Fragen und Antworten

Fragen sind prägnanter als Antworten je sein können.

Wir haben viele Fragen, die wir Gott stellen.

Seine Antworten sind zuweilen so ausführlich und zeitlich lang gedehnt,

so diffizil und besonders,

dass wir sie aufgrund unseres unaufmerksamen Hirns nicht kapieren.

Wir sollen nicht aufgeben, es zu verstehen versuchen.

Das bringt uns weiter.

Aber: Ist die Antwort vielleicht auch so nahe liegend, dass wir sie leicht übersehen?

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Organspende – Entscheidungspflicht

Bevor man so weitreichende Eingriffe bedenkt, sollte man erst einmal untersuchen, warum immer weniger Menschen ihre Organe spenden wollen. Und die angesprochenen strukturellen Probleme sollten beseitigt werden. Unsere Grundlagen auf Unversehrtheit des Individuums werden auf den Kopf gestellt, wenn man eine Ablehnung statt eine Zustimmung äußern muss.

Zudem:

  1. Wie denkt man sich das? Bekommt jeder Erwachsene Post von der Krankenkasse: Du musst ablehnen, wenn du nicht freiwillig Spenden willst!?
  2. Bekommt jeder, der Volljährig ist zu seinem 18. Geburtstag den Brief zugesandt: Lehne ab, sonst stimmst du zu?
  3. Oder rechnet man damit, dass nicht alle das mitbekommen und man dann – eben den Schlafmützen – sozusagen aus Strafe die Organe entnehmen kann? Wie manche üblen Firmen einem was andrehen zur Ansicht, man das aber dann ablehnen muss – vergisst – und zack, sitzt man in der Falle.
  4. Wie ist es mit Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind? Wie ist es mit Menschen (auch wenn es wenig sind: 7/8 Millionen), die weder lesen noch schreiben können? Wie ist es mit Menschen, die nicht in der Lage sind, diese Fragestellung wahrzunehmen, Entscheidungen zu treffen? Spekuliert man auf diese Menschen?
  5. Es ist unannehmbar, Menschen zu zwingen, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die so elementar sind – die sich nicht damit auseinandersetzen wollen.
  6. Der Ruf nach dem Staat, der das Individuum reglementieren soll, ist eher eine Links-Idee. Haben wir also auch hier wieder ein Abrutschen der CDU?
  7. Ist Mitleid eine Begründung für so einen massiven Eingriff in die Grundrechte? Es ist schlimm, wenn Menschen auf Organe warten, wenn sie massiv an Lebensqualität einbüßen, weil sie keine bekommen. Aber das ist kein Argument für eine Änderung der gegenwärtigen Praxis. Das ist nur ein Argument dafür, die Strukturen, die eine effiziente Organentnahme verhindern, zu verändern.
  8. Der Mensch gehört sich selbst – nicht einem anderen – auch nicht dem Staat. Diese Erkenntnis ist eine Errungenschaft. Sollte man sie hier aufs Spiel setzen?
  9. Moralischer Druck wird aufgebaut, man darf nicht mehr einfach nur ignorieren, wenn von einem Organe verlangt werden, man muss selbst sagen: Da mach ich nicht mit. Man hat also Druck. Und so geht es nicht mehr um eine Spende, sondern um eine Abgabe. Wann kommt die Entscheidungs-Pflicht zum Blut abgeben?
  10. Wenn das System, sagen wir, jetzt schon lückenhaft ist, wer sagt mir, dass der Ausweis und die Ablehnung immer so schnell gefunden wird?
  11. Eine Zustimmung zur Organspende, wie sie angeblich laut Umfragen in der Bevölkerung vorhanden ist, muss noch lange nicht bedeuten, dass auch jemand dafür ist, selbst schwarz auf weiß zu belegen, dass er seine Organe spenden will. Der Mensch ist an dieser Stelle auch psychisch eigen. Umfrageergebnissen darf man nicht kritiklos trauen – sie zumindest nicht 1:1 auf die Realität übertragen.
  12. Die Frage nach Organspende ist keine natürliche Frage, sondern Folge wissenschaftlich-medizinischen Fortschritts. Von daher ethisches Neuland für den Menschen. Entsprechend sollte es nicht mit dem Brecheisen durchgesetzt werden.
