Schwertwort (Lukas 22)

Kurz bevor Jesus gefangen genommen wird, sagt er seinen Jüngern, sie sollen ein Schwert nehmen, eins kaufen. Lukas interpretiert das so: Jesus sagt das, damit er zu recht zu den Kriminellen gerechnet werde. Denn als ein solcher wird er ja hingerichtet werden. Es ist Sarkasmus pur. Deutlich wird aber auch: Wie er das Mitführen eines Schwertes einschätzt: als kriminell.

Nun sagen seine Jünger: Wir haben zwei Schwerter. Es gab also unter den Seinen Jünger, die sich von ihren Schwertern nicht lösen konnten. Jesus sagt darauf hin: Es ist genug. Wieder: Was für ein Sarkasmus! Gegen die Menge der Feinde mit zwei Schwertern zu kämpfen!

In Gethsemane klagt und weint Jesus, bittet Gott, dass er den Leidensweg von ihm nehmen solle. Dass der Sohn Gottes klagt und weint, ist unmögliches Denken. Wenn er der Sohn Gottes ist, wenn er der von Gott Gesandte ist, dann muss er mutig sein, er wird tapfer voranschreiten im Krieg, die Feinde Gottes bekämpfen – und dann natürlich siegen, sie unterwerfen und in Recht und Gerechtigkeit richten.

Vielleicht lassen nicht nur Leiden und Klagen in Gethsemane, sondern auch die Frage nach dem Schwert das Menschsein Jesu erkennen: Er klagt in Gethsemane, er will sich wie jeder in die Ecke gedrängter Mensch mit dem Schwert verteidigen – aber dann kommt er sozusagen wieder zu sich selbst zurück: Nicht das Schwert ist sein Weg, nicht der Weg ohne Leiden. Sein Gottes-Weg ist anders. Er muss das, was Menschen ihm antun, leidend erdulden.

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