Ideologien und Propheten und Verantwortung

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Man kann nur gegen Ideologien angehen, wenn man sie erkennt. Wenn sie jedoch unerkannt heranschleichen und auf einmal da sind, dann ist es kaum mehr möglich, ohne großen Mut gegen sie anzugehen. Die Aufgabe der Kirchen ist es, die Ideologien schon zu entlarven, bevor sie alle Menschen am Schlafittchen gepackt haben. Wie aber zu allen Zeiten: Ideologien benötigen Menschen der Kirchen – und verbreiten sich mit ihrer Hilfe. Das ist das Problem seit Alters: Wem kann man glauben?

Die große Frage war schon im alten Israel virulent: Ist Jeremia ein Prophet oder sind es andere, die als Propheten auftreten und das Gegenteil sagen. Die Lösung: Die Geschichte wird es zeigen. Dann mag es, wie bei Jeremia zu sehen ist, zu spät sein für die Fans der falschen Propheten und der Politik, die deren gottlosen Vorstellungen umgesetzt hat. (Jeremia 28  http://www.die-bibel.de/online-bibeln/luther-bibel-1984/bibeltext/bibelstelle/jeremia%2028/bibel/text/lesen/ch/c077a23ba8133526ca65ff4f7071d781/ )

Das gute: Auch Propheten befreien ihre Zeitgenossen nicht davon, verantwortlich aus der Gottesbeziehung heraus die Zeit und Gesellschaft zu beobachten und aus Gottes Geist heraus zu handeln.

Auch Glaubende sind verantwortlich für ihr Handeln. Es gibt keinen Automatismus, der vor Menschen verachtenden Ideologien schützt. http://kath.net/news/49259

Gott segne Euch, dass Ihr in seinem Geist die Gesellschaft wach beobachtet und mutig begleitet.

Weltweite Kirche

Auch wenn ich kein Katholik bin, möchte ich das Video doch weitergeben. Warum? Weil viele Katholiken in unserem Land keine Ahnung haben von der Bedeutung ihrer Kirche. Sie nehmen ihre weltweite und auch nationale Bedeutung nur in der Kritik durch die Medien wahr:

 

Es ist schade, dass manche Menschen in unserem Land den Kirchen den Rücken kehren. Es ist Schade, dass es den Kirchen in unserem Land  im Augenblick nicht gelingt, stärker Menschen für den Glauben zu begeistern. Der Glaube blüht auf in anderen Ländern. Sie werden vom Reichtum des christlichen Glaubens profitieren. Ihnen sei es gegönnt. Dennoch: Schade für unser Land, das weltweit den christlichen Glauben so sehr gefördert hat. Ob es das noch schafft, das Steuerrad herumzureißen, bevor es glaubensmäßig in die Bedeutungslosigkeit versinkt?

Christen haben eine internationale Perspektive. Von daher ist Resignation angesichts von Kirchenaustritten nicht angesagt. Aber es ist einfach traurig für die Menschen unseres Landes, wenn sie den Rettungsring ausschlagen.

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Russland und Ukraine

Auch wenn man die Nato nicht in der Ukraine haben will, ebenso wenig wie die EU, sollte man doch auch von russischer Seite eine Politik ausüben, die Politik genannt wird und nicht als Unrecht in die Geschichtsbücher eingehen wird. Ich weiß immer nicht, was bei uns Propaganda ist – aber wenn man auch versucht zwischen den Zeilen zu lesen, erkennt man in der russischen Politik keine Klugheit, keine Weisheit – keinen zielgerichteten Versuch, die Krise zu entschärfen. Oder gibt es da etwas, das wir nur nicht erfahren?

