EU, Briten, Brexit + Die Nationen sind nicht für Brüssel da – Brüssel ist für die Nationen da

Eigentlich wurde zu dem Thema sicher schon alles gesagt. Darum sage ich nichts Neues.

Wir Menschen können nicht in die Zukunft sehen. Das ist das Dilemma, vor denen die Briten nun besonders stehen. Die einen sagen: Ach, wie war es in der EU so schön, so muss es immer weitergehn. Die anderen sagen: Ach, wie war es ohne EU so schön, so muss es wieder weitergehn. Der Blick auf die Vergangenheit prägt den Blick in die Zukunft.

Ich selbst denke, dass ein kleines Land heute kaum eine Chance hat. Man muss sehr gut vernetzt sein, um den wirtschaftlichen Herausforderungen gewachsen zu sein – allerdings hängt man dann auch am Tropf der vernetzten Länder: Wenn die Wirtschaftspolitik versagt, dann reißt es gleich alle mit in den Strudel. Damit das möglichst vermieden wird: Stirbt einer, sterben alle aus Solidarität mit – muss eine gewisse Eigenständigkeit gewahrt bleiben.

Von daher muss die EU – und die haben doch so viele kluge Leute (vermute ich) – den schmalen Grat gehen: Den Besonderheiten der Nationen Raum lassen, gleichzeitig aber die Nationen zusammenbinden – und das Schritt für Schritt. Wir benötigen weder Hammer-und-Sichel-Style, noch kapitalistischen Rammbock-Style, noch EUler Macho-Style: Wir sind die Coolen und Besseren, Weltgewandteren – keine nationalen Hinterwäldler. Wir benötigen also keine Radikalismen. Diese Weisheit ließ sie in ihrer Machttrunkenheit und ihrer Arroganz leicht vergessen.

Gibt die EU den Briten das Gefühl: Nicht nur ihr braucht uns – auch wir brauchen euch? Diese Arroganz, dieses Machtspiel geht nicht fair mit anderen Ländern um, die nicht in das Raster der dominanten EUler fallen. Die Nationen sind nicht für Brüssel da – Brüssel ist für die Nationen da.

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