Tomi Ungerer ist gestorben

Tomi Ungerer ist gestorben. In dem Interview https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article13739073/Unterdrueckte-Menschen-haben-den-besten-Humor.html spricht er unter anderem über seinen Glauben und der Kirche:

Ungerer : Nein, ich war immer sehr angezogen von ihr. Ich habe immer einen religiösen Glauben gesucht. Aber leider nie gefunden. Während meiner Konfirmation bin ich aus der Kirche gegangen, als ich das Blut, den Wein und das Brot nehmen sollte. Es wäre für mich Heuchelei gewesen. Jetzt habe ich meine eigene Spiritualität. Ich bete jeden Abend, aber nur um zu danken. Sogar für eine Krankheit oder einen Unfall. Wo diese Gebete hingehen, weiß ich nicht. Aber man hat doch in sich die Notwendigkeit, beten zu müssen.

Hierin gibt er im Ansatz das wieder, was wir bei Bruno Latour bzw. Alain de Botton finden: Das Gute der Religion, muss der Atheismus sich wieder holen. Denn das Gute der Religion hat der Mensch entwickelt, um davon zu profitieren (vgl. Feuerbach). Anders als die Genannten könnte allerdings sein Gebet einen Adressaten finden. Es geht also um so genannten „frommen Atheismus“.

Wie sagt Ungerer laut Tagesschau: Die Natur ist ein Zollbeamter für die Passage auf die andere Seite https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-29847.html

Leider sagt er nicht, woran er das fest macht – und was er damit meint. In dem oben genannten Interview meinte er zu dem Thema:

Welt Online : Und glauben Sie, dass es ein Leben nach dem Tod gibt?

Ungerer : Wieso sollen wir wissen, was danach passiert? Der Tod wäre keine Safari mehr.

Der Tod – eine Safari.

Was Ungerer mit Blick auf das Abendmahl gemacht hat, das war gut christlich – zumindest im Sinn der alten Kirche: Brot und Wein nehmen nur die zu sich, die auch glauben.

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