Syrien + ArmenienFrage

Nun schreien sie wieder, weil das Assad-Regime versucht, einen Teil von Damaskus in den Griff zu bekommen. Es ist schlimm. Ja, es ist furchtbar schlimm. Aber: Das Land hat Recht, wenn es versucht, die Barbaren zu besiegen bzw. zu vertreiben. Das würden wir auch machen.

Man denke an die Schreie der Politik und der UN, als es gegen Aleppo ging.

Dann erinnere man sich an die leisen Rufe, als es um Homs ging. Kaum hörbar, weil die Alliierten es waren, die die Islamisten aus dieser Stadt vertrieben haben.

Warum schreien sie hier und da nicht?

Wie stellen sich unsere Leute, die gegen das Vorgehen agieren einen Sieg über die sich bekämpfenden Islamisten vor? Ich denke ja nicht, dass sie Freunde der Islamisten sind bzw. sie aus taktischen Gründen in Ghuta lassen wollen, das schadet auch der Bevölkerung.

Bislang wurde, so hörte ich es in der Tagesschau, dieser von Islamisten beherrschte Stadtteil isoliert. Half nichts. Bevölkerung leidet. Weiter, schärfer isolieren? Laut Nachrichten soll das Papier, das der UN-Sicherheitsrat vorgelegt wurde, eben Krieg verhindern und die Isolation der Islamisten ablehnen. Schlägt es auch vor, wie man sie besiegen kann?

Ich vermute, dass Damaskus wieder wie in Aleppo Druck macht. Bombardieren, bis die UN mit den Islamisten Vereinbarungen trifft, damit sie a) die Zivilisten rauslassen, b) dann Busse chartern, die die Islamisten an einen Ort bringen, an dem sie unter sich sein können – bevor man sie dort bekämpft.

Dieses Agitieren unserer Politik im Westen ist für mich Heuchelei.

Es ist äußerst schlimm, was passiert. Aber wie würden sie die Lage wirklich in den Griff bekommen wollen?

Ich vermute: So wie in Homs, wenn sie in der Lage von Damaskus wären. Die andere Frage: Warum agieren sie nur so aktiv und auch medial massiv, wenn es gegen die Handlungen des Assadregimes geht? Zudem: Was hört man eigentlich gegen die Aktionen der Türkei? Was würde man hören, wenn das Assadregime das macht, was die Türkei zurzeit in einem anderen Land (!) macht?

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Was den Iran / Hisbollah in Syrien betrifft: Das ist mein Vorwurf von Anfang an, dass die falsche Politik des Westens (als Handlanger unter anderem der Türkei und Saudi Arabiens) dazu geführt hat, Assad in die Arme des Iran zu treiben. Da liegt das große Problem: Wie kann man sie wieder trennen, damit die Grenzen Israels geschützter sind? Das geht aus meiner Perspektive nur, wenn man erst einmal langsam versucht, die falsche Politik zu korrigieren, indem man Aufbauhilfe leistet, Wirtschaft ausbaut usw. Vor allem mit den Russen zusammenarbeitet. Und wenn das alles läuft, dann kann man als Weltgemeinschaft überlegen, wie man mit Assad und co. umgeht.

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Türkei – laut irgendeiner Nachrichtensendung paktiert die türkische Regierung auch mit Islamisten, um die Kurden zu vertreiben. Islamisten also doch taktische Masse für die Politik im Westen?

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Der lange Arm der türkischen Regierung: http://www.tagesschau.de/ausland/armenien-171.html

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Gegen Krieg muss man schreien. Aber gegen jeden. Von Politik erwartet man jedoch nicht, dass sie propagandistisch schreit, sondern dass sie Lösungen erarbeitet. Miteinander – gegen die Gewalttäter. In Syrien erst einmal Islamisten und andere Terrorgruppen bekämpft. Wenn das Land befriedet ist, kann man weiter sehen.

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