  13. An dieser Stelle stellt sich mir die Frage: Ist der Rückgang nur strukturell bedingt oder haben auch Ärzte selbst psychische Probleme damit?
  14. Eine Entscheidungspflicht gegen die Spende ist freilich auch eine Frage der Kosten. Darf die in der Diskussion unter den Tisch fallen? Kranke Menschen zu finanzieren dürfte auf Dauer teurer sein als sie mit einem „gespendeten“ Organ zu versorgen. Wenn die Kosten in dieser Hinsicht auch eine Rolle spielen sollten – auch im Hintergrund! (das heißt, man möchte das der Bevölkerung lieber nicht verklickern) – dann ist das auch eine Frage des Utilitarismus. Es wäre ein Argument für die Entscheidungspflicht, da Kosten im Gesundheitsbereich sehr wesentlich sind und immer wichtiger werden. Auch an dieser Stelle sollte man ehrlich argumentieren.
  15. Manche verbinden Würde des Toten mit körperlicher Unversehrtheit. Manche Würde mit Organspende. Beide werden entwürdigt durch eine Entscheidungspflicht. Denn „Spende“ ist das nicht mehr.
  16. Die Würde des Menschen ist unantastbar – das heißt, er darf auch nach seinem Sterben nicht entwürdigt werden. Es sei denn, man nimmt ihm die Würde – wie in vielen Ländern auch die der Ungeborenen – und erklärt keck: Nur autonome, selbstbestimmte, rational denkende Menschen hätten Würde. Für mich bedeutet Zivilisation auch würdigen Umgang mit dem Toten, auch wenn der Leib vergehen wird. Und bevor er vermodert, wie manche despektierlich sagen, sollte man ihn doch „spenden“, damit wenigstens etwas Gutes tun. Was Gutes tun bedeutet, wem man was Gutes tun will, das sollte man noch immer dem Individuum überlassen. Unwürdiger Umgang mit dem Toten schadet dem Toten nicht – zeigt aber, dass diejenigen, die unwürdig mit ihm umgehen, zivilisatorisch einen massiven Rückschritt machen.
  17. Dass sehr viele Länder die Entscheidungspflicht haben und die Welt noch nicht untergegangen ist, sagt nichts darüber aus, dass auch unser Land diese übernehmen sollte. Eigenständiges Denken und argumentative Darlegung dessen, was man für richtig hält, sollte immer noch möglich sein – auch dann, wenn alle gegen meine Sicht sind.
  18. Nun kann man sagen: Diese Ausführungen sprechen nur über die potentiellen „Spender“ bzw. „Entscheider“ – nicht über die Menschen, die dringendst ein Organ benötigen. Dem ist so. Wenn man diejenigen ins Zentrum rückt, die ein Organ benötigen, dann wäre das Individuum nicht mehr frei über sich zu entscheiden, er beugt sich emotionalem Druck. Das ist wie der Fall, in der ein Familienmitglied einem anderen ein Organ spenden könnte – ist er/sie frei? Damit verbunden sind freilich noch viele weitere Fragen. Es geht hier nur um den emotionalen Druck, der Freiheit nimmt.
  19. Organspende ist im Augenblick ein Akt der Nächstenliebe. Er kann durch den Staat zu einer Art entscheidungspflichtiger Solidarität werden. Aber er sollte kein Akt der Hingabe werden – das heißt: Man gibt sein Leben auf. Von daher sollte man auch mit Blick auf die Frage des Hirntodes, dass er als Maßstab genommen wird, ehrlich mit allen Beteiligten umgehen.
  20. Ich bin nicht gegen Organspende – so sie Spende bleibt und nicht mit einer Entscheidungspflicht verbunden wird. Und hier sollte man intensiv ansetzen: Es herrschen eine ganze Menge Vorurteile im Land gegen die Organspende. Von korrupten Ärzten bis hin zum Staat, der sich bereichern will. Man muss argumentativ offensiv und ehrlich (!) vorgehen, auch in Hinblick auf Hirntod. Sterben und Tod sind Themen, die sensibel angegangen werden müssen. Menschen denken schon nicht gerne darüber nach – dann auch nicht im Zusammenhang von Organspende. Hier haben Kirchen eine Aufgabe – denn sie bieten Hoffnung über dieses Leben hinaus – und das gilt auch, wenn Organe fehlen.

