Maler: Nils Kreuger

Ganz anders geht Nils Kreuger (1858-1930) mit dem Licht um als bisher vorgestellte Maler https://blog.wolfgangfenske.de/2026/05/17/malerinnen-und-maler/. Er bricht in vielen Bildern das strahlende, flirrende Licht des französischen Impressionismus durch schwarze Punkte, sowohl den Himmel als auch Landschaften. Anders gesagt: Kreuger hatte das französische Lichtmalen kennengelernt und hatte aus Paris internationale Malstile nach Schweden mitgebracht. Er hat dann aber doch einen eigenen skandinavischen, nordischen Malstil erarbeitet, der die Landschaft Schwedens, die eben nicht so strahlend ist, wie die des französischen Südens, ernster und kühler wiedergibt. Die Pinselstruktur, die Striche und Wellen darstellen, machen Sturm, Wind und Regen sichtbar. Zum Beispiel malt er Pferde, die dem Sturm entgegenlaufen. Tiere sind den Kräften der Natur, dem Regen, dem Wind, dem Wechsel von Tag und Abend schutzlos ausgesetzt – trotzen aber den Kräften der Natur. Diese Andeutungen zeigen, dass er hauptsächlich Landschaftsbilder gemalt hat. Nicht nur Pferde, sondern auch Kühe, landwirtschaftlich arbeitende Bevölkerung, Landschaftsbilder mit Meer aber kargem, steinernen Küstenstreifen. Herbst und Schnee – eben die Landschaft Skandinaviens waren für ihn Wert gemalt zu werden, mit aller Schwere, dem Herbst, dem Winter. Auch manche hellere Bilder hinterlassen den Eindruck, dass es weniger die Sonne ist, die durchbricht, sondern Dunst, Nebel.

Deutlich wird an ihm, wie an manchen seiner Kunst-Zeitgenossen, dass versucht wird, der skandinavischen, nordischen Kultur einen eigenen Stellenwert zu verleihen. Nicht die südländische Lichtharmonie spielt eine Rolle, wie bei französischen Malern, sondern das herbe, dem Wetter ausgesetzte Leben. Ich fühle – weiß also nicht, ob das zu weit hergeholt ist – eine gewisse Nähe zu Griegs Vertonung von Peer Gynt. Grieg komponiert – Kreuger malt. Die Natur wird als eigenständige gewaltige Macht begriffen, der Mensch und Tier zwar ausgesetzt sind, der aber mit Stärke getrotzt werden kann.