Jürgen Habermas
Jürgen Habermas ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Von diesem Philosophen habe ich so manches positiv wahrnehmen können und gelernt. Zu seinem 80. Geburtstag schrieb ich im Blog (https://blog.wolfgangfenske.de/2009/06/18/habermas/ die Links habe ich entfernt, weil sie nicht mehr aktuell sind):
Jürgen Habermas, der große Philosoph, wird heute 80 Jahre alt. Gestern Abend war ich anlässlich der Eröffnung seiner Werkschau in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt: „Die Lava des Gedankens im Fluss…“. Es waren sehr viele Menschen anwesend, die den recht guten Reden lauschten. Wer von Habermas nicht so viel weiß: lese einführend Wikipedia.
Nur eine Anmerkung: Wir Menschen können nur wenig beweisen – und haben viel Meinungen. Wie gehen wir damit um? Wir können einander beschimpfen, ablehnen, ausgrenzen, beschweigen, anschweigen, körperlich aggressiv werden… – doch letztlich bleibt und nur eines übrig: argumentieren, argumentieren, argumentieren. Aber dazu gehören viele Voraussetzungen, unter anderem: Man nimmt den anderen ernst, man weiß selbst über das, was man sagen will, Bescheid (man hat seinen Standpunkt reflektiert – was ja auch nicht selbstverständlich ist), man hört dem anderen zu, man achtet darauf, dass man auch zu Wort kommt, man ist bereit, vom anderen zu lernen und versucht diese Bereitschaft auch im anderen zu erkennen… usw. Dazu gibt es natürlich mehr zu sagen, als diese paar Sätze – aber ums Argumentieren geht es …
Nachtrag 22.03. (ein Beitrag vom 21.03. hierherkopiert):
Dazu: https://www.youtube.com/watch?v=l5vCl8_WC-k
Über Habermas: Von der Bewusstseinsveränderung anderer durch Linke hin zur Kommunikation. Aber eben: Er hat linke Ideen organisiert, dadurch mächtig gemacht, so Bolz – spannend finde ich das, was ich an Habermas immer kritisierte, dass Menschen guten Willens sich hinsetzen müssen, und zu einem Konsens kommen sollten. Wer sind die Menschen guten Willens – und wer bestimmt das, war immer mein Problem. Ich hatte nicht durchschaut, dass es darum ging, Linke als Menschen guten Willens anzusehen, die dann natürlich idealerweise zu einem Konsens kommen können (lustig ist natürlich, dass das ein Idealbild ist, wenn man an die unterschiedlichsten Linken Gruppierungen denkt, die einander befehden – lustig mit Blick auf den traurigen Fall von Stalin und Trotzky). Dieser Schwerpunkt wird daran sichtbar, dass Habermas den differenzierten wissenschaftlichen Blick nicht mitging, wenn es darum geht, die Vergangenheit differenzierter in den Blick zu bekommen, anstatt aus linker Sicht alles zu beurteilen. Es ging auch Habermas um die Diskurshoheit der Linken über alle, die eben nicht links waren. Das ist laut Bolz an dem Historikerstreit erkennbar. Spannend auch das zum „Kommunikativen Handeln“ Gesagte. Sprache handelt – Sprache verletzt irgendjemanden (Thema Woke). Über die Sprache wird also Macht ausgeübt (- aber eben nicht nur die Verletzenden tun das, sondern eben auch die, die sich verletzt fühlen und damit dann, weil sie es zur Sprache werden lassen, verletzen. Aber das ist dann das gute Verletzen, weil es die Welt zum Woken Weltbild verändern will?).
Eine Anmerkung: Habermas ging es ja auch um Ethik – Diskursethik, um gesellschaftlichen Konsens. Den wollte er aus linker Perspektive erreichen. Heute merken Linke, dass dieser durch Machtpolitik herbeigeführte Versuch eines linken Konsenses nicht mehr funktioniert. Darum sind sie so sauer – und zwar auf allen Ebenen. Die ganzen politischen (N)GOs, die von den links-grünen Politikern finanziell unterstützt wurden, sollten mit Hilfe der Steuergelder die Menschen erziehen im Sinne linker Weltanschauung. Und das klappt nicht, weil die gesellschaftlichen Strömungen vielfältiger sind. Darum werden sie wepsig, weil sie merken, in der Gesellschaft gibt es Strömungen, die sich nicht durch Drohungen unterwerfen lassen. Die Sehnsucht nach einen gesellschaftlichen Gleichschritts unter linker Prämisse wird durchkreuzt von anderen Weltanschauungen und natürlich von der Religion. Habermas und Papst Benedikt XVI. diskutierten 2004 ja miteinander, und da traten eben schon die unterschiedlichen Sichtweisen deutlich heraus. Dennoch musste sich Habermas einiges an Kritik von linken und antichristlichen Seiten gefallen lassen.
Künstler und Politik
Ich bin schon der Meinung, dass Künstler sich politisch äußern können, wenn sie das Bedürfnis haben. Sie sind ja normale Bürger. Eben, normale Bürger. Von daher: zu erwarten, dass ihr Wort mehr Gewicht hat als andere normaler Bürger, dass sollten alle sich abschminken. Sie sind natürlich Multiplikatoren wie Journalisten und andere bekannte Menschen, die sich öffentlich äußern. Sie haben vielleicht den ein oder anderen fan, der nicht mehr frei denken kann und tut, was sie sagen. Aber letztlich ist es dann unangebracht, wenn Künstler davon ausgehen, dass ihr Wort mehr Gewicht habe als das anderer normaler Menschen. Wenn sie aber übergriffig werden, den politischen Diskurs verhindern wollen durch Erpressung (dann ziehe ich aus dem Land weg) oder Drohungen aussprechen bzw. den Verbot einer Partei fordern, fordern, dass politische Gegner keine öffentliche Bühne haben dürfen, dann kann man ihnen nur sagen: Demokratisches Verhalten sieht anders aus.
Ansichtssache – zu dem Thema: https://nius.de/ausland/news/kiss-legende-gene-simmons-teilt-gegen-woke-kuenstler-aus-macht-eure-kunst-und-haltet-das-maul
Schlangen am Busen
Wir züchten in unserer freien Welt die Gift-Schlangen an unserem Busen: https://apollo-news.net/hunderte-antisemiten-jubeln-mitten-in-new-york-ueber-chamenei-und-die-hamas/ und: https://apollo-news.net/globalisierung-der-intifada-eine-welle-antisemitischen-terrors-berzieht-den-westen/
Politische Tricksereien
Politik sollte möglichst sauber sein und für ihr aktivistisches Engagement sich nicht auf Studien berufen, die fragwürdig sind. Aber es geht denen ja doch nur um ideologischen Aktivismus. Von daher kommt alles recht, was diesen unterstützt. Ob es nun der Realität entspricht, ob etwas differenzierter zu sehen ist – das ist alles nicht Sache von Ideologen. Sie brauchen ihr Schwarz-Weiß-Denken, sie brauchen ihr Narrativ und Feindbild. Spannend ist nur die Frage: Warum machen die das? Was wollen sie in der Gesellschaft wirklich bewirken?
Ansichtssache – zu dem Thema: https://apollo-news.net/tag-gegen-islamfeindlichkeit-in-berlin-wie-undurchsichtige-muslimische-netzwerke-eine-bedrohung-konstruieren/
Über ApolloNews und andere Themen
Larissa Fußer: https://apollo-news.net/die-marionetten-verschwoerung-der-gruenen-angriff-auf-apollo-news/