Zu dem Thema auch der folgende Beitrag, zu dem es ebenfalls viel zu sagen gäbe: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/neue-organspenderegel-wuerde-die-ueberhaupt-helfen-15770998.html

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Am 7.11.2017 schrieb ich:

Immer kürzer wird die Zeit, in der ein Mensch für tot erklärt wird: https://mobile2.bazonline.ch/articles/59fd9893ab5c372d7f000001 Man will möglichst schnell an seine Organe. Man kann dann nur hoffen, nicht auf utilitaristische Ärzte zu treffen. Aber es kommt nicht allein auf die Ärzte an – auf das gesellschaftliche Umfeld, dem der Utilitarismus wichtiger ist als das Individuum. An dieser Stelle müssen Kirchen sich positionieren, wenn sie denn ethisch noch ein Wörtchen mitreden können und wollen. Nur eine Frage: Soll das das Vertrauen in die Organtransplantation fördern? Bald kommen vermutlich auch wir dahin, dass man gezwungen wird, nein zu sagen, statt dass man frei ist ja zu sagen, weil Menschen wirklich Angst davor haben, nicht wirklich tot zu sein, bevor ihnen alles entnommen wird. Vielleicht kann man sie beruhigen: Ihr spürt nichts mehr, weil man Euch narkotisiert hat! Aber dann benötigt man auch keine Sterbenden mehr – auch quick lebendig Lebende spüren dann nichts. Utilitarismus!

Vom 10. Juli 2015

Mir flatterte wieder ein AOK-Organspender-Ausweis ins Haus. Es ist immer schwer zu entscheiden – Ja, Nein, Ja, Nein, Ja… Es gibt wichtige Stimmen, die gegen die Organspende argumentieren – aus christlicher Sicht. Es ist eben, wie hier dargestellt wird, nicht nur die Frage: ist man tot, wenn man hirntot ist? Sondern es spielen eine Menge anderer Themen mit hinein: http://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/organspende-herz-um-herz-92692/ Unsere Gesellschaft ist auf das Hirn fixiert. Wenn das nicht mehr funktioniert – dann kann man den Körper vergessen. Aber, so zeigt auch der Artikel, dem ist nicht so. Aus christlicher Tradition sind Körper, Hirn, Seele eine Einheit. Man darf sie nicht zugunsten des Hirns aufgeben. Auch meine Sicht ist, dass wir bereit sein sollen, unser Leben bewusst zu leben, nach dem Wort: Gott, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug leben. Sterben einüben, mit dem Tod umgehen lernen, das sollten wir einüben und nicht nur das medizinisch-technische Know-How für das Wahre halten. Das ist das Primäre. Sterben lernen, lernen, sich in die Hand Gottes fallen zu lassen. Und Menschen, denen man ein Organ in Aussicht stellt, kreisen um das Thema Organ, statt darum, dieses Sterben zu lernen (was man freilich nur in christlicher und buddhistischer Tradition kann, bzw. in der Tradition des Islam den Inschallah-Gedanken forcieren). Atheisten tun sich da schwerer. Aber dieses sich Gott im Leben und Sterben Anvertrauen – das sollte Priorität haben. Das soll aber die Bereitschaft, Organe zu spenden, nicht schmälern. Sicher: Gott liebt den Menschen auch dann weiter, wenn sein Hirn tot ist. Er liebt den Menschen aber nicht, weil er Hirn hat oder Körper hat, sondern er liebt ihn über die Existenz von Körper und Hirn hinaus. Das Wesen des Menschen – wie Gott ihn sieht – wie Gott ihn neu erschafft für sein Reich – ist etwas Neues. Paulus verwendet das Bild vom Samenkorn, das stirbt und danach nicht mehr aussieht wie es aussah, sondern zu einer Pflanze wird (1Korintherbrief 15). Dass eine Organspende sozial ist – daran zweifle ich nicht. Ich selbst täte mich leichter mit der Bereitschaft, meine Organe zu spenden, wenn ich wüsste, dass man mich – wie es in der Schweiz der Fall sein sollte – vorher betäubt. Natürlich ist man nach heutiger Vorstellung tot, wenn das Hirn tot ist. Aber ich traue in dieser Hinsicht unserer heutigen Vorstellung nicht, weil es sehr stark hirnig ist.

Populismus + Linkes Auge blind / Faschismus + Schwedens Problem + Myanmar

Ist die Forderung der Beobachtung der AfD durch die SPD mehr als Populismus?

