Das Große und Ganze und Ahnungslose

Manche Menschen leben allein in ihrem kleinen Alltag. Das ist freilich nicht zu verachten, denn der Alltag ist schon so voll, dass er ein ganzes Leben und das ganze Engagement zu füllen und zu fesseln vermag.

Aber wir Menschen leben nicht allein im Alltag. Das Große und Ganze bestimmt uns nicht weniger als das, was uns so an Alltäglichem beschäftigt.

Der Wohnort, die Gesellschaft, der Staat – wir sind Teil des Ganzen – und wir sollten auch hin und wieder das Ganze in den Blick nehmen, damit wir nicht von anderen überrumpelt werden.

Wer sich allein mit dem Alltäglichen beschäftigt – lässt sich leicht über den Tisch ziehen, sei es emotional, sei es, dass man staunt: Wow, was der nicht alles weiß – oder von Leuten, die Autorität zu haben meinen, aber im Grunde nicht haben. Aber das weiß man ja als Mensch, der nur in seinem Alltag lebt, nicht, weil man nur das Kleine, das Eigene im Blick hat.

Und so gilt sicher auch so mancher Prophet im eigenen Lande nichts, weil die Menschen sich verführen lassen. Und sie lassen sich verführen, weil sie keine Ahnung vom Großen und Ganzen haben.

Aber das muss ich meinen  Blogleserinnen und Bloglesern ja nicht sagen.

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Rechtspopulisten beschneiden Kunst + Bedeutung von Kunst

In diesem Beitrag wird gesagt, dass Rechtspopulisten Gelder für Kunst streichen würden http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/rechtspopulisten-und-die-schoenen-kuenste-kolumne-a-1123816.html :

Nicht ohne Grund sind die ersten Handlungen von rechtspopulistischen oder faschistischen Regierungen und Diktaturen die Streichung von Geldern für die Kunst. Die Verbrennung von Büchern, das Schließen von Theatern oder deren strikte Kontrolle. Dabei ist die Finanzierung von Kultur, die von Populisten gerne verteufelt wird, kein Gnadenakt, sondern eine Regierungspflicht.

Leider wird nicht gesagt, an welche – die als Rechtspopulisten der Gegenwart bezeichnet werden – sie denkt. Was schließen wir daraus? Nun ja.

In einem Beitrag, auf den in dem Artikel hingewiesen wird (von 2014), wird gesagt, man solle die Finanzierung der Kunst (Theater-, Opern-, Konzerthäusern, Bibliotheken) nicht Subvention nennen, denn das ist eben Pflicht der Regierung, diese Häuser zu unterstützen. https://derkulturpolitischereporter.wordpress.com/2014/01/08/am-anfang-steht-das-wort-und-das-wort-ist-falsch/

Kunst und Künstler zu unterstützen ist etwas, was in unserem Land wirklich wichtig ist, denn die Kunst öffnet den Blick, sie hilft, dass man nicht im politischen Alltag versinkt, sondern auch noch andere Dimensionen des Menschseins wahrnimmt, sie hilft auch – auch wenn das nicht von allen gerne gesehen wird – politisch nicht opportune Meinungen zu vertreten. Zumindest wenn es gut läuft. Im Augenblick scheint sie eher die mediale und politische Elite wiederzuspiegeln, statt eigene Akzente zu setzen. (Soweit ich das wahrnehme.)

Die Frage ist freilich immer: In welchem finanziellen Umfang muss die Kunst durch den Staat unterstützt werden. Was ist verantwortbar, was ist angemessen? Müssen die Häuser nicht dazu geführt werden, so gut es geht auf eigenen Füßen zu stehen?

Diese Frage ist berechtigt, das Problem ist nur: Wir leben in einem Land, in dem nicht nur die Reichen gebildet sein sollten, sondern auch Menschen, die finanziell an der unteren Grenze leben müssen. Und auch diese müssen die Chance bekommen, andere Dimensionen des Lebens wahrzunehmen – und wahrnehmen bedeutet nicht nur zu rezipieren, sondern die Welt mit ganz anderen Augen zu sehen.

Eine andere Frage: Was ist, wenn diese Häuser zwar unterstützt werden, aber die Bevölkerung kein Interesse an dem hat, was die Künstler darbieten? Das wäre ein Armutszeugnis für die Bevölkerung – darum wollen wir lieber nicht daran denken.

Das wäre allerdings nur ein Armutszeugnis, wenn die Künstler nicht so abgehoben sind, dass sie mit der Welt der Bevölkerung nichts mehr zu tun hat. Reinhard Mey: Zwei Hühner auf dem Weg nach vorgestern:


Man möge mir meine knappen Worte verzeihen. Darum weise ich darauf hin: Die genannte Seite hat auch neuere Informationen: https://derkulturpolitischereporter.wordpress.com/

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Feminismus heute

Ein guter Beitrag von Elisabeth Raether über den modernen Feminismus http://www.zeit.de/2016/50/feminismus-heute-muetterarmut-gewalt-frauenhandel-frauenbewegungen Daraus ein Abschnitt:

Vielleicht kann der Feminismus dabei auch andere Erscheinungen der Trägheit überwinden und würde sich dann nicht mehr voll und ganz auf den Trickle-down-Effekt verlassen: Weil ein paar Frauen im oberen Drittel der Gesellschaft heute ohne Scham über ihre Vagina reden, geht es den Frauen am unteren Rand noch nicht besser. Die neuen feministischen Themen wären also die alten: Mütterarmut, Gewalt, schlechte Arbeit, Frauenhandel. Themen, die man vielleicht etwas zu schnell für erledigt erklärt hat.

