Wort zum Tag + Freiheit ist: Staat + Wir und die + Mal wieder: Gendersprache und Ungleichheit / Welt-Debatte + Documenta: Kunst / indonesischer Lumbung-Rap-Tanz + Gastronomie-Personalmangel + Maßstab der Gegenwart + Berliner Schwimmbad-Zustände + Energie: Gas + Akzeptanz politischer Maßnahmen

Wort zum Tag

Motto für unsere Moderne:
Freiheit ist, freiwillig zu tun, was der Staat fordert.
Und wer es nicht freiwillig tut,
muss mit der geballten Macht der Politik und der Medien rechnen.

Freiheit ist: Staat

Freiheit ist, freiwillig zu tun, was der Staat fordert. Zu dem Thema Corona im Winter, für das schon Zwangsmaßnahmen geplant werden: https://www.nzz.ch/meinung/der-andere-blick/corona-im-naechsten-winter-darf-nicht-die-unfreiheit-zurueckkehren-ld.1689872

Ein wichtiges Instrumentarium sollte wieder geschärft werden: Schuld sind die Impfgegner! Inzwischen weiß man viel, viel mehr – zumindest darf man inzwischen viel, viel mehr wissen, ohne als Querdenker beschimpft zu werden – aber dieses emotionalisierende Element war sehr wirkungsvoll, um die Bevölkerung zu spalten und unter Druck zu setzen; es dürfte also bald wieder aus der Mottenkiste hervorgekramt werden. Gelernt hat zumindest dieser noch nicht: https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/karl-lauterbach-verdi-pflegekraefte-impfung/ Ein bisschen schon: https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/lauterbach-gesteht-ein-es-gibt-sehr-schwere-nebenwirkungen/

(Gab es eigentlich mal Zeiten, in denen Menschen, die nicht mit der politisch-medialen Masse dachten, sondern eigenständig blieben, positiv erwähnt wurden? Kann mich nur noch dunkel erinnern. Immer schieben sich die bösen Querdenker davor.)

Wir und die

Manche dürfen nicht Wir sagen – und die. Das ist böse, ist nicht gut. Manche dürfen es sagen, weil sie zu den Guten gehören. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie bestimmte Gruppen versuchen, die Sprache zu beherrschen, damit in die Herzen und Hirne einzudringen. Hier wird das Wir und die eingeordnet. https://www.dushanwegner.com/kartoffeln-wir-und-die/

„Wir“ müssen aber immer wieder Brücken bauen zu den „die“. Es muss zu einem „gemeinsam“ kommen, will eine Gesellschaft bestehen. Wie neulich schon auf Jesus verwiesen, der in einem anderen Kontext aber treffend ausgesagt hat: Wenn ein Reich in sich uneins ist, wird es nicht bestehen.

Mal wieder: Gendersprache und Ungleichheit

Mal wieder zum Wichtigsten in der Welt, womit sich zig Leute in unserer Gesellschaft – mehr oder weniger vom Steuerzahler finanziert – beschäftigen und sich gegenseitig in Neuerungen zu übertrumpfen suchen: die Gendersprache. Hier eine Kritik. Ich denke, wir sollten sie einsetzen, wo sie Sinn macht – aber sämtliche Kuriositäten unterlassen, da sie die Akzeptanz noch weiter dezimieren. Aber es gibt wohl viele Menschen, die auf diesem Gebiet Expert:innen sind und sich somit profilieren und ihrem Leben mit Blick auf Gesinnungsgenoss:innen Sinn geben möchten. Eine akademische Blase – zu der aber auch Nichtkadamiker:innen dazugehören wollen, damit ihre Besonderheit anzeigen, sozusagen ein/e Doktor:intitel ohne Doktor:in: https://www.berliner-zeitung.de/wochenende/gendern-ist-eine-sprachliche-katastrophe-li.158476

Ich habe den Eindruck, es wird zu einer Art Geheimsprache – Gruppensprache. Wie andere Gruppen ihre Sprache mit Fremdwörtern zieren, um sich unter Gleichgesinnten als solche hervorzutun, so wird auch diese Sprache eine solche.

Dass hier ein Kritiker der Gendersprache einen Preis bekommt, ist schon erwähnenswert: https://www.pro-medienmagazin.de/theodor-wolff-preis%E2%80%90genderkritischer-text-gewinnt-journalistenpreis

Übrigens gab es mal eine Zeit, in der Menschen ihre Weltanschauung durch permanentes Kleinschreiben kundtaten. Heute sind die Bücher Kuriositäten – kaum zu lesen. Warum wollte man damals alles klein schreiben? Weil die großen Buchstaben die Ungleichheit in der Gesellschaft signalisieren – dabei sollen doch alle gleich sein. Darum habe ich zum Beispiel was gegen Punkte und Kommata. Vor allem die Punkte signalisieren ein befohlenes Stopp! das nicht zu akzeptieren ist. Schreibt nur noch Texte ohne Punkt und Komma! Sätze, Satzteile müssen gleichberechtigt sein. Sie rufen Ungleichheit in der Bevölkerung hervor!

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Zur Debatte in der Welt ein Beitrag, der wissenschaftliche Aspekte in die ideologische Diskussion bringt: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