
Spuren Gottes werden ersetzt
Dass der Mensch auch fleißig dabei ist, sämtliche Spuren Gottes zu verwischen und durch seine eigenen Spuren zu ersetzen, das sehen wir auch. Wer in der Stadt aufwächst, sieht nicht mehr Spuren Gottes – er sieht Häuser, Straßen…– alles von Menschen gemacht. Er sieht Obst und Gemüse – von Menschen in Gewächshäusern und mit raffinierten Düngemethoden und künstlichem Licht hergestellt. Er sieht nur noch seinen Bildschirm, vor dem er sitzt – und kommuniziert mit aller Welt – mit Gott natürlich nicht, denn der schreibt keine Mails und ist nicht auf Facebook, Instagram und co. direkt zu finden (nur eben seine menschlichen Spuren). Wälder werden nach menschlichem Wunsch gestaltet, wild oder zivilisiert, Tiere werden gestaltet, je nach Vorgaben des Marktes, Wirtschaft prägt alles… Gottes Spur? Der Mensch nimmt alles in den Griff, selbst viele Krankheiten. Er kann Spuren Gottes, die manche zu erkennen meinen mit Hilfe der Hirnforschung und der Psychologie uminterpretieren. Viele Tiere hinterlassen ihre Duftspuren – der Mensch ist darin das größte Wesen. Aber zu seinem Leidwesen kann er all das nur, weil er Vorhandenes auswertet. Er kann nichts aus Nichts machen. Aber er kann alles Vorhandene aus Gottes Hand nehmen, und mit seiner Duftmarke versehen. Und das macht manche Menschen leichtsinnig und über die Maßen stolz. Und doch: Der Mensch ist angewiesen auf das, was er nicht gemacht hat, zum Beispiel: Wasser, Luft – und sein Leben selbst. Viele beginnen dann tiefer darüber nachzudenken, wenn sie an ihre Grenzen stoßen, wenn sie in Lebenskrisen stürzen.
(aus: https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/gott/spuren-gottes/)
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