Marokko und Burkaverkauf

Der König – denn ohne den König geschieht in Marokko nichts Relevantes – von Marokko verbietet den Verkauf von Burkas. Er weiß, warum das wichtig ist. Aber die Händler können zufrieden sein: Sie werden dann eben nach Europa liefern. Ich finde diese Info aber dennoch sehr interessant: Ich habe im Radio gehört, dass nicht das Tragen einer Burka verboten ist – bislang. Ich denke, der marokkanische König muss sehr genau lavieren, wie der jordanische König, um nicht die Hardliner zu provozieren. Es müssen kleine Nadelstiche sein, sonst fliegt ihm sein Land um die Ohren. http://www.faz.net/aktuell/islam-marokko-verbietet-offenbar-burka-verkauf-14617425.html

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Trump und Putin = Krieg? + Trumps Kurswechsel? + Obamas Rede

Wenn Trump und Putin sich annähern, soll Krieg drohen? Das ist wieder einmal so eine kuriose Sicht: http://www.focus.de/politik/videos/brief-an-neuen-us-praesidenten-17-europa-politiker-warnen-bei-einer-allianz-zwischen-trump-und-putin-droht-krieg_id_6479744.html Diese Politiker sollten sich einmal fragen, warum Putin dann nicht schon längst angegriffen hat. Natürlich muss man politisch auf der Hut sein, wir kommen aber um eine kluge Zusammenarbeit nicht drumherum. Politisch auf der Hut muss man auch vor solchen kuriosen Briefen sein. Die Syrienfrage, die Ukrainefrage – nichts wird ohne Russland gelöst werden. Im Gegenteil. Zudem bedeutet eine Nichtlösung dieser Probleme Kriegsgefahr, bedeutet weitere Flüchtlinge, bedeutet Unsicherheit und Chaos in der Weltpolitik. Zudem kann es diesen Herrschaften sicher nicht gefallen, wenn Russland und China sich enger miteinander verbünden – was ja schon durch die falsche Obama-Politik geschehen ist. Das, was diese Leute vorschlagen, ist provinziell. Man muss die Ängste dieser Länder berücksichtigen, weil sie unter dem Sowjetsystem gelitten haben – und – Vorsicht, jetzt wird es rassistisch: unter den Russen. Aber muss man vor dem „Russen“ Angst haben oder vor dem sowjetischen-kommunistischen System, das herrschte? Vielleicht sollten sie sich einmal auch bewusst werden, dass Putin nur so stark und autark werden konnte, weil der Westen insgesamt eine falsche Syrien und Ukraine-Politik betrieben hat. Wenn Politik versagt und sich isoliert, wird der Gegner stärker.

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Nach den neuesten Meldungen tut sich wieder etwas Neues mit Blick auf Trump und Putin. Was? Das wird die Zukunft zeigen.

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Der Ausschnitt aus Obamas Rede, der in der Tagesschau vom 11.1.2017 um 20:00 Uhr (ab 3:12) gezeigt wurde, ist genau das, was alle vernünftigen Demokraten sagen. Das gilt nicht nur für die USA – das gilt auch für uns. https://www.tagesschau.de/sendung/letzte-sendung/index.html Ich habe dieses Tagesschau-Video nicht eingebettet, weil ich keine Lust hatte, diese rechtlichen Bedingungen zu lesen – und dann vielleicht doch nicht restlich zu kapieren. Einen kleinen Eindruck dieser Passage gibt das hier wieder http://www.stern.de/emotionaler-abschied-letzte-rede–obama-mit-einem-appell-fuer-die-demokratie-7276504.html :

Obama widmete seine nach Angaben aus dem Weißen Haus selbst geschriebene Abschiedsrede der Demokratie, die es zu verteidigen gelte. «Wir können vorsichtig sein, aber wir dürfen uns nicht fürchten», rief er. Terroristen könnten Menschen töten, aber nicht ein Land wie Amerika in Gefahr bringen. Es sei denn, das Land lasse von seinen Werten ab. «Wir als Volk, mit den Mitteln unserer Verfassung, können eine bessere Union formen.» Demokratie sei aber kein Geschenk, sie müsse ständig neu geformt werden. Politik sei zuallererst ein Wettstreit unterschiedlicher Ideen. «Wenn wir einander nicht zuhören, wenn wir aneinander vorbeireden, dann macht das Kompromisse und eine gemeinsame Basis unmöglich.» Probleme einfach totzuschweigen, verrate die Grundsätze der Verfassung.