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Manche scheinen auf dem linken Auge blind zu sein: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/rechtsextremismus-es-kann-nicht-genug-antifa-geben-a-1226394.html Natürlich ist die Antifa ein Konglomerat unterschiedlichster Gruppen. Aber das sind so genannte Rechte auch. Von den Rechten fordert man zu recht, die Loslösung von Rechtsextremen. Und genau das muss man auch von den Linken, den Antifas, fordern. Unsere Gesellschaft wird von den Extremisten nur zerrissen, ob links, ob rechts – sie schaukeln sich gegenseitig hoch, Argumente spielen keine Rolle mehr, sondern nur noch Gewalt. Linke wie Rechte müssen sich von den Extremisten an ihren Rändern lösen. Das gilt auch für die Antifa. Im Augenblick hat die Antifa auch bei mir einen schlechten Klang, weil ich befürchte, sie wird von den Extremisten dominiert. Man sieht an dem Beitrag eben auch die Radikalisierung der Linken – bis dahin, dass wir wieder Salon-Kommunisten finden. Das schadet der Gesellschaft. Widerstand gegen Faschismus ist wichtig – aber der Faschismus kann in seinen Grundlagen auch die Linken beeinflussen – so dass sie faschistoid werden. Und Widerstand dagegen ist auch wichtig. (Der Begriff Faschismus ist schlicht und ergreifend zu wenig definierbar, um ihn nicht mit manchen Linken Äußerungen zu verbinden.)

Was sind für mich Kennzeichen des Faschismus?

  • Anderen die  Meinung seiner Gruppe mit Gewalt, Terror und Druck aufpressen zu wollen.
  • Faschistische Gruppen haben die Tendenz, ihre Weltsicht als Welt rettend darzustellen – und darum müssen alle anderen, die diese Weltsicht nicht teilen, beseitigt bzw. von Menschengruppen drangsaliert werden.
  • Zum Faschismus gehören auch die Errichtung fester Ordnungsstrukturen in dem Sinne, dass man dem Gesetz, das diese Gruppe aufstellt, ohne Wenn und Aber Folge zu leisten hat. Und das wird mit Folter, Mord usw. geahndet.
  • Menschen, die aus dieser engen Gruppendisziplin ausbrechen wollen, werden misshandelt, ermordet, massiv unter Druck gesetzt, auch durch Nachbarn, Familienmitglieder, Dorfgruppen…
  • (Das schrieb ich März 2014: https://blog.wolfgangfenske.de/2014/03/29/faschismusislamisten/
  • Ein Aspekt muss ergänzt werden: der italienische Faschismus wurde vom Führerkult geprägt.)

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Dass die Auswahl der Bands in Chemnitz eher linkslastig zu sein scheint, statt bürgerliche Mitte widerzuspiegeln, wird auch hier angemerkt – aber verteidigt: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/wirsindmehr-konzert-in-chemnitz-wer-soll-es-sonst-machen-kommentar-a-1226480.html

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Hat Schweden also doch ein Problem? Man wird aus unseren Leitmedien nicht so recht schlau. Wenns in den Kram passt, wird es vehement abgelehnt, wenns dann anders in den Kram passt, wird es zum Thema: https://www.tagesschau.de/ausland/schweden-wahl-109.html

Und hier passt es in den Kram, weil manche vermuten, dass die Schwedendemokraten die Wahlen gewinnen könnten. Dieser Vorwurd, der der schwedischen regierung gemacht wird, denn kann man auch auf unser Land übertragen:

Es habe erst die Populisten gebraucht, damit über das Thema Einwanderung offen diskutiert wird.

Aber die LeitMedien sollen nun nicht so tun, als hätten sie an der Verschweigepolitik und Verharmlosungspolitik nicht einen gehörigen Anteil. Hätten sie es gewagt, das, was sie sehen und in der Bevölkerung und vielleicht auch selbst zu äußern, hätten wir heute viele Probleme nicht. Nun denn: Hätte, hätte, Perlenkette. Lernen sie daraus? Nein. Große Teile der Bevölkerung sehen ihr Land nicht mehr durch die Augen der LeitMedien und deren Kommentatoren, sondern haben selbst sehen gelernt.

