Politische Tugend: Geld

Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung, Barmherzigkeit, Sanftheit, Friedfertigkeit, Glaube, Liebe, Hoffnung, Demut, Keuschheit, Geduld, Fleiß, Reinlichkeit, Pünktlichkeit… – damit habe ich alle Tugenden, die für unsere Kultur relevant sind, benannt – ich hoffe, ich habe keine vergessen.

All diese Tugenden spielen für die Medien und die Öffentlichkeit keine Rolle, wenn es um die Beurteilung eines Politikers geht.

Was allein eine Rolle spielt: Hat er sich einen Burger bezahlen lassen? Hat er sich ein Auto bestellt, das für ihn zu teuer war? Hat er auf dem Schiff eines reichen Freundes Urlaub gemacht? Ist er mit dem Flugzeug geflogen – 1 Klasse, obwohl ihm 2. Klasse nur zusteht? Hat er eine zu teure Drohne bauen lassen? Hat er einen Vortrag gehalten und dafür zu viel Geld bekommen? Hat er tatsächlich einen billigen Kredit bekommen?

Das sind Tugenden, um die es der medialen Öffentlichkeit geht: Geld. Bei Geld hört der Spaß auf. Alle anderen Tugenden zählen nicht: Er kann Bohnenstroh dumm sein, feige und ungerecht bis zum Erbrechen, Kriegssehnsüchtig und lieblos, Atheist sowieso, untreu und unkeusch sowieso,  ungeduldig, faul… Es zählt nur das Geld.

Nur um nicht missverstanden zu werden: Ich bin dafür, dass Politiker auch an ihrem Umgang mit dem Vermögen des Staates gemessen werden. Ebenso ist mir klar, dass alles andere eher privat ist und in der Öffentlichkeit nichts zu suchen hat. Aber interessant ist es schon.

Ach ja, da kann einer dem Volk in aufopferndem Dienst sein Leben gewidmet haben – aber: Vorsicht, der geschenkte Burger bringt ihn zu Fall. Sorry, ich vergaß die Anführungsstriche in Dissertationen, die auch Politiker zu Fall bringen können.

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