Seid Wächter der Demokratie: http://www.handelsblatt.com/politik/international/obamas-abschiedsrede-seid-waechter-der-demokratie/19236660.html

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Auferstehung

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Das Neue Testament nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, die Kuriosität des Auferstehungsglaubens zu benennen:

Markusevangelium 16,8: Die Frauen sagten das, was sie erlebt hatten, (zunächst) nicht weiter. Sie fürchteten sich. Wovor? Wahrscheinlich davor, für verrückt erklärt zu werden. (“zunächst” darum, denn sonst wüssten wir ja nichts von dem Erlebten. Darum: )

Lukasevangelium 24,10f: Die Frauen sagten das, was sie erlebt hatten, aber die Jünger glaubten es nicht – sie hielten es für Geschwätz. Petrus machte sich dann wohl doch auf, sah dies und jenes am leeren Grab – und kapierte nichts.

Ebenso Johannes 20,9: Sie verstanden nichts. In 20,18 sagte Maria Magdalena den Jüngern, dass sie Jesus gesehen habe – aber dann bricht diese Info ab. Und der ungläubige Thomas aus Johannes 20,24ff. ist schon sprichwörtlich geworden.

Apostelgeschichte 17,32: Als die Philosophen von der Auferstehung der Toten hörten, verspottete ein Teil der Zuhörer Paulus.

Und dass Paulus selbst Menschen der Gemeinde davon überzeugen musste, dass Jesus auferstanden ist, das können wir im 1. Brief an die Korinther 15 nachlesen.

Und jede Generation fragt sich erneut: Wie können wir so etwas Absurdes kommunizieren? Welche Bilder können wir verwenden, um unsere Erfahrung mitzuteilen? Eine Erfahrung, die nicht nur unsere Sprache, sondern das gesamte Weltbild über den Haufen wirft?

Aber nicht allein die Auferstehung war den Menschen der Antike unverständlich, sondern schlimmer fast noch: Jesus Christus, der als Sohn Gottes angesehen wurde, wurde gekreuzigt! Götter haben nichts mit den Toten zu tun (außer Totengötter natürlich). Tod und Gott – das passt nicht zusammen.

Die Menschen damals waren nicht blöder als wir heute. Und die Christen waren sich bewusst, dass diese Botschaft eine Zumutung für den menschlichen Verstand ist, denn sie konnten es ja selbst nicht verstehen. Aber dennoch verkündigten sie es und verkündigen sie es und werden es ewig verkünden. Warum? Weil der auferstandene Jesus Christus für sie Realität ist. Wirklichkeit. Erfahrung. Und darum versuchen sie zu verstehen.

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Kirche zur Wahl+Auseinandersetzung in der Katholischen Kirche

Gemeinsames Wort der Kirchen (Baden, Elsass-Lothringen, Pfalz) zu den Wahlen in Frankreich und Deutschland: http://blog.debenny.de/2017/01/10/gemeinsames-wort-der-kirchen-in-baden-in-elsass-lothringen-und-in-der-pfalz-zum-wahljahr-2017/

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Die Auseinandersetzung über Amoris laetitia geht weiter: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2017/01/kardinal-mullers-aussagen-zu-den-dubia.html

(Nachtrag: http://www.kath.net/news/58114 – hatte die Glaubenskongregation Bedenken? [Sorry, ich hatte den Namen dieser wichtigen Schrift falsch geschrieben – und nun korrigiert.])

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Roman Herzog †

Der großartige Mensch Roman Herzog ist gestorben: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nachruf-roman-herzog-der-ruckruf-praesident-a-1129318.html und:  http://www.pro-medienmagazin.de/politik/2017/01/10/roman-herzog-war-engagierter-christ/ und: http://www.eak-cducsu.de/artikel/der-evangelische-arbeitskreis-trauert-um-roman-herzog

Aus seinen Reden habe ich viel gelernt: https://www.romanherzoginstitut.de/das-roman-herzog-institut/roman-herzog/reden-und-publikationen.html

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Tendenzpresse statt Lügenpresse? + Selbstgefällige Besserwisser? + Erfrierende Flüchtlinge + Die Zeit verlor gegen die Anstalt + Obdachlose

Ein Interview mit Markwort zum Thema Glaubwürdigkeitskrise der Medien: http://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/helmut-markwort-interview-das-kann-die-demokratie-gefaehrden/ Er lehnt Lügenpresse ab – Tendenzpresse scheint es besser auf den Punkt zu bringen? Ein lesenswerter Beitrag.