Wie der Westen nicht ohne Russland agieren kann, so auch Russland nicht ohne den Westen, auch wenn es versucht, Netze unabhängig vom Westen zu spinnen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-geheimdienst-erklaert-hausfrau-zur-landesverraeterin-a-1016081.html

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Ich habe nicht erfahren, woran die letzte Verhandlungsrunde scheiterte. Aber daran, wie es im Vorfeld hieß, dass nicht die Separatistenführer selbst nach Kiew kommen, darf es nicht scheitern. Denn sie wären ja äußerst dämlich, wenn sie nach Kiew kämen, um dort verhaftet zu werden.

Wenn die Nato und die EU signalisieren würden: Wir setzen uns für eine unabhängige, föderale Ukraine ein, dann den Modus aushandeln – die Separatisten aushungern, wenn sie immer noch Krieg führen wollen – ist das kein gangbarer Weg? Auf jeden Fall: Das, was da jetzt geboten wird, ist eines Europa im Jahr 2015 unwürdig.

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Merkel vom Feinsten

Der Islam gehört zu Deutschland – aber der Islam, wie wir ihn wollen: http://www.welt.de/politik/deutschland/article136967884/Islam-gehoert-zu-Deutschland-Islamismus-nicht.html Das ist doch klasse. Wie Merkel das wieder einmal gemacht hat. Ein Schlagwort aufgegriffen, in die Welt gesetzt – und dann einige Zeit später interpretiert – und zwar so, dass vom Eigentlichen nicht mehr viel übrig bleibt. Wir wollen den Islam – nicht Islamismus – aber auch im Grunde nicht Islam – sondern nur den Islam, der unsere Ziele teilt. Gibt es den Islam, der unsere Ziele teilt? Wenn Merkel nicht zum Islam konvertiert ist und dessen Ziele übernommen haben sollte, ist es nun ein wenig schwerer, die gemeinsamen Ziele zu formulieren. Demokratie, Menschenrechte im westlichen Sinn, Koran-Hermeneutik aus der Perspektive der Aufklärung, Meinungsfreiheit, keine Scharia, in welcher Form auch immer, das Individuum geht vor der Allgemeinheit… Ist das dann noch Islam?

Islam ist nicht ein Christentum, in dem man statt Jesus Christus nun Mohammed und statt Gott Allah sagt. Das sollte man vielleicht mehr kommunizieren.

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Islamisten haben Frankreich besiegt – und den Karneval

Es tut mir Leid, mitteilen zu müssen, dass Frankreich von Islamisten beherrscht wird – zumindest wenn es nach dem Inlandsgeheimdienst geht. Nicht erst in den 2020gern, sondern schon jetzt. Es wird davor gewarnt, einen Film zu zeigen, der die Konversion eines christlichen Jungen zum Islam zeigt. Aber davor, einen Film zu zeigen, der die Konversion eines Jungen zum Islam zeigt, wird nicht gewarnt: http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/gefaehrlicher-als-charlie-hebdo-zensur-in-frankreich-90912/ Gewalt siegt doch?

Ein Film, Timbuktu, wurde aus dem Programm genommen, der von der Schreckensherrschaft der Al-Schabab berichtete. Warum wurde er aus dem Programm genommen? Weil er den Terrorismus verherrlichen könnte. Man beachte, wenn ich das richtig verstehe: Darstellung der Gräueltaten von Islamisten = Werbung für Terroristen. Das zeigt, für wie verroht die Politik die Zuschauer bzw. einen bestimmten Teil der Zuschauer hält.

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Herrlich ist dieser Beitrag: Die Ditib begrüßte es, dass ein Wagen aus dem Karnevalsumzug herausgenommen wurde, das zeige, dass man muslimische Werte respektiere. Als gefragt wurde: Welche Werte? – schwieg man: http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/karneval-islamverband-fordert-respekt-90911/

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Dieses unscheinbare Ereignis scheint keiner Rede Wert zu sein – oder doch? http://www.jihadwatch.org/2015/01/muslim-student-hamas-sharia-law-have-taken-over-uc-davis In einer Auseinandersetzung an einer Hochschule in den USA siegte bei einer Abstimmung eine muslimische Studentengruppe. Das wurde dann jubelnd so kommuniziert: Hamas und die Scharia haben die Hochschule übernommen!

