Das hat doch neulich schon einmal einer gesagt, dass politische Parteien sich nicht in islam-religiöse Angelegenheiten einmischen dürfen: „Sie haben nicht das Recht, ihre Meinung in religiösen Fragen zu äußern“, sagte der Ajatollah Ramezani.
Mit dem Bürgermeister wundert man sich, dass sich solche Angebote auf Verkaufsplattformen einstellen lassen.
Mein Anliegen ist ein anderes: Ich hatte schon im Blog, dass Flüchtlingsmädchen verkauft werden – in der Türkei – an arabische Männer. Hauptsache das Mädchen ist verheiratet und irgendwie versorgt. Ob auch das im Hintergrund steht? Ich hoffe, wir bekommen das mitgeteilt, einfach um zu verstehen.
Ja, es ist schon – wie es im Text heißt – obszön, dass 8 Männer so viel Geld haben wie 3,6 Milliarden Menschen: http://www.deutschlandfunk.de/studie-ueber-ungleichheit-acht-maenner-haben-so-viel-geld.1818.de.html Auch wenn man Oxfam-Studien genau betrachten muss, bevor man sie kritiklos übernimmt, so ist das, was dort zu lesen ist, schlimm. Man kann sagen: Wenn sie es verantwortlich teilen und für andere einsetzen, dann ist ja alles klar. Das Problem dabei ist nur, dass sie damit viel lenken können – also nicht neutral sind und somit ganze Gruppen und Staaten kaufen können. Sie sind Partei.
Was die Zahl der Menschen (3,6 Milliarden) betrifft: Wieviel Geld habe ich als europäischer Mittelverdiener mehr als – sagen wir – Menschen aus Pakistan, Burkina Faso…? Ich allein habe vermutlich wohl schon so viel Geld wie zig tausende aus diesen Ländern. Von daher – man muss vorsichtig sein mit emotionalisierenden Zahlen.
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Merkel ruft zu einem engen Zusammenschluss der Wirtschaft mit der Politik auf, da sich kein Land nur Rosinen rauspicken darf aus der EU – auch Großbritannien nicht: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/angela-merkel-fordert-wirtschaft-zu-anti-brexit-kampf-auf-a-1130266.html Ich höre da die gleiche Haltung heraus, die sie gegen Russland einnimmt. Ich hoffe, die Brexit-Reaktion der Europäischen Staaten wird vernünftiger als die Reaktion auf Russland. Irgendwann wird auch Trump-USA sanktioniert (wenn Trump die USA selbst nicht vorher schon wirtschaftlich isoliert).
Und ich dachte immer: Politik sei, miteinander so verhandeln, dass man für alle Beteiligten zu guten Lösungen kommt.
Wird sich die Wirtschaft so an die Kandare nehmen lassen – wie mit Blick auf Russland?
Ich denke, dass sich die EU warm anziehen muss. Die meisten Länder wollen souverän bleiben – und eine spröde Haltung, die versucht, das eigene Denken durchzusetzen – ohne politische Flexibilität – wird scheitern.
Ärgerlich finde ich, dass in diesem Artikel die potentiellen Nachfolger schon destruiert werden, bevor sie überhaupt gewählt wurden. Zudem: Auch dieser Artikel kreist nur um Trump. Das EU Parlament muss nun, wenn Trump kommt, stark werden, einer der designierten habe sein politisches Handwerk von Berlusconi gelernt – was beklagt sich der Artikelschreiber Peter Müller, dann haben wir als Europäer ja einen adäquaten Mann zu bieten… – möchte man ihm entgegenhalten.
Dieses Lied, das ich in meiner Jugend gehört habe, hat mich sehr geprägt. Reinhard Mey hat überhaupt Lieder gesungen, die in mir ein Pflänzchen gepflanzt haben, das heißt: Freiheit, nicht anpassen – aber nicht hysterisch, sondern ruhig. Ich habe das Lied also nicht einfach nur so genannt, sondern weil ich es für sehr relevant halte. Und dieses Pflänzchen wurde bei mir gekreuzt mit dem christlichen Glauben: Zur Freiheit hat euch Christus befreit, werdet nicht wieder Sklaven der Menschen, schreibt der Apostel Paulus.
Paulus, der große Apostel der Freiheit… – dazu habe ich im Studium eine Seminar-Arbeit geschrieben. Ich gestehe, ich habe das umfangreiche Material damals noch nicht richtig einordnen können – aber das heißt nicht, dass ich das nicht imponierend fand. Christenmenschen (um mit Luther zu reden) sind frei. Diese ihre Freiheit sollen sie auch verteidigen, damit sie sich nicht irgendwelchen Ideologen unterordnen müssen. Es fällt schwer. Man möchte so gerne manchmal sein Fähnchen nach dem Wind hängen. Das linke Fähnchen schwingen, das rechte Fähnchen schwingen, das Fähnchen falsch verstandener Toleranz genauso wie das Fähnchen der Intoleranz, einfach das Fähnchen, das so schön bunt ist, und alle es irgendwie sympathisch finden – oder bei jedem Angriff das Fähnchen, das weiße Fähnchen der Unterwerfung. Aber das wäre Verrat an der Freiheit, die der Glaube schenkt.