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Sexuell freizügig + Christa Meves

In dieser Zeit – den 60-80gern – fühlten sich die Menschen sexuell freizügiger – nicht alle, versteht sich. Viele Christen haben dagegen protestiert, die Sexualität zur Schau zu stellen. Und es zeigt sich immer stärker, dass es nicht um Freiheit der Frauen und Kinder ging, sondern um Machtdemonstration von Männern. Das betrifft nicht allein die Frage der Pädophilie, sondern auch die des Umgangs mit den Frauen: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/der-letzte-tango-in-paris-missbrauch-eines-machtgefaelles-a-1124341.html (Bekanntlich ist auch die Modewelt eine Männerdomäne – zumindest was die „hohe Modewelt“ betrifft, da gestalten die Männer die Frauen nach ihrem Bilde – und ebenso in der Schönheitschirurgie, da gestalten sich Frauen zum Bilde der Männer so, wie sie denken, dass es den Männern gefallen könnte.)

Ich schrieb: Viele Christen… – leider nicht alle. Diejenigen, die dagegen protestierten, wurden von anderen Christen massiv angemacht. Ich denke da nur an Christa Meves, die ständig im Fokus der Angriffe stand – aber soweit ich das als Jugendlicher mitbekommen habe, hat sie tapfer diesen Angriffen standgehalten.

Was tun eigentlich die Christen heute, die sie angegriffen haben, weil sie eine konservative Stellung zum Thema Sexualität vertrat – eines, das man heute eher wieder vertritt? Auch diese Angriffs-Christen, die sich in ihrer Freizügigkeit – vor allem was Frauen betrifft (ich weiß noch um so manches abschreckende Beispiel) – damals so toll modern empfunden haben, sie dürften inzwischen kapiert haben, dass sie erregt auf einen falschen und bösem Weg herum rannten.

Und dabei sind heute diejenigen, die sich als toll modern vorkommen, verklemmter als andere, die Sexualität sachlich und mit Liebe betrachten. Denn warum so viele Aufregungen in den Medien um irgendwelche Busenblitzer oder untenrum ohne Schlüpfer? (Privat mag es ja angehen – aber dass das medial aufgegriffen wird, ist kurios.)

Zu Christa Meves: http://christa-meves.eu/aktuell/

Zu dem „Letzten Tango von Paris“ – die Welt schaute also einer Vergewaltigung zu – und feierte den Film, wie es in Wikipedia heißt „enthusiastisch“. Irgendwann habe ich den Film auch gesehen. Als Jugendlicher? Als junger Erwachsener? Ich weiß es nicht mehr. Er kam im Fernsehen. Aber diese Dimensionen habe ich damals nicht durchschaut. [Nachtrag zur Butterszene: http://www.spiegel.de/kultur/kino/der-letzte-tango-in-paris-maria-schneider-wusste-alles-nur-nichts-von-der-butter-a-1124623.html War die Szene wirklich so harmlos? Wenn er schauen wollte, wie sie als Mädchen reagiert und nicht als Schauspielerin, hat es da allein an der Butter gelegen? Er sprach im Film von Gleitmittel… – ich vermute einmal, dass noch darüber diskutiert werden wird.]

Es ist gut, dass heute solche Themen offen in die Öffentlichkeit gebracht werden – weil die Generation, die es betraf, inzwischen von der Bühne abtritt? http://www.spiegel.de/spiegel/sexueller-missbrauch-das-berliner-paedo-problem-a-1124210.html

Und: Was wird der jetzigen Generation, die das Sagen hat, von den kommenden um die Ohren geschlagen werden? Man kann so manches ahnen…

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Julia Klöckner im Interview zur CDU + Stimmauszählung gegen Trump + Merkel schweigt + Nato stärkt Putin

Juia Klöckner im Interview zur CDU: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/julia-kloeckner-vor-cdu-parteitag-das-wird-kein-wellness-wahlkampf-a-1124320.html Den CDU-Mitgliedern wurde mit der Flüchtlingsfrage viel zugemutet… Ich denke, dem ganzen Land hat die Führung der CDU viel zugemutet. Klöckner hatte immer eine eigene Linie, die zur Regierungselite ein wenig konträr war. Es ist gut, dass die CDU-Führung in dieser Hinsicht auf Klöckner-Linie umgeschwenkt ist. Ich hoffe, sie gehen weiter – und dass sie vor der Wahl nicht nur darüber reden, sondern bis zur Wahl auch aktiv daran arbeiten, die falsche Politik zu korrigieren.