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Eine christliche Stadt wird wiederholt von IS oder anderen Islamisten angegriffen: http://www.jihadwatch.org/2015/01/islamic-state-enters-christian-town-in-syria-removes-church-cross

Die zweite japanische Geisel wurde ermordet: http://www.jihadwatch.org/2015/01/islamic-state-beheads-second-japanese-hostage

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Das Böse 2

Licht

Das, was ich gestern zu dem Thema dargestellt habe, findet sich freilich auch schon in der alten Philosophie. Das Böse ist die Abwesenheit des Guten: das böse Materielle ist dem guten Geistigen entgegenzusetzen, weil dem Materiellen das Geistige entzogen wurde. Dunkelheit ist die Abwesenheit von Licht. Wenn die Dunkelheit mit Licht in Berührung kommt, wird es hell. Wenn Materie mit Geist in Berührung kommt, wird sie gut. Wenn das Handeln des Menschen mit Bildung verbunden wird, wird es gut.

Als “böse” kann auch all das bezeichnet werden, was dem Menschen schadet – auch verbunden mit seinem Handeln. handelt der Mensch böse, dann widerfährt ihm Böses. Und das Böse, das ihm widerfährt kann vielfältig sein: Menschen begegnen ihm böse, er wird von Krankheit geplagt. Das ist das alte Weltgesetz, das auch im Neuen Testament formuliert wird: Wer mit dem Schwert tötet, wird vom Schwert getötet werden.

Der Parsismus hat sehr stark das dualistische Denken des Westen geprägt: Es gibt eine gute Macht und es gibt eine gute Macht. Je nachdem stellt sich der Mensch der guten oder bösen Macht zur Verfügung. Beide ringen um die Vorherrschaft in der Welt. Manche Menschen fördern das Gute, manche das Böse. In einem Endkampf wird die böse Macht durch die gute Macht besiegt werden. Die Anhänger der bösen, finsteren Macht kommen in die Finsternis, die Anhänger der guten Macht in das Licht.

Dieser Ansatz wurde vom Judentum und somit auch vom Christentum übernommen, aber: Das Böse ist selten eine wirklich eigenständige Macht. Das Böse als Macht ist immer Gott untergeordnet. Es macht sich selbständig, kann aber nie wirklich als stärker als Gott angesehen werden.

Der reine Dualismus hat es einfacher als dieser gebrochene Dualismus. Denn er kann das, was der Mensch als böse empfindet, aus Gott heraushalten und kann es allein der bösen Macht zuschreiben. Um dieses Problem zu lösen, hat der Glaube erkannt, dass das, was er als böse empfindet, gerechte Strafe Gottes ist oder es ist innerweltlich Folge einer bösen tat des Menschen, mit der der Mensch geprüft wird, gestärkt wird, angespornt wird, sich stärker Gott zuzuwenden und sich der Liebe Gottes anzuvertrauen und aus ihr heraus das Böse zu bekämpfen.

Was wir dann jedoch bei Paulus finden ist, dass der Mensch Böses tut, obwohl er Gutes tun will. Das heißt, der Mensch möchte Gottes Gesetz erfüllen – tut es aber nicht. Es ist quasi eine Macht, die ihn hindert. Es ist die Erfahrung der Gebrochenheit des Menschen. Der Mensch ist nicht immer Herr seiner selbst. Paulus erfährt die Lösung dieser Gebrochenheit des Menschen darin, dass Jesus Christus den Menschen im Glauben zu einem neuen Wesen macht. Dieses neue Wesen wurde dadurch ermöglicht, dass der Mensch von vergangenen Sünden / Gebrochenheiten befreit wurde und nun vom Geist Gottes bestimmt wird. Der von Christus geheilte Mensch handelt im Einklang mit dem Gesetz Gottes – also nicht mehr böse. Und: Wenn dem Menschen etwas Böses geschieht, dann nicht, weil er böse gehandelt hat, sondern weil Menschen Gott angreifen.

