Askese und Body-Culture

Der Mensch – das sonderbare Wesen. Ein paar Aspekte:

Die alten Mönche, seien es asiatische oder christliche, haben Askese geübt, sie wollten den Geist über den Körper siegen lassen. Der Geist war gut, der Körper schlecht. Und ich mache den Körper noch kaputter, hässlicher, allen anderen Menschen zum Trotz, die auf das Schöne (je nach Zeit und Kultur) achten. (An dem, wie Menschen sich „hässlich“ machen, kann man wohl auch erkennen, was in der jeweiligen Zeit und Kultur als „schön“ angesehen wird. Spannend ist nur, wenn das, was als „Hässlichmachen“ auf einmal Mode wird, also von vielen als „Schön“ angesehen wird. Der Trotz gegen das Schöne, Allgemeine nicht mehr als Widerstand wirkt, sondern als Mitläufertum?)

Der Idealismus betonte ebenfalls den Geist. Der Geist bestimmt, was Welt und Realität ist.

Der Mensch versucht sich durch Körperfitness oder durch Schminken zu verändern – ganz im Sinne des Biologismus, um für das andere Geschlecht anregend zu sein, damit die besten Gene weitergegeben werden.

Der Mensch versucht, sich von Sexualität zu lösen, um Interessen zu folgen. So haben schon in der Frühzeit Männer und Frauen im christlichen Glauben nicht geheiratet. Sie waren ganz für den Glauben da.

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Heute: Biologie wird durch den Geist umgedeutet. Was an sich ja nicht schlecht ist.

Ich mache mich nicht fit, ich schminke mich nicht, um einen besseren andersgeschlechtlichen Sexualpartner zu finden, sondern um für mich selbst fit und schön zu sein. Also ein zart-narzisstischer Einschlag. Motto: ich will nur mir selbst gefallen!

Wie sieht es heute in manchen Richtungen des Denkens aus? Der Geist bestimmt – wer ich bin. Ich bestimme, ob ich Mann, Frau oder divers bin.

Ich befreie mich vom Körper – auch in dem Sinn, den eine TikTokerin betonte: Meine Brüste sind keine Sexualobjekte. Du machst sie nur dazu. Sie sind Fettgewebe. Mehr nicht. Dass sie dazu da sind, Kinder zu ernähren wird heute auch nicht gerne betont, weil Kinder bekommen in manchen Kreisen und dann noch stillen den rechtsradikalen Tradwifes zugewiesen wird. Denn der Körper gehört mir.

Ich brauche keinen Mann / keine Frau – ich brauche keine Fortpflanzung, ich bin ich, mir selbst Genüge – oder suche Gleichgeschlechtliche bzw. Interessenpartnerschaften.

Im Gegensatz dazu, kam wohl noch keiner auf die Idee: Ich bestimme, ob ich Weißer, Schwarzer, Inder, Chinese, Japaner bin. Wehe, das macht jemand – das wird dann als kulturelle Aneignung interpretiert. Eher, dass man versucht, seinen Körper zu verändern, um als ein solcher zu erscheinen – je nach Zeit versuchen manche heller zu werden, manche versuchen sich durch „kulturelle Aneignung“ anderen stärker anzupassen. Aber wenn ich mich als biologischer Mann als Frau ansehe – ist das nicht auch eine Art bio-kultureller Aneignung?

Japanischer Maler – japanisches Werkstatts“gespräch“