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Hat wirklich jemand gedacht, dass Myanmar nicht mehr von der Armee dominiert wird? https://www.tagesschau.de/ausland/reuters-myanmar-103.html

Falsche Bilder sprechen übrigens nicht unbedingt dafür, dass auch die Info falsch ist. Für manche Infos hat man eben keine Bilder. Die Frage ist dann nur: Warum nehmen sie dann überhaupt welche. Wahrscheinlich, weil ein großer Teil der Welt Bildern (Videos) und deren Interpretation erst einmal mehr glaubt als Texten. Kennen wir in unserem Land auch. Manchmal steht hinter falschen Bildern ein richtiger Text, manchmal steht hinter richtigen Bildern ein falscher Text. Ich vermute: Meistens passt´s. Zumindest bei uns. Man gibt sich große Mühe.

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Islam Ablehnen – Beleidigung des Islam + Türkei: Unter Terrorverdacht

Vor dem Problem stehen manche Christen in islamistisch orientierten Gesellschaften. Mohammed/Allah sagte, dass jeder Mensch von Geburt aus Muslim sei. Und wer nun nicht Muslim ist, ist in gewisser Weise abgefallen. Jeder der den Islam nicht annimmt, beleidigt den Islam. Die Begründung des mutmaßlichen Attentäters in den mutmaßlichen Niederlanden haben mutmaßlich in diesem mutmaßlichen Ansatz ihren Hintergrund. Zum Glück denken nicht alle Muslime so – sondern nur ein paar Irregeleitete: https://www.tagesschau.de/ausland/amsterdam-attacke-101.html

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Mehrere deutsch-türkische Staatsbürger sind in der Türkei inhaftiert. Vorwurf: Terrorverdacht. Maas wird die Türkei besuchen. Chancen, hier was in Bewegung zu bringen, stehen gut: https://www.tagesschau.de/ausland/maas-tuerkei-terrorverdaechtige-101.html

Nein, es wird niemand frei gekauft. Auch Nahles Vorstoß, die Türkei wirtschaftlich zu unterstützen, hat keinen solchen Hintergrund. Vermute ich mal alles so.

Frage: Wie kann man die Türkei unterstützen, ohne gleichzeitig Steigbügelhalter für Erdogan zu sein? Die freien und um Freiheit ringenden Türken müssen unterstützt werden. Nur wie?

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Libyen + China – Afrika + Wirtschaft

Probleme mit Libyen – ganz Libyen ist ein Problem – und wird auch für Europa wieder ein massives Problem werden: http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-aufstand-gegen-das-kartell-von-tripolis-a-1226315.html

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Man muss China gratulieren – eine für China gute Afrikapolitik. Sie kleckern nicht, sie klotzen. Sie nehmen gleich den ganzen Kontinent in den Blick. China wirbt auch damit, dass es keine Bedingungen stellt. Auch keine der Menschenrechte. Hat es doch selbst Schwierigkeiten mit ihnen.

Haben wir im Westen keine Strategen?

China hat den Vorteil, dass die Industrie vom Staat geleitet wird. Bei uns im Westen macht jede Firma das, was sie für richtig hält. Wertelose Staatswirtschaft contra wertgebundener Privatwirtschaft. (Ganz so ist das natürlich nicht – soll um des Kontrastes Willen so formuliert sein.) Der Westen wird in Afrika immer Nischen finden. Aber eine strategische Wirtschaftspolitik sollte man um unserer Nachkommen Willen nicht vernachlässigen.

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CDU – SPD – AfD – Grüne – linke Interpretationsmuster + Rassismus + Kirche und Nation

Ein altes Gesetz: Rutscht die Politik nach rechts – gibt es am Rande linke Bewegungen. Rutscht die Politik nach links – gibt es am Rande rechte Bewegungen.

Wird also die CDU zur SPD, nimmt sie der SPD Stimmen weg – aber gleichzeitig entsteht auf dem rechten Rand eine neue Gruppe – eben die AfD.

Das haben einige in der CDU/CSU erkannt. Sie versuchen, wie Seehofer, das Gewicht in der CDU/CSU wieder nach rechts zu verlagern, damit die CDU wieder Mitte wird, um eben die vom rechten Spektrum wieder zu holen.

Warum klappt das nicht? Weil die linken Interpretationsmuster in weiten Teilen der CDU so stark sind, dass die Bevölkerung der kleinen CSU nicht zutraut, das Ruder in der CDU herumzureißen. Während Seehofer eben versucht, Bürger, die keine linke Weltsicht haben, zurückzuholen, kommt ein Günter aus Schleswig-Holstein und spricht von Koalition mit den Die Linke. Was denken sich da die Bürger, die eher rechts stehen? War wohl nichts, Seehofer, man glaubt der CDU nicht.

Interessanter noch: Große Teile der CDU haben linke Interpretationsmuster übernommen. Wenn Linke und ihre Medien unisono rufen: Böser Seehofer – der macht das nur wegen der Wahl in Bayern – übernehmen CDUler dieses linke Interpretationsmuster und sagen: Böser Seehofer, der macht das nur wegen der Wahlen in Bayern. Und weil der Versuch Seehofers vom Wähler möglicherweise nicht angenommen wird und dennoch die AfD stark wird, haben wir wieder das linke Interpretationsmuster: Seehofer hat mit seinem Kurs nur die AfD gestärkt! – Obgleich das wirklich nicht an Seehofer liegt, sondern an der Aufnahme linker Argumentationsmuster durch diese Interpreten.

Diese Argumentationsmuster finden wir auch mit Blick auf Chemnitz. Sofort, bevor überhaupt wirklich deutlich wurde, was los war, als hätte man darauf gewartet, schnellen die linken Interpretationsmuster hoch – und ergreifen sogar Seibert.

Die CDU hat noch nicht begriffen, dass die Übernahme linker Interpretationsmuster die SPD schwächt, sie selbst stärkt, aber eben die Bürger, die nicht das linke Interpretationsmuster anhimmeln, nicht überzeugt.

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Barley deutet an: Wenn Rechte demonstrieren, dann sind das die Rechten – Bürger sind die, die gegen die Rechten demonstrieren, denn das sind ja im Grunde nicht nur die Linken. Während man bislang vielfach auch denen, die keine linke Weltanschauung haben, manchmal zugestand, normale Bürger zu sein, mutieren Bürger nun zu denen, die gegen die rechten Vielleicht-Bürger demonstrieren. Aber das geht dann nach hinten los, weil manche rechte Bürger und andere Bürger eben merken: Oh, das ist doch links, denn gegen die rechten Bürger treten auch auf Konzerten extrem rote Linke auf. Im Grunde ist es nur eine Auseinandersetzung zwischen zwei konkurrierenden Weltanschauungen: links-rechts – rechts-links. Jede sucht gesellschaftspolitisch die Oberhand zu gewinnen. Mit allen Mitteln. Auch der Medien.

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Auch hier also wieder: linke Interpretationsmuster sollen gegen einen Teil der Bevölkerung durchgesetzt werden. Ich denke, davon profitieren auch die Grünen. Sie bilden für manche einen Ausweg: Es geht nicht um links und rechts – es geht um was ganz anderes: Klima! Die Grünen bieten so eine Art Flucht vor den Auseinandersetzungen um die Interpretationsmuster. Sie sind sozusagen die anständigen Deutschen. Obgleich eben die Grünen noch davon profitieren, dass sie eine Partei ist, die im links-rechts-Schema noch nicht so verortet ist und jeder in sie hineinlesen kann, was er will. Es sei denn, sie sagen dann wieder großen Stuss, der dann andere abschreckt, aber das hat mit links-rechts nichts zu tun, sondern mit dem Veggieday usw. Die Grünen sind so eine Art heiles Deutschland, in das sich alle hineinstürzen können, die keinen gesellschaftspolitischen Streit wollen. Dabei positionieren sich manche Grüne ganz deutlich – aber ihre Position, die von manchen nicht angenommen wird, wird eingeordnet in eine höhere Fragestellung: Weltrettung. Mit den Grünen retten wir die Welt. Den anderen Parteien geht es nur ums Streiten.

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  • CDU profitiert von ihrem Linksruck von der SPD.
  • AfD profitiert vom Linksruck der CDU – einschließlich der linken Interpretationsmuster der CDU-Politik.
  • Die Grünen profitieren vom Links-Rechts-Streit als Zuflucht aus dem Streit, als Partei der Weltrettung.
  • Die Linke profitiert nicht vom links-rechts-Streit, weil sie eben Teil des tiefroten linken Spektrums ist. (Wird allerdings wieder profitieren, wenn die Gesellschaft deutlich auch wieder rechte Interpretationsmuster verinnerlicht hat.)
  • Die FDP? Sie versucht sich irgendwie eher im rechten (manchmal etwas linkeren) Spektrum einzufügen, kommt allerdings zu spät, weil die AfD schon dominiert.

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Nachtrag 1: Maas meint, die Deutschen seien zu bequem, um sich gegen Rassismus zu wenden. https://www.welt.de/politik/deutschland/article181391828/Bundesaussenminister-Maas-wirft-Deutschen-Bequemlichkeit-im-Kampf-gegen-Rassismus-vor.html  Aber ist Rassismus das, was die Politik an Definition vorgibt? Gegen eine falsche Einwanderungspolitik sein, die Realitäten nicht berücksichtigt, muss kein Rassismus sein. Fremden gegenüber misstrauisch sein, ist kein Rassismus. Gegen Rassismus, das heißt, Menschen aufgrund fester Vorgaben (Herkunft, Geschlecht, körperlicher Zustand – also das, wofür ein Mensch nichts kann) zu benachteiligen, zu erniedrigen, das ist Rassismus. Damit verbunden: Nicht den Einzelnen zu berücksichtigen, sondern eine Gruppe anhand von Einzelnen zu beurteilen und sie damit zu benachteiligen, das ist Rassismus. Christen können keine Rassisten und Fremdenfeinde sein. Wer als Christ Rassist und Fremdenfeind ist, muss sich fragen lassen, woher er sein privates Christentum hat – von Jesus Christus her ist das nicht zu verantworten. Aber Christen können sehr wohl einen Blick haben, der sieht, wo Politik falsch läuft, wo sie richtig läuft, wo sie der Bevölkerung – auch der Zugereisten – zum Nachteil dient, wo zum Guten. Von daher ist die Überschrift auch zu hinterfragen: Den Deutschen wird… vorgeworfen. Wie viel Menschen setzen sich ein gegen Rassismus! Aber es lassen sich nicht alle von Maas vorschreiben, was unter Rassismus zu zählen ist. Sein Interpretationsmuster muss nicht mit dem von vielen übereinstimmen, vor allem auch dann, wenn es um politische und weltanschauliche Auseinandersetzungen geht. Da ist man heute sehr leichtfertig geworden. Wie mit dem Begriff Nazi. Beide werden gerne verwendet, um politisch Andersdenkende zu disqualifizieren. Und das ist übel – das ist äußerst gefährlich, weil es die menschenverachtende nationalsozialistische Ideologie und den äußerst unmenschlichen Rassismus verharmlost. Davor, beide zu verharmlosen, sollten alle Demokraten zurückschrecken.

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Nachtrag 2: Ein Hinweis zur Kirche: Sie muss sich immer wieder überlegen: Wie handeln wir in einer Welt, die vom Sündenfall geprägt ist, von Schuld, auch von eigenen Fehldeutungen, Machtgelüsten, eigener Schuld – nicht geprägt von paradiesischen Zuständen. Auch Kirchen können, das sollte uns die Geschichte deutlichst gelehrt haben, irren; statt der erwünschten Paradiese, anderen Höllen bereiten, kennen Kirchenmenschen nur zu gut. Von daher muss man auch in diesem Punkt der politischen Auseinandersetzung immer wieder überlegen: Christen sind nicht postnational, sie sind keine reinen Weltbürger im guten Sinn (also nicht ausbeuterisch – was manche Weltbürger heute vergessen: Sie denken, sie müssten unsere westlichen kapitalistischen und liberalistischen Werte von allen anderen erwarten und weltweit durchsetzen, ganz in einer Art neokolonialistischem Stil) – sie sind schlicht und ergreifend Teil der begrenzten Menschheit. Individuelle Moralvorstellungen oder Vorstellungen von Gruppen dürfen nicht mit Hilfe eines Staates durchgesetzt werden – das wäre eine Art Moral-Diktatur. Die Diskussion muss lebendig bleiben. Einmal innerhalb unseres Staates, dann aber auch weltweit.

Nachtrag 3: Bin gespannt, was die Untersuchungen ergeben werden: https://www.publicomag.com/2018/09/sachsens-generalstaatsanwaltschaft-widerspricht-merkel/

Nachtrag 3.9.: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-stellt-hetzjagd-in-chemnitz-in-frage-steffen-seibert-bekennt-haltung-a-1226329.html

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