Corona + Armut und Hunger in der Türkei + Was für ein Sumpf

Ich freue mich, dass die Corona-Maßnahmen nicht mehr, wie von mir angesichts der ersten Welle häufig kritisiert, auf das ganze Land pauschal übertragen wurden. Dass nun regional abgeschätzt wird, wie man vorgehen kann, ist also sehr richtig. Es hat sich also etwas gebessert, seit den anfänglichen pauschalen Vorgaben.

Ärgerlich ist nur, dass man noch immer in manchen Bereichen sehr pauschal agiert. Es ist einfach ärgerlich, dass Menschen, die miteinander arbeiten, sich nicht auch in der Freizeit treffen dürfen, nur weil sie nicht nur zwei Haushalten usw. zugehören. Ärgerlich sind die Reisebeschränkungen, warum soll man nicht an die See oder in die Berge fahren dürfen und da vielleicht eine Ferienwohnung mieten. Das kann man doch regeln: wer eine Wohnung nachweisen kann – darf hinfahren. Ärgerlich sind die pauschalen Verbote was die Gastronomie und die Kultur/Kunst betrifft. Das macht einfach keinen Sinn.

Politik, die alles regeln möchte, sollte an dieser und anderen Stellen mehr Augenmaß bewahren.

Vielleicht sollte man sich wieder an Schäubles Aussage erinnern – an die keiner mehr erinnert – dass es mehr gibt als Gesundheit. Bzw. anders formuliert: Zur Gesundheit des Menschen gehört mehr dazu, als der Schutz vor dem Virus.

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Ich hoffe, die Menschen lassen sich das Leben durch irgendwelche Maßnahmen nicht verbiestern. Auch Eltern sollten Augenmaß bewahren. So habe ich gehört, dass es Eltern geben soll, die Kindern verbieten, mit mehr als einer Freundin / einem Freund zu spielen – die Kids also andere Freundinnen vor den Kopf stoßen müssen. Gestern waren sie noch beste Freunde, die drei. Nun muss sich eine für eine Entscheiden. Das ist nicht hinnehmbar. Aber man lässt sich verrückt machen. Vernünftig sein. Das ist wichtig.

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Ich wüsste ja immer noch gerne, wo stecken sich die meisten Menschen an? Welche Menschen? In Haushalten. Das Virus springt also von Haushalt zu Haushalt. Von Haushalt zu Haushalt, bzw. in Wohnheimen, weil wir Menschen uns in den vier Wänden sicher fühlen. Warum wird dann aber das Treffen im Gasthaus verboten? Warum werden dann Museumsbesuche usw. verboten? Wenn Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden – und der elende Alkoholausschank eingeschränkt und die Menschen bei Bewusstsein bleiben? Denn dann trifft man sich ja nicht in den eigenen vier Wänden, sondern eben in sichererem Bereich. Natürlich ist es gut, wenn große Familienfeiern eingeschränkt werden – aber das heißt ja nicht, dass der Alltag nicht mehr Alltag sein darf.

Was den Haushalt betrifft – auch hier trotz des Verlustes an Heizenergie sollte man häufiger lüften.

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Eine interessante Lektüre: https://vera-lengsfeld.de/2020/11/08/sonntagslektuere-das-riesenrad-die-erzaehlung-zur-coronakrise/

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Was für Frechheiten sich Türken gefallen lassen müssen, die arm sind und nichts zu essen nach Hause bringen können: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/brief-aus-istanbul/in-der-tuerkei-koennen-sich-menschen-kein-brot-mehr-leisten-17037834.html

Wann werden sich die Türken endlich erheben – damit alle, nicht nur die Reichen, überleben?

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Was für ein Sumpf, was für ein Sumpf: https://www.spiegel.de/spiegel/sex-skandal-an-der-musikhochschule-muenchen-a-1207253.html Der Beitrag ist schon älter, aber wegen der neuen Entwicklung relevant: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/prozess-gegen-den-muenchner-komponisten-hans-juergen-von-bose-17039527.html

Gibt es eigentlich weitere solcher Sümpfe in unserem Land, die trocken gelegt werden müssten? Grundregeln des Anstandes müssen beachtet werden. Die Grenzen werden immer weiter ausgedehnt, bis Menschen zugrunde gehen.

Folgen: zerstörte und verstörte Menschen, zerstörte Karrieren, Lebensperspektiven. Wie kommen sie da wieder heraus? Erst einmal anerkennen und bekennen: Das war Schuld. Meine Schuld.

Ein neuerer Fall: https://www.spiegel.de/panorama/zdf-manager-soll-mitarbeiterinnen-heimlich-gefilmt-haben-spy-cams-und-eine-penistorte-

Paulus schreibt im Römerbrief (13):

So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasst uns ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Hader und Neid; sondern zieht an den Herrn Jesus Christus und sorgt für den Leib nicht so, dass ihr den Begierden verfallt.

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