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Die Klage von Zeit-Journalisten gegen die ZDF-Anstalt (die die Beziehung von Journalisten zu Lobbygruppen thematisiert hatte) hatte keinen Erfolg: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/die-anstalt-klage-zeit-journalisten-scheitern-vor-dem-bgh-a-1129417.html

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Die Grünen – ob sie wirklich langsam in den Bereich der 5% verschwinden werden? http://cicero.de/berliner-republik/die-gruenen-auf-dem-falschen-fuss Ich denke, es gibt noch sehr viele Menschen, die in den Illusionen der Grünen-Ideen leben. Als Korrektiv der großen Parteien sollte man die Grünen jedoch genauso wenig weg wünschen wie die FDP. Ich sehe auch die ganzen Fehler der Grünen, die man auch in den Leserkommentaren zu dem oben genannten Beitrag wiederholt lesen kann. Aber so ein bisschen grün sollte die Parteienlandschaft schon noch bleiben.

Hier heißt es übrigens, dass Künasts Nerven blank liegen: http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/tv-kolumne-hart-aber-fair-soeder-ueber-gefaehrder-ich-will-solche-leute-nicht-in-deutschland-haben_id_6471907.html

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Es ist schlimm, was zurzeit mit Flüchtlingen geschieht: Ich hatte das schon im letzten Jahr erwartet, dass viele erfrieren werden – und man hat nichts gemacht, um das zu verhindern. Von daher ist der Vorwurf an die EU richtig: http://www.focus.de/politik/videos/minustemperaturen-in-suedosteuropa-schnee-und-eis-machen-die-geschlossene-balkanroute-zur-toedlichen-falle_id_6473413.html Hat man in der EU gehofft, der Winter wird wieder so mild wie im vergangenen Jahr? Das Prinzip Hoffnung ist für die Politik ein schlechtes Markenzeichen. Übrigens erfrieren zurzeit nicht allein Flüchtlinge in diesen Ländern, sondern viele Einwohner dieser Länder auch. Das ist Europa 2017! http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/fluechtlinge-und-obdachlose-erfrieren-in-europa-14608700.html Denkt auch an die Obdachlosen in unserem reichen Land!

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Konservative Islamverbände + Koran Hermeneutik + Allahu Akbar + Integration: Muslimische Mädchen schwimmen + Islamistenangriff

Abdel-Hakim Ourghi sieht, dass sich konservative Islamverbände „wegducken“: http://cicero.de/salon/terror-wie-sich-die-konservativen-islamverbaende-wegducken : Es wird auch auf Erdogans islam-militaristische Aussage Bezug genommen (Moscheen = Kasernen, Minarette = Bajonette, Kuppeln=Helme, Gläubige=Soldaten) – und dieser Ansatz ist die Basis für Ghetto-Glauben bzw. die Bildung einer Parallelgesellschaft. Die Islamverbände tragen zur Radikalisierung bei. Die apologetischen „moderaten Islamisten“, so heißt es, verbreiten die Ansicht, dass Islam nichts mit dem Islamismus zu tun habe. Es wird die Doppelzüngigkeit angesprochen: nach außen Islam = Frieden, nach innen: Islam ist die „gottesrechtliche Gesellschaftsordnung“.

