Der Beitrag läuft darauf hinaus, dass zurzeit Rechte die Bezeichnung und das, was der Ausdruck ausspricht, von dem Linken Gramsci übernommen hätten. Zudem wird darauf hingewiesen, dass das in einer Demokratie keinen Platz habe, weil es auch gegen die da oben gehe.
Was ich mich frage:
In jeder Gesellschaft findet ein ständiger Kampf um Werte, um Kultur, um Oberhoheit über Meinungen usw. usw. statt. Das ist keine Frage von rechts und von links, keine des Osten und des Westen, keine von oben und unten – alle sind in diesem Kampf involviert, jeder, der seine Meinung sagt. Und diejenigen, die die Macht haben, sowohl politisch als auch medial, die versuchen natürlich ihre Meinung anderen überzustülpen. Dafür gab es ja jetzt sogar den Nobelpreis (Nudging).
Es ist zurzeit nur ein Problem für linke Strömungen, weil andere Weltanschauungen und Gesellschaftsmodelle stärker werden. Und auf einmal entdecken sie das, was sie selbst schon immer gemacht haben – auch gezielt gemacht haben, denn Linke sind ja nicht blöd – auch bei anderen Gruppierungen und empfinden das als Gefahr.
Diese Diskussion ist spannend. Weil sie eben Hintergründe in unserer Gesellschaft aufdeckt, die nicht allein Ost-West usw. betreffen. Es geht ja auch um die Diskussion der Globalisierungsverlierer und -gewinner, Liberalen und Konservativen, Trumps und Clintons usw. wie auch immer sie sich alle sehen, die in dieser Diskussion stehen.
Macron und seine neuen Gesetze. Auf HR-Info kritisierte eine Journalistin, Macron, weil er Sicherheit vor Freiheit stellt: Freiheitsrechte werden eingeschränkt, um Sicherheit zu erlangen. Er hätte doch anderes tun sollen: Ausländer sollen in Frankreich nicht diskriminiert werden, gegen die Ghettobildung usw. – in dem Sinn: das würde Sicherheit und Freiheit gleichermaßen ermöglichen. Sie hat recht. Ein Paket ist die Lösung. Aber bis das Paket zu wirken beginnt, muss härter durchgegriffen werden. Und das sehen alle verantwortlich denkenden Politiker. Vielleicht erst durch Le Pen dazu gedrängt, weiß ich nicht. Vielleicht haben auch die Terroristen manchen die Augen geöffnet. Ob sie es auch bei uns sehen, weiß ich noch nicht, wird sich nach den Verhandlungen mit den Grünen zeigen.
Was ich mich noch frage: Niederlande, Belgien, Dänemark, Schweden – all die kleineren Länder haben Schwierigkeiten mit einem Teil, der muslimischen Community. Hatte man aus deren Sicht die Hoffnung, diese kleinen Staaten schneller übernehmen zu können? Manche Parteien und Bürger sind aufgewacht. Vielleicht gelingt es dann doch nicht so schnell, diese Staaten zu usurpieren. Bei Frankreich und Großbritannien ist es anders: Da sind es die alten kolonialen Traditionen, die stärker eine Rolle spielen und zu einer unkontrollierten Zuwanderung geführt haben.
Wenn man nach Luxemburg fragt, dann bekommt man die Antwort: Fragen nach Religionszugehörigkeit dürfen nicht gestellt werden. Das ist echt prima. dann kann die Politik auch keine Vorsorge treffen.
Darüber hinaus kritisierte Gabriel, die SPD habe mit ihrer Kampagne wichtige Probleme der Wähler nicht angesprochen: „Ihre Fragen nach Sicherheit, der Bewältigung der Digitalisierung und auch die Zerrissenheit vieler Menschen in der Flüchtlingsfrage sind von uns nicht mit einem optimistischen Zukunftsentwurf beantwortet worden“, sagte Gabriel. Dazu gehörte aus seiner Sicht auch, Sorgen der Menschen vor Zuwanderung nicht offen angesprochen zu haben. Statt das jetzt nachzuholen, würden „irgendwelche Nebensächlichkeiten des Wahlkampfes diskutiert“, so Gabriel weiter. Als Ursache dafür nennt er „panische Angst“ vor der AfD.