Freiheit bedeutet also auch: Angriffe aushalten, argumentieren – aber auch, seine Meinung ändern zu können, wenn Argumente überzeugt haben, bedeutet auch, Fehler einzugestehen, wenn man überzeugt wurde, Fehler gemacht zu haben, aber wenn man eben nicht davon überzeugt wurde, zu seiner Sicht zu stehen.
Zudem bin ich der Meinung: Der gemeinsame christliche Glaube ist innerhalb der christlichen Gemeinschaft wichtiger als die politischen Auseinandersetzungen. Wir dürfen uns nicht extremisieren lassen. Auch wenn wir unterschiedlicher politischer Meinung sind, so sind Christen bereit, mit Andersdenkenden in Frieden und Freiheit eine Tasse Tee miteinander zu trinken. Warum? Nicht zuletzt, weil sie wissen, dass alle zeitbedingte Aufgeregtheiten Kinkerlitzchen sind angesichts der Zeit – und natürlich angesichts der Ewigkeit.
Neulich habe ich gehört, dass Anfang der 70ger Menschen politisch so miteinander zerstritten waren, dass sie nicht mehr miteinander geredet haben. Heute sitzen sie zusammen – all die damaligen Auseinandersetzungen sind noch im Kopf vorhanden – aber sie waren zeitbedingt, sind irrelevant, aus der Retrospektive: Lächerlich gewesen und man schämt sich, einmal Irrelevantes als dominant angesehen zu haben. Warum nicht gleich so? Fragt sich der friedliebende Mensch, vor allem aber auch der Christ, der an Gott gebunden ist und aus Gott seine Freiheit empfängt. Warum nicht gleich so, den Ausgleich, die Ruhe, das Miteinander suchen?
Ich bin übrigens froh, in einer Kirche zu leben, in der man seine Meinung sagen darf. Da wirft man als moderner Mensch der Gegenwart der Kirche im „Mittelalter“ vor, dass sie jegliche freie Meinung unterdrückt hat – und dann versucht nun der eine oder andere unter Christen eine solche Unterdrücker-Stimmung zu verbreiten?
Am 3. Montag im Januar ist der Martin Luther King Tag. An diesem Tag möchte ich an Rosa Parks erinnern. In dem neulich im Zusammenhang von Hannah More genannten Buch: Eric Metaxas: Sieben Frauen, die Geschichte schrieben, SCM 2017 wird auch das Leben von Rosa Parks geschildert. Was für eine mutige Frau! Sie hatte sich schon als Kind aus christlicher Perspektive mit Unrecht befasst – und je älter sie wurde, hat sie sich gegen die Rassentrennung eingesetzt. Sie fand im christlichen Glauben ihre Kraft, diese Kämpfe durchzustehen – wie eben auch Martin Luther King. In dem Film: Gott ist nicht tot 2 wird dargestellt, dass sich heute Menschen auf Martin Luther King berufen – aber eben sein Christsein ausklammern. Das wird vermutlich auch mit Rosa Parks so gehen (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Parks ). Aber ihr Kampf ist im christlichen Glauben begründet, aus ihm heraus fand sie ihre Kraft, von daher kann man sie nur richtig verstehen, wenn man diesen berücksichtigt. Sie hat also nicht gekuscht, als ein Weißer samt Busfahrer sie von ihrem Platz werfen wollten. Sie hat danach viele Kämpfe mitgekämpft, gegen den Rassismus, aktiv, iniativ – bewundernswert. Dazu auch: http://www.tagesspiegel.de/kultur/mutter-zivilcourage/653668.html (allerdings von 2005). In dem genannten Wikipedia-Artikel steht, dass sie nicht die erste war, die in dieser Hinsicht kämpfte. Nein, aber sie war eine, die Hilfe von der christlichen Kirche – Martin Luther King wie auch Ralph Abernathy waren Pfarrer – bekommen hat. Ohne diesen Hintergrund Kirche hätte der Kampf nicht so massiv und strategisch geführt werden können.
Natürlich muss man den christlichen Glauben nicht dominant in den Raum stellen – aber ihn unterschlagen ist Geschichtsfälschung.
In HR-Info habe ich eine interessante Meldung mitbekommen. Es geht um Facebook und dem Umgang mit so genannten FakeNews. Facebook will die News, die als Fake gemeldet wurden, nicht löschen, sondern als solche kennzeichnen bzw. Links entgegensetzen, die begründen, dass es sich um ein Fake handeln könnte.
Das ist gut, würde die Meinungsfreiheit zwar ein wenig beschneiden – aber sie nicht zerstören. Wie das allerdings realisiert werden kann, mögen die Fachleute wissen.