
Über Jesus wird gesagt:
Er wusste, was im Menschen vorgeht, er wusste, was die Menschen dachten, bevor sie es aussprachen. (Zum Beispiel: Markus 2,1-12; 3,1-6; Matthäus 12,25-33; Lukas 7,36-50; 22,32ff.; Johannes 1,47-51; 2,23-25; 4,16-32; 6,64ff; 13,1-11.)
So sehr das auch bewundert wurde, es ist manchen Menschen suspekt, und sie wollen mit einem solchen nichts zu tun haben.
Das wird in den Evangelien nicht begründet – aber können wir uns vorstellen, warum Bewunderung und Ablehnung mit einem solchen Menschen verbunden sind?
Möchtest ich verstanden werden bis in die tiefsten Tiefen meiner Seele hinein?
Wie würde ich mich aber fühlen, wenn jemand meine intimsten Gedanken lesen könnte?
Macht es einen Unterschied, ob es Jesus ist, der Dich durchschaut oder irgendein Mensch? Warum / warum nicht?
Wenn Menschen mich durchschauen, besteht die Gefahr, dass sie das Wissen ausnutzen, um mich zu manipulieren, mich zu bewerten, Macht über mich zu bekommen, Folge kann Scham sein. Wer durchschaut wird, hat Angst, sein Gesicht zu verlieren.
Jesus durchschaut nicht, um mich auszunutzen oder um mich bloßzustellen, sondern: um mich zu heilen, mir zu vergeben, mich zu befreien. Wenn Jesus den Menschen durchschaut, wahrt er mein Gesicht, erhellt mein Gesicht. Das Erkennen meiner Schuld, meiner Fehler ist ein Erkennen aus Liebe. Und so muss ich vor Gott nicht eine Maske aufsetzen. Ich kann ich sein. Das Durchschauen des Menschen durch Jesus Christus ist das Durchschauen Gottes.
Und dieses Durchschauen Jesu hat nicht nur zur Folge, dass sich Menschen ihm zuwenden, das hat auch zur Folge, dass die Aggressionen der Menschen gegen ihn erkennbar werden – auch durch angstvolle Verunsicherung.
Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutzerklaerung/ Und: https://evangelische-religion.de/ReligionNeu/verhalten-ethik/singers-praeferenzutilitarismus/
