt, so verstehe ich den Gesamttext, mit der Plage anders umzugehen: Anstatt zu sorgen, mit Gott die Plage bewältigen, ihm die Plage überlassen.
Sorget nicht,
Gott sorgt für euch.
Wer sich sorgt,
macht seine Last größer.
Gott weiß,
was ihr braucht.
Schon jetzt an dem Tag,
der mich plagen mag.
Wer sich um Morgen sorgt,
wer sich um Kommendes sorgt,
gibt der Zukunft Macht
über das Jetzt und Heute.
Über das Jetzt und Heute sollen die Seinen bestimmen lassen:
das Trachten nach Gottes Reich,
nach einem Leben, das bestimmt wird von Gottes Herrschaft.
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