
Medien dienen nicht nur der Kommunikation – hier der religiösen Kommunikation. Sie kommunizieren nicht selten auch Macht und Reichtum. Vielfach wurden in der Vergangenheit als Ausdruck der Zeit christliche Traditionen dazu verwendet, diese Macht zu zeigen. In jeder Zeit ist an der Kommunikation erkennbar, wer die Macht hat: Wer kommt zu Wort? Wie wird Wirklichkeit (politische, soziale) kommuniziert? Welche aktuellen Strömungen werden medial aufgegriffen und verstärkt? Was wird verschwiegen, klein geredet? Welche Wege finden die „Tonangebenden“, um ihre Sicht durchzudrücken? Dabei darf man nicht nur an einzelne Menschen denken, sondern muss auch größere Komplexe wie Parteien, Wirtschaft, NGOs, Medienanstalten usw. im Blick haben. Durch die gesamte Kirchengeschichte hindurch waren es jedoch nicht nur reiche und mächtige Individuen und Gruppen, die die Botschaft Jesu Christi lebten und weitersagten, sondern vor allem auch Menschen, die nicht im Rampenlicht standen: Eltern, Kinder, Großeltern, Nachbarn, Berufskollegen, Freundinnen und Freunde, Verfolgte… – unabhängig von Macht, sondern aus Liebe. Während vor wenigen Jahrhunderten Christen mediale Vormacht hatten, haben verstärkt immer mehr Gegner von Christen mediale Macht. Christenkritik wird auf vielen Ebenen dominant.
In dieser Hinsicht ist Folgendes spannend: Die Aufklärung, setzte die Freiheit durch, Imprimatur war nicht mehr in. Heute, im 21. Jahrhundert ist erkennbar, dass Staaten wieder versuchen, die Freiheit zu regulieren, weil das Internet allen möglichen freien Akteuren Raum lässt. Um es mit Blick auf Kirchen zu formulieren: Das kirchliche Institutionenmilieu wird durch das Internet durchbrochen, was manchen politisch-christlichen Strömungen nicht gefällt. Vor allem aus politischen Gründen: Institutionen sind eher politisches Mainstream – die Einzelchristen sind frei, fühlen sich nur an Christus gebunden. Manche Journalisten gehen medial gegen solche freien Formen vor, weil sie Desinformation, Sektenbildung befürchten – also etwas, was sie nicht mehr politisch (! – nicht wegen des Glaubens) kontrollieren können.
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