Warum sagen manche Politiker erst nach ihrer „Entmachtung“ die richtigen Dinge? Oder hat er in der SPD noch Chancen, nachdem man ihn kritisierte, weil er Schulz zu spät nominiert hatte? Auch das hat er zu recht von sich gewiesen. Hat er in einer in Richtung Die Linke rutschenden SPD noch Chancen?
Mit Propaganda statt Info habe ich die Überschrift ein wenig verändert. Sie lautet richtig: „Propaganda statt seriöser Forschung“ – und lautet so, weil es gegen Medien geht. http://faktenfinder.tagesschau.de/ausland/schweiz-desinformation-101.html Nun muss man mein Kriterium natürlich auch hier anwenden: Eine Studie sollte nur dann veröffentlicht werden, wenn sie von unabhängigen Forschern überprüft wurde. Manches scheint tatsächlich äußerst kurios zu sein.
Einer der Kritiker meinte:
Vinzenz Wyss, Journalismus-Professor in Zürich und Winterthur, hält es für legitim und wichtig, die Berichterstattung westlicher Medien über geopolitische Konflikte auf bestimmte Narrative zu untersuchen.
Und:
Außerdem müsse gar nicht jeder einzelne Beitrag einer Berichterstattung ausgewogen und neutral sein, so Wyss: „Auch die Journalismuskultur bewegt sich nicht in einem wertfreien Raum, in dem es keine Maßstäbe gäbe. Journalismus soll auch Spielraum für wertorientierte Interpretationen zulassen und ist insgesamt, also über den einzelnen Beitrag hinaus, der Wahrhaftigkeit und Vielfalt verpflichtet.“
Das stimmt alles. Und deswegen gibt es ja den Vorwurf der Propaganda, weil Journalisten eben auch Teil des Wertesystems sind, den sie angenommen haben, um eben journalistisch tätig sein zu können. Das gilt zumindest für die Journalisten, die mit einem großen Teil der Zeitgenossen eher die Tendenz haben, sich anzupassen. Dagegen ist ja nichts einzuwenden. Warum sollten Journalisten anders sein als die meisten Menschen.
Und gerade hier wird es dann ja spannend: Wenn sich ein gewisser Wertewandel in einer Gesellschaft abzeichnet (zurzeit einer von linken Werten hin zu den konservativen Werten), dann stehen gerade die angepassten Journalisten bzw. diejenigen, die auch ganz fest hinter den veraltenden Werten stehen, in der Kritik. Denn sie werden als Teil des veraltenden Systems gesehen – eben als Teil der Propaganda des alten Systems. Hier findet ein Prozess statt, der in Gesellschaften ständig stattfindet. Hin und her pendeln die Weltanschauungen. Mal werden diese stärker, mal werden jene stärker. Mal diffamieren diese jene, dann jene diese. Usw. usw. usw. Und mit den jeweiligen Standpunkten sind eben auch Pfründe zu verteidigen bzw. man hofft neue zu gewinnen. Geschichte bedeutet nie Stillstand. Das bedeutet aber auch, dass sie nicht unblutig ist.
Von daher: Alles normal. Man muss nur aufpassen, dass solche Bewegungen wie Nationalsozialismus und Kommunismus oder andere -ismen letztlich nicht siegen. Denn das geht immer auf Kosten der Menschen. Übrigens, was manche vergessen: Nationalsozialismus war sehr beliebt, weil man als ein solcher als modern galt, man hat alle christlichen Traditionen über Bord geworfen und geht ab in die Moderne. Was war man so forsch, in die Moderne zu marschieren! Kommunismus – ebenso: beliebt, weil man das Alte überwinden wollte und die modernen Phantasie-Gebäude zu errichten.
Mit dem Argument, etwas ist modern, haben schon manche den Menschen den Kopf verdreht und das Hirn benebelt.
Ich weiß zwar nicht, was er da singt, aber zumindest das passt: c´est la vie (Korrektur – sorry, dass ich es nur nach dem Laut geschrieben hatte)
So von außen kann man gut sagen: Aber doch nicht so heftig, du spanische Regierung, du!
