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Familien als Hauskirchen + Was machen wir als Kirche? + Steinmeiers Ansprache
Auch im Irak haben Kirchen geschlossen. Die Gemeinden dort sehen es als Stärkung der familiären Hauskirche an: https://www.kath.net/news/71289
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Was machen wir als Kirche aus den Erfahrungen, die wir jetzt machen? https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/kirche-in-corona-zeiten-pfarrer-streamen-gottesdienste-live-
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Die Ansprache von Steinmeier war recht gut: https://www.tagesschau.de/inland/steinmeier-ansprache-corona-101.html
Während Gottesdienste, in denen sich Gläubige mit gesundem Abstand begegnen, für nicht möglich gehalten werden, erfreuten sich die Baumärkte eines saisonüblichen Andrangs. Müsste es, wenn Steinmeier sich Hoffnungen auf die ideale Gesellschaft machen könnte, nicht genau andersherum sein?
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Karfreitag

Wir hören heute Lärm der Welt. An dem Tag, an dem Jesus gestorben ist, war die Welt laut, gefüllt mit hysterischem Zorngebrüll, gefüllt mit dem Kreischen boshafter Sieger, Peitschenschlagen, Hammerschläge, Waffen und dröhnendes Fußgestampf schüchterten Menschen ein, grölendes Lachen der Soldaten und der Feinde Jesu – der Karfreitag, die letzten Stunden die Jesus als Mensch lebte, waren gefüllt mit dem schrecklichsten Lärm, den wir Menschen zu bieten haben. Lärm, der das stille Schluchzen von ein paar Leuten, das Zittern aus Angst und Furcht verdeckte.
Aber der Lärm konnte nicht die letzten Worte verdecken, verdrängen die Jesus Christus am Kreuz sprach. Worte, die für uns Menschen einmalig sind. Es sind Worte, in die wir hinein genommen wurden, sie gelten uns – sie sind unsere Rettung. Wir flüstern sie mit, wie die Menschen, die Jesus liebten, und am Kreuz zu seinen Füßen standen. Die Worte lauten:
1. „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lukas 23, 34)
2. „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lukas 23, 43)
3. „Frau, siehe, dein Sohn!“ und: „Siehe, deine Mutter!“ (Johannes 19, 26-27)
4. „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Markus 15, 34; Matthäus 27,46)
5. „Mich dürstet.“ (Johannes 19, 28 )
6. „Es ist vollbracht.“ (Johannes 19, 30)
7. „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lukas 23, 46)
In diesen Worten begegnet uns die neue Welt Gottes, eine Welt, wie Gott sie bauen will und stetig durch die Seinen baut: eine der Vergebung und Liebe.
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Karsamstag
Karfreitag 2020
Karfreitag 2020 weltweit
Tote in Häusern – einsam gestorben.
Tote auf Straßen – ungeborgen.
In Krankenhäusern gestapelt liegen die Toten,
in Kühlwagen, Arenen und sonstigen Räumen.
Lange Schlangen Angehöriger stehen mit ihren Toten
vor Friedhöfen, wartend auf kleine Gruft ewiger Ruh.
Wo sind sie geblieben, die geliebten Menschen – nun tot?
Menschen irren suchend durch Behörden und Straßen.
Helfenden hat die Hände gefesselt der Tod:
Erschöpft, gefährdet, dennoch verzweifelt liebend in dieser Not.
Der Gestank des Todes liegt über Stadt und Land.
Die Angst des Todes hat sich in die Herzen gebrannt.
Es gibt kein Happy End.
Es gibt Überlebende. Ja.
Hier und bei Gott.
Aber es gibt kein Happy End.
Oh Gott!
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Organspende – Alternativ-Ausweis
Ich bin, was Organspende betrifft, hin und her gerissen. Diese Alternative scheint mir sinnvoll zu sein und erleichtert es mir auch einen (besonderen) Organspendeausweis auszufüllen: http://organspende-entscheide-ich.de/
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Corona und Gottesdienste
Schlechte Argumente werden nicht dadurch besser, dass sie von vielen Menschen geäußert werden, auch nicht dadurch, wie pathetisch und emotional sie geäußert werden, auch nicht davon, wer sie äußert. Gegen die Gottesdienste wird eingewendet: Man müsse aus christlicher Nächstenliebe die Menschen schützen. Die Gemeinden und die Menschen dürften in der Lage sein, diesen Schutz hinbekommen zu können.
Aber es ist vielleicht auch gut so, dass Gottesdienste verboten wurden. Sorry, nicht die Gottesdienste wurden verboten, sondern die Versammlungsfreiheit wurde eingeschränkt, wie man lernen konnte. Warum ist das gut so? Nicht dass einer ein paar Tage nach seinem Gottesdienstbesuch – unabhängig vom Gottesdienst – Corona nachgewiesen bekommt und alle dann sagen: Geht nie in den Gottesdienst – im Gottesdienst bekommt man Corona!
Ich schrieb neulich, dass die Kirchen nach der Corona-Krise das Thema mit der Politik ansprechen müsste. Aber ich befürchte, aufgrund des unisonos, des Gleichklangs der Oberen mit der Politik, wird das dann schnell vergessen sein.
Andere sind da wohl hartnäckiger: https://www.kath.net/news/71263 und: https://www.kath.net/news/71290
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Karfreitag und Karsamstag

