Der Goldmaler:
Im Vergleich zu Rembrandt, Caravaggio malt Pissarro (1830-1903) alles in einem goldenen Licht. Geboren wurde er auf der Karibikinsel St. Thomas. Was auch seine Lichtwahrnehmung beeinflusst haben kann. Nicht Religiöses ist heilig, die Arbeit ist es, das Ländliche. Alles flimmert: Mensch, Natur, Gegenstände. Sie sind schön. Es ist vielfach irgendwie „schräges“ Licht. Kurz vor dem Wolfslicht, dem Sonnenuntergang. Es sieht aus wie ein Filter, der das Gemalte ins Irreale taucht. Wirklichkeit – die keine ist? Wirklichkeit soll geehrt werden – aber gebrochen? Wirklichkeit, die aus Licht-Punkten besteht. Eine Wirklichkeit, die nur aus Lichtenergie besteht? Eine ländliche im Licht gebrochene, instabile Wirklichkeit als Kontrast zur harten, realen, verletzenden Welt des Kapitalismus. Aber diese instabile Wirklichkeit wird gegenüber der gesellschaftlichen harten Wirklichkeit bevorzugt, wirkt stabil. Pissarro ist der gesellschaftspolitische Anarchist unter den Malern, indem er der aufgekommenen industriellen Welt, den städtischen Hierarchien die Welt der harten landwirtschaftlichen Tradition in ein goldenes Licht taucht. Mensch und Tier arbeiten zusammen (Pferdewagen). Aber er malte nicht nur Landwirtschaft – sondern auch städtisches Leben – und das ist spannend: in Serien. Soweit ich sehe – aber dunkler, mit einer anderen Intention als die genannten LandwirtschaftsBilder. (Auch hier wieder beachten: Ich bin kein Pissarro-Kenner. Was mir auch immer wieder auffällt: Es wäre schön, all die hier vorgestellten Bilder im Original sehen zu können. Da könnte dann der eine oder andere Gedanke kommen.)
Umfassender:
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