Wahlkampf-Duell

Ich fragte mich während des Duells zwischen Merkel und Steinbrück nur ständig: Warum hat die SPD – angesichts der gegenwärtigen Zahlen – nicht Gabriel in die Diskussionsrunde geschickt, denn er wird doch sicher nach der Wahl der Bestimmende sein. Oder konnten sie sich noch nicht so richtig einigen: Gabriel oder Steinmeier?

Noch eine Frage: Hatte Steinbrück wirklich weniger lang geredet als Merkel?

Die ganzen Analysen danach habe ich nicht angeschaut. Die arbeitende Bevölkerung muss ins Bett.

Im Nachhinein dachte ich mir: Wie kann da einer gewinnen? Beide haben ihre jeweilige Rolle gut gespielt. Steinbrück als einer, der alles ändern will und Merkel als eine, die ihre Taten lobt und sagt, dass noch viel zu tun übrig bleibt. Steinbrück wurde freilich häufig von ihr korrigiert: Sie haben das ja mitgetragen… Verlierer sind für mich die Fragestellerinnen und Fragesteller. Der Hinweis, Merkel solle auf ihre Redezeit achten – das hätten die Journalisten machen müssen, Raab, der sich gegen Steinbrück echauffierte… Sie waren bei Steinbrück härter als bei Merkel. Im Profilvergleich „angriffslustiger“ hineinzuschreiben, muss der Opposition ja schon automatisch mehr Punkte geben. Genauso gut hätten sie „mütterlicher“ als Kriterium nehmen können, dann wäre Steinbrück punktelos weggegangen.

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