Maler 72: Petrus van Schendel

Gestern hatte ich die Nachtbilder von Grimshaw.

Diese Gemälde von Petrus van Schendel (1806-1870) werden von Kerzen bestimmt. Auf den Märkten wurden Kerzen verwendet. Brannten die damals besser als heute – bei Wind? Eher sieht es nach ruhiger Wetterlage aus. Kleine Kerzen – kleine Lichtquellen – zeigen Leben, Farben, Wärme, Gemeinschaft. Familien versammeln sich um eine Kerze, einen Kienspan. Wie anders sind doch die Bilder von Grimshaw. Der Mond ist eher kühler, strahlt weißes Licht aus, während die Kerzen ihre kleine Umwelt gemütlich erscheinen lassen. Sie dürften aber gehörig gerußt haben in der damaligen Zeit. Es sind da nicht unbedingt die Gesichter, die Gewändern, die erhellt werden – es wird das erhellt, was um sie herum ist, also eben auch die Ware. Gestern wunderte ich mich angesichts der Bilder von Grimshaw, dass die Frauen Nachts Körbe trugen. Hier erfährt man, warum: Sie gehen auch nachts einkaufen.

Auf einem Bild ist zu sehen, wie ein Junge mit einer Kerze einem Zimmermann bei der Arbeit leuchtet. Handelt es sich um Jesus und Joseph? Jesus das Licht? Licht in der Dunkelheit ist tröstlich – und lässt seine Aufgaben vollbringen. Spannend finde ich das Bild, das Jesus Christus beim EmmausMahl zeigt. In diesem Bild gibt es einen Kerzenkranz unter der Decke der Wohnung, aber das hellleuchtende, warme Licht ist der „Heiligenschein“ Jesu. Pures Feuer: https://www.wikiart.org/en/petrus-van-schendel/the-supper-at-emmaus

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