(Wir haben hier sozusagen eine Art Vor-Freud: Paulus nennt es nur nicht Es-Ich-ÜberIch. Die Stelle, die bei Freud der verstand einnimmt, nimmt bei Paulus Jesus Christus ein. Denn auch der Verstand des Menschen ist Teil dieser Gebrochenheit und kann den Menschen nicht heilen.)

Und das finden wir schon bei Jesus: Der Nachfolger wird nicht verfolgt, weil er böse handelt, sondern, weil  böse Menschen es nicht ertragen, dass Menschen, die Gott gehören, die Gesellschaft verbessern wollen. Christen haben erfahren, dass sie, wenn sie im Sinne Gottes handeln, verfolgt werden. Und warum wurde zum Beispiel auch Jesus hingerichtet, obgleich er nur Gutes getan hat? Das Johannesevangelium bringt an dieser Stelle das Böse, den Teufel, den Satan ins Blickfeld: Diese widergöttliche Macht ist es, die zu verhindern sucht, dass sich Menschen Jesus Christus anschließen. Diese Macht bringt Menschen dazu, sich gegen Gott aufzulehnen, Böses zu tun, Menschen zu missachten, zu verfolgen, zu ermorden – und hält Menschen davon ab, sich dem Guten voll und ganz hinzugeben.

Hinzu kommt, dass in der Antike der Mensch als einer erfahren wurde, der von Dämonen besessen sein konnte. Wir würden heute von psychischen Krankheiten sprechen, das heißt: Menschen haben sich nicht unter Kontrolle. Sie verhalten sich asozial – und bekämpfen auch sich selbst, sie sind von der Gesellschaft nicht zu bändigen. heute sind sie zu bändigen dadurch, dass sie zum Beispiel Psychopharmaka bekommen, aber damals gab es das bekanntlich noch nicht. Diese Erfahrungen, dass Menschen sich nicht selbst gehören und bestimmen können, die in der Dämonenaustreibung Jesu wieder auf Reihe gebracht wurden, wurde dann weiter auf andere übertragen. Das dürfte nicht schwer gewesen sein, denn wenn Menschen in Verfolgungen erfahren, wie bösartig Menschen sein können, dann kann man schon auf den Gedanken kommen, sie sind nicht mehr sie selbst.

Dieser Gedanke hat dann auch wieder positive Bedeutung. Menschen, die böse sind, können auch wieder gut werden, wenn sie vom Bösen befreit wurden. Das heißt: Menschen werden nicht an ihre Bosheit fixiert, sondern Christen eröffnen alle Menschen die Möglichkeit, sich wieder Gott zuwenden zu können bzw. von Gott geheilt zu werden, damit sie sich ihm zuwenden können. Das Musterexemplar ist Paulus, der vom bösartigen Verfolger zu einem großartigen Gottesdiener wurde.

Dieser gute, vom Christentum geförderte Gedanke wird heute immer stärker wieder beiseite gedrängt: Man darf einen anderen Menschen töten, denn er ist böse. Das ist unchristlich.

http://evangelische-religion.de/das-boese.html

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Herrscher, Ketzer, Minnesänger

„Herrscher, Ketzer, Minnesänger. Die Menschen im Mittelalter“ – so heißt das neue Heft Der Spiegel. Geschichte. Sehr gut finde ich natürlich (vgl. http://evangelische-religion.de/d-dunklesmittelalter-1.html ), dass man Wert darauf legt, das Mittelalter nicht als finster darzustellen, sondern als eine Zeit, die uns heute nah und fremd gleichzeitig ist, die wissenschaftlich und künstlerisch äußerst innovativ war. In diesem Heft gibt es viel zu finden – auch Überraschendes. Vielleicht werde ich in nächster Zeit häufiger darauf zurückgreifen. http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/index-2015-1.html

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