Wo Kirche draufsteht…

Ich hatte das im April geschrieben: http://blog.wolfgangfenske.de/2013/04/04/wo-kirche-draufsteht/ Manfred Lütz schreibt zur Frage der Diakonie/Caritas – in dem Sinne, dass die Kirche als Arbeitgeber sich neu erfinden müsse – die Zeit hat sich geändert.

Meine Frage ist: Ist es möglich, einen Kern christlicher Verhaltensweisen und Athmosphäre in den Einrichtungen festzuschreiben/anzustreben – auch wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Teil nicht mehr christlich orientiert sind? Wenn überhaupt nichts Christliches mehr in den Krankenhäusern, Heimen, Sozialstationen, Hospizen usw. usw. zu finden ist, dann sollte man nicht den Schein aufrechterhalten im Sinne von: Katholisches/evangelisches Krankenhaus…

Das wird sehr schwer sein, denn wenn die Ausstrahlungskraft eines Menschen, der an Jesus Christus gebunden ist, sich in seinen Spuren den Menschen zuwendet fehlt, kann man das nicht machen. Von daher muss es weiterhin das Ziel der Kirchen sein, diese missionarische Arbeit an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angemessen in den Blick zu nehmen.

Was sie aber auf keinen Fall tun sollte ist, christliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Maßstäbe rauszukatapultieren, die nicht christlich sind:

  • Es gibt Christen auch in anderen Konfessionen – das sollte schlicht und ergreifend anerkannt und gelebt werden: das geschwisterliche Miteinander über Konfessionsgrenzen hinweg.
  • Wenn Lebensentwürfe aus christlicher Verantwortung anders gelebt werden als es die Institutionen sich so in der Theorie wünschen – dann sollte das anerkannt werden.
  • Menschen, die für den christlichen Glauben offen sind, aber den Weg noch nicht so richtig finden, denen sollten keine Steine in den Weg gelegt werden.
  • Menschen anderer Religione, die mit den Grundsätzen der christlichen Weltsicht klarkommen, die sollte man mit offenen Armen empfangen.

Das würde vielleicht auch so manches christliche Herz und Hirn offener machen, weniger verbiestert, verbittert, eng. Christen verstehen es gut, den Heiligen Geist auszusperren, der weht, wo er will. Aber: Die christlichen Einrichtungen sollten seinem Wehen nachspüren und jetzt nicht vor lauter Anpassung an alle möglichen Weltangelegenheiten das Christliche in den Häusern aufgeben.

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