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Die Stimmen-Auszählung gegen Trump wird in Pennsylvania doch nicht durchgeführt. Das käme Frau Stein zu teuer. Was macht sie nun mit dem gesammelten Geld? Das verrät der Beitrag leider nicht. Ich hätte einen Tipp: der Clinton-Foundation zu spenden: http://www.focus.de/politik/ausland/herber-daempfer-fuer-trump-gegner-us-gruene-ziehen-antrag-auf-neuauszaehlung-in-pennsylvania-zurueck_id_6292374.html

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Merkel und andere Politiker schweigen zu dem, was in den anderen europäischen Ländern vorgeht, das wird ihr hier vorgeworfen: http://www.zeit.de/2016/50/eu-politik-europa-deutschland-einfluss-italien-referendum Sie schweigen zu Recht. Ich denke, dass es eher negative Wirkung hat als positive. Man stelle sich einmal vor, Hollande, Merkel, Renzi… hätten Hand in Hand in Wien herumdemonstriert. Und Szydlo, Orban, … wären ausgeladen worden – oder demonstrieren in einer Parallelstraße Hand in Hand… Manche Artikel sind witzig, wenn man sie sich in der Realität vorstellt.

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Nichts Neues für meine Blogleserinnen und -leser: Die Nato-Expansion im Osten stärkt Putin: http://www.focus.de/politik/experten/osthold/russischer-warum-die-expansion-der-nato-in-osteuropa-putin-eigentlich-hilft_id_6289475.html Tatsächlich, der Experte Christian Osthold spricht von Nato-Expansion!

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Mutige Menschen + Hubertus Knabe + Mohrenkopf-Debatte + Meinungsfreiheit in Großbritannien?

Zwei Männer überfielen in Köln eine Frau, um sie auszurauben und würgten sie (Sex oder Schläge – sollen sie gesagt haben). Ein junger Mann kam mit anderen der Frau zu Hilfe und hielten die aggressiven Menschen-Verächter fest bis die Polizei kam: http://www.focus.de/regional/koeln/brutaler-ueberfall-in-koeln-sex-oder-schlaege-raeuber-bedrohen-27-jaehrige_id_6293584.html Mutige Menschen benötigen wir. Ach ja, über die Herkunft wird nichts berichtet. Das heißt, es waren wohl keine autochtonen Deutsche. Auch hier versuchten Passanten zu helfen: http://www.focus.de/regional/erlangen/brutale-attacke-in-erlangen-18-jaehriger-schlaegt-frau-nieder-und-tritt-auf-sie-ein_id_6293529.html

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Der Stasi-Experte Hubertus Knabe fordert das Justizministerium nach Aktenstudium auf, die Zusammenarbeit mit Anetta Kahane (und ihrer AAS?) zu beenden. „Darf ein ehemaliger Stasi-Mitarbeiter für den Staat das Internet kontrollieren?“: http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-49-2016-stasi-experte-hubertus-knabe-empfiehlt-bundesjustizministerium-nach-aktenstudium-die-zusammenarbeit-mit-der-chefin-der-amadeu-antonio-stiftung-anetta-kahane-bei-der-internetkontrolle-zu-beenden_id_6285546.html

Wie lange wird er noch Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen sein?

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Facebook löst eine Mohrenkopf Debatte aus. Weil der OB von Tübingen das Wort verwendet hatte, wurde er 24 Stunden lang gesperrt: http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Social-Media-Zwangspause-fuer-den-Tuebinger-OB-312713.html Palmer wollte damit eine Debatte in Tübingen beenden – durch Facebook ist sie nun erst recht entbrannt. So etwas nennt man: Nach hinten losgehen.

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Drei Bischöfe aus Syrien/Irak durften nicht in GB einreisen. Warum nicht? Der eine Bischof hat den Islam kritisiert: https://www.jihadwatch.org/2016/12/uk-bans-three-bishops-from-iraq-and-syria-from-entering-the-country Aber auch andere Gründe werden genannt: Sie hätten nicht genug Geld…

Auch die Briten kapieren so langsam, dass es nichts ist mit ihrer Rebellen-Unterstützung in Syrien.

Übrigens: Islamisten durften einreisen, die sich äußerst übel über Menschen geäußert haben. So ist das in einem Land, das so langsam hörig  und Schritt für Schritt Angst bekommt vor denen, denen es Unterschlupf gewährte.

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Advent

P1050669

Wir zünden ein kleines Licht an –
aus Sehnsucht nach dem großen Licht,
das unsere Nacht erhellt.

Wir knipsen viele elektrische Lichter an –
aus Sehnsucht nach dem großen Licht,
das die Nacht der Welt erhellt.

Keine leere Sehnsucht bestimmt uns.
Das Licht war schon da,
es ist da mit seinen Strahlen in Herz, Seele, Verstand.
Es wird wieder kommen,
das wurde versprochen.

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