Karfreitag – das Wort Kar kommt aus dem Althochdeutschen Kara: Klage, Trauer. Man hat es auch aus dem Latein carus hergeleitet: Guter, lieber Freitag.
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Gründonnerstag:
Jesus kündigt nach seinem Sterben seine Gegenwart in der Abendmahlsfeier / der Eucharistie an. Obgleich er weg ist, wird er mit dem eingenommenen Mahl da sein, so sehr anwesend, wie sonst nichts ist nah: Im Glauben verinnerlicht er sich mir, wird Teil von mir – ich lebe durch ihn.
Karfreitag:
Jesus starb, es ist Zeit der Klage, weil die Erwartungen der Menschen mit Gott nicht erfüllt werden. Statt sich mächtig durchzusetzen, lässt sich Gott im Leiden finden. Seine Liebe ist so mächtig, dass er sich in den Tod begibt, Schuld vergibt, er leidet mit uns Menschen mit. Er erhöht uns auf diese Weise – kein Mensch hat mehr Macht uns wirklich zu erniedrigen. Das ist wirklich nicht das, was wir uns erhoffen von Gott. Anders soll er sein, Gott. Kein Zerstörer unserer Hoffnung, Vernichter unseres Glücks, mächtig soll er sich erweisen an allen die uns schaden, an allem, was uns schadet.
Karsamstag:
Jesus, gefesselt im Grab, gewickelt in Tücher, Gefangener des Todes, ohne Lebenshauch, verdammt in der starren Kälte, die alles warme Leben entzieht. Quälendes Nichts bemächtigt sich seiner, vergangen, vergangen, aufgelöst ins Nichts, sein Geist. Sein Körper eingegangen in den Kreislauf der Natur. Bitterkeit des Herzens. Gottes Treuebruch. Lähmende Sinnlosigkeit. Tränenverschüttete Hoffnung.
Ostersonntag:
Das Wunder aller Wunder: Gott wurde in Christus Mensch.
Das Wunder aller Wunder: Gott riss Christus aus den Tod.
Das Wunder aller Wunder: Christus nimmt uns mit in das vollendete Leben, hinein.
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Sie gehören zusammen, die vier Tage.
Welcher Tag noch dazu gehört? Pfingsten. Denn ohne Gottes Geist bleiben all die Tage sonderbare historische Auswüchse, ohne Sinn und Verstand. Mit Gottes Geist werden diese Tage, zu den Tagen aller Tage. Neben Weihnachten. Ohne diese Wunder-Tage münden alle Tage in Menschennot und Menschenleid – im ewigen „stirb und werde“ – werde und stirb. Gezuckert mit Momenten des teuer erkämpften Glücks.
(Das Foto zeigt Zweige vor dem Mond.)
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Liebe
Gründonnerstag – letzter Lebenstag Jesu

Woher der Name kommt, ist heute unbekannt. Möglicherweise von der liturgischen Farbe grün (heute weiß), oder aber auch von der Sitte, neu sprießende Kräuter zu essen – Frühlingskraft – durch das am Gründonnerstag eingesetzte Abendmahl ein neuer Mensch zu werden. Das Greindonnerstag / Weinen-Donnerstag, weil es die Bußsitte gab, ist für mich nicht so einleuchtend. Es müsste dann Freuden-Donnerstag oder Lach-Donnerstag heißen, weil die Büßer aufgenommen wurden. Aber man weiß ja nie: Vielleicht war das Weinen eindrücklicher als die Freude. In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag hat auch Jesus im Garten Gethsemane geweint. Er wollte nicht das furchtbare Leiden auf sich nehmen. Aber er rang sich durch, Gottes Willen anzunehmen. Für uns. An unserer Stelle.
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Für Christen ist an diesem Tag wichtig, dass es der letzte Tag war, an dem Jesus lebte, an dem er mit seinen Nachfolgern Gemeinschaft hatte und das Abendmahl einsetzte. Das Abendmahl / die Eucharistie als Zeichen / Symbol der innigsten Verbundenheit mit dem gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus. Ein wunderbares Mysterium christlichen Glaubens.
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Wenn ich gefragt werden würde: Du weißt, dass Du nur noch einen Tag zu leben hast, was würdest du tun?
Jesus verspürte eine innige Verbundenheit mit denen, die ihm folgten – auch wenn diese ihn nicht verstanden haben – hat zu ihnen gesprochen, das Abendmahl geteilt und ihnen als Dienst die Füße gewaschen.
Das würde wohl keinem von uns eingefallen sein. Jesus Christus ist etwas ganz Besonderes.
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Geheimnis seiner Herrlichkeit
versenkt sich ein
in Brot und Wein.
Das höchste Gut
hat Leib und Blut
für unser Heil dem Tod geweiht.
Kommt, lasset uns anbeten.
Geheimnis seiner Gegenwart,
seit jener Nacht
uns übermacht,
da er sich bot
als Wein und Brot
und sich als Gott uns offenbart.
Kommt, lasset uns anbeten.
Geheimnis der Dreifaltigkeit,
das einverleibt
in uns verbleibt
und Leben heißt
und Glut und Geist
und Auferstehung uns verleiht.
Kommt, lasset uns anbeten.
Zeitgenössisch, Stundenbuch
Zitiert nach: https://www.maria-laach.de/te-deum-heute/
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