Spannend finde ich auch diese Aussage – mit Blick auf die Kirchen. Und er hat sehr recht:

Es ist für mich als liberalen Muslim würdevoll zu sehen, wie sehr die Politiker der etablierten Parteien und die beiden Kirchen um Dialog mit den konservativen Dachverbänden bemüht sind. Eine Gefahr, die ich jedoch konstatiere, ist, dass durch die dominierende Kultur der an sich löblichen politischen Korrektheit ein mutiges Ergreifen des kritischen Wortes und das Aussprechen unangenehmer Wahrheiten vermieden werden, um sich nicht den Zorn und die Wut der muslimischen Minderheitsgesellschaft auf sich zu ziehen. Hilflosigkeit und Überforderung auf Seiten politischer Entscheidungsträger werden es aber den Dachverbänden ermöglichen, einen konservativen Islam zu etablieren – einen Islam, der mit einer säkularen und pluralistischen Staatsordnung und den damit verbundenen Werten nicht vereinbar ist.

Er plädiert dafür, dass Kirchen wie Staat den modernen humanistischen Islam unterstützen sollten und nicht den orthodoxen archaischen Islam fördern sollten. Er gibt darüber hinaus weitere Handlungsvorschläge.

Dieser Beitrag ist voll und ganz lesenswert. Warum sage ich das so? Natürlich: Weil das die Intention meines Blogs wiedergibt. Was die Koran-Hermeneutik betrifft, spricht er sich dafür aus, den Koran historisch zu lesen. Wer meinen Blog länger verfolgt, der weiß, dass das nicht ausreicht. (Im Suchfeld „Hermeneutik“ eingeben.) Das reicht insofern nicht aus, weil der Koran sich selbst gegen eine solche Lesart wehrt. Muslime müssen einen ganz eigenen Zugang zum Koran finden, um die gefährlichen Passagen des Koran neutralisieren zu können. Eine bloße Anpassung an unsere westlich-aufgeklärte Hermeneutik hilft nicht weiter. Sie wird die Mehrheit der Muslime nicht überzeugen. Anders als die Bibel ist der Koran nicht Gotteswort in Menschenwort – er ist Allahs Wort schlechthin. Und Allahs Wort darf nicht historisch-kritisch zerpflückt werden. Oder: Christen haben Jesus Christus als hermeneutischen Schlüssel zur Auslegung des Alten Testaments. Von daher können Christen flink sagen: Manche Worte aus dem AT passen nicht zu Jesus – sind also für uns nicht im alten Sinne relevant. Das kann man mit dem Koran nicht machen. Es sei denn, man hat wie die Ahmadiyyas einen anderen hermeneutischen Schlüssel, eben den ihres Propheten. Da kann man dann das eine oder andere neu interpretieren. Aber sonst geht das nicht. Und hieran müssen liberale muslimische Theologen noch sehr viel arbeiten. (Dazu möchte ich aber nur auf die anderen ausführlicheren Beiträge s. Hermeneutik verweisen.)

Es wird in dem Beitrag sogar gesagt, dass Allahu Akbar bedeutet: Gott ist am größten – allerdings wird nicht „Allah“ formuliert. Denn das ist ja das Wichtige am Ruf der Islamisten bzw. Radikalen: Allah ist am größten. Der normale muslimische Beter mag dabei denken: Gott ist am größten – aber als Schlachtruf eignet sich eher die Betonung Allahs, wie wir an der Auseinandersetzung in Malaysia sehen konnten.

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Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hat geurteilt, dass auch muslimische Mädchen in den Schwimmunterricht müssen. Das diene der Integration: http://www.zeit.de/gesellschaft/2017-01/eu-menschengerichtshof-gemeinsamer-sportunterricht-jungen-maedchen-religionsfreiheit

Was ich als langjähriger Beobachter der Szene interessant finde: Vor ein paar Jahren hätte es noch gelautet: Sie nicht schwimmen zu lassen, diene der Integration – da muslimische Mädchen dann wenigstens zur Schule gehen dürfen. Muslimische Kindergärten, Friedhöfe, Schulen, Seniorenheime, Krankenhäuser,… – alles diente der Integration. Gilt das heute nicht mehr? Wäre vernünftig.

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FDP in Hamburg gegen Staatsvertrag mit islamischen Verbänden: https://www.welt.de/regionales/hamburg/article161030506/FDP-will-Staatsvertrag-mit-Islam-Verbaenden-aufloesen.html

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Wieder haben Islamisten in Kabul durch einen Anschlag viele Tote auf dem Gewissen: http://www.spiegel.de/politik/ausland/taliban-terror-in-afghanistan-dutzende-opfer-bei-doppelanschlag-in-kabul-a-1129378.html

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