Ich wüsste ja mal gerne wie die Deutschen reagieren würden, wenn die Bayern mehrheitlich die Bayernpartei wählen würden: Wir gehen raus aus dem Land. 32% der Bayern sollen das angeblich befürworten. Manche Bundesbürger würden natürlich albern wie sie sind sagen: Gut, sollen sie doch gehen. Aber am meisten würden Bremen und Berlin, die am Tropf Bayerns hängen, etwas dagegen haben und zeter und mordio brüllen.
Scherz beiseite: Unsere Regierung würde sicher nicht sagen: lasst sie gehen. Sie würde vielleicht samt den MainstreamMedien etwas diplomatischer, nudginghaft vorgehen. Doch wenn das nichts helfen würde, würde sie vermutlich auch die Anführer der Bayernpartei aus dem Verkehr ziehen.
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Wenn die Grünen das Landwirtschaftsministerium bekämen – wäre das genauso, als wenn sie das Innenministerium bekämen. Das wäre freilich gut für die CDU, weil sie sich dann nach dem Zerbrechen einer möglichen Jamaika-Koalition die Hände in Unschuld waschen könnten und dann vielleicht doch noch ein paar Prozent mehr als die AfD bekommen würde. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jamaika-sondierungen-bauernkrieg-ums-agrarministerium-a-1175921.html
Wir hatten schon einen angegrünten Innenminister, der dann, bevor er Innenminister wurde, dann doch lieber zur SPD gegangen ist: Schily. Wir hatten ja auch schon mal eine Grüne Landwirtschaftsministerin: Künast (Trittin). Ach so, nein, sie war Verbraucherministerin. Oder doch Landwirtschaftsministerin?
Aber das Risiko für die CDU ist groß, mit den Grünen in den Strudel hinabgezogen zu werden. Wenn: Wenn die Grünen einen Hardliner an die Stelle setzen.
Das sieht man nicht nur an dem Hamburger Fall (einer vom RCDS [Gesser] wurde angegriffen), sondern auch an dem Frankfurter Fall (Wendt wurde aus Sicherheitsgründen ausgeladen). Wenn das einmal einreißt, werden wir häufiger davon hören. Mit Drohungen – und agitierende Schlägertrupps kann es überall geben.
Extremisten jeglicher Couleur darf kein Raum gegeben werden. Erfolge machen sie süchtig nach noch mehr Erfolgen.
Die Reaktionen darauf sind kurios. Es geht im Grunde nicht mehr um die Tat. Es geht darum, dass er diese mögliche Tat mit seiner Homosexualität verbunden hat. Das ruft massive Kritiken auf den Plan. Warum? Weil dadurch ein schlechtes Licht auf Homosexuelle gerichtet wird.
Ich frage mich: Denken die Kritiker, dass Homosexuelle andere Menschen sind als Heterosexuelle?
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Auch der „islamische Starintellektuelle“ wie es hier heißt: https://www.nzz.ch/schweiz/schwere-vorwuerfe-gegen-einen-islamischen-starintellektuellen-ld.1325210wird beschuldigt, Frauen missbraucht zu haben. Es geht um Tariq Ramadan. (Ich habe häufiger von T.R. geschrieben. Aber die Seiten, die ich als BelegLink gebracht habe, sind nicht mehr abrufbar. Darum weise ich nur auf diesen Beitrag hin:
Between these two extremes, there is a way, I believe, to change the terms of the debate: if, for Muslims, it is a matter of rejecting the insidious process of the relativization of their universal values, it is also incumbent on them to explain clearly in what sense, and how, those values respect diversity and relativity. If the Way to faithfulness, the Sharia, is the corpus of reference in which Islamic universality is written down, it is urgent and imperative to say how it is structured and how it expresses the absolute, and rationality, and the relation to time, progress, the Other, and, more broadly, difference.
Ich fand in meiner Jugend auch immer interessant, mit was für Orden die Kommunisten immer geschmückt wurden. Steht die oben genannte Preisverleihung in dieser kommunistischen Tradition?