Ehrfurcht vor dem Leben – achtet auch Pflanzen, so gut es geht. Wer sich für das Leben und für die Umwelt einsetzt, benötigt eine ganz neue sensible, wache Gesinnung. Anders klappt es nicht.
Was das beste ist, bestimmen irgendwelche Leute, weil sie sich ein geglücktes Leben, das nicht ihren Vorstellungen entspricht, nicht vorstellen können.
Man fühlt sich als Elite, grenzt sich nach unten ab, verachtet die, die so leben, wie man als jetziger Verächter der Menschen in Zukunft wohl selbst leben wird.
Es ist die Angst, einmal so leben zu müssen wie die, die man jetzt verachtet.
Verwahrloste Jugendliche bekämpfen Obdachlose, weil diese eine ständige Mahnung sind: Es wird Dir einmal genauso gehen.
Ich denke nicht, dass deswegen die Leser*innen ausbleiben. Sie sind alle ähnlich, von daher braucht man sie nicht mehr. Man vergleiche nur einmal Tagesschau täglich mit spiegel-online täglich. Wie viel % der Nachrichten sind gleich? Es gibt mehr Printmedien neben den Zeitungen. Für jedes Hobby gibt es gefühlt mindestens eine Zeitschrift. Wer soll das noch lesen – wenn man in der Tagesschau und den Heute Nachrichten sowieso erfährt, was man dann in Spiegel und co. lesen kann? Ich denke nicht, dass der Leser*innenschwund an der politischen Meinung liegt – dann hätten doch andere wie Cicero, Junge Freiheit usw. stärkeren Zulauf.
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Es ist nicht der Fehler der Jugend, unrealistische Forderungen zu stellen. Sie haben alles Recht dazu. Der Fehler liegt bei den Erwachsenen, die den Jugendlichen nicht zeigen, worauf man alles in einer pluralistischen Gesellschaft achten muss. Auch eine Diktatur der Guten ist eine Diktatur. Auch Gutes darf man nicht erzwingen. Demokratie ist eine Grundhaltung, die sich auf alle Ebenen erstreckt – nicht nur auf die, die mir lieb ist.
Wenn Leben Leiden ist (Buddha) – woher kommt dann der Gedanke, sich vom Leiden lösen zu können?
Wenn die Welt moralisch verkommen ist – woher kommt dann der Gedanke, dass sie besser werden kann?
Wenn das Leben des Menschen nie in einem idealen Kontext stattfinden wird – wie kommt es, dass die Sehnsucht nach so einem Leben existiert?
Wenn das Leben zwangsläufig im Tod endet, die Existenz von allem im Vergehen – wie kommt es zur Lebensbejahung, zum Wunsch nach Zukunft?
Leiden – Sünde – (a)soziales System – Tod und Vergehen: Schon die Schöpfungsgeschichten (Genesis 1ff.) wissen: Es gibt einen Grundton der Schöpfung: Und Gott sah, dass es gut war. Dieser Keim ist in uns. Dieser lässt sich nur schwer zertreten.
Lassen wir ihn wachsen. Im Namen Gottes, der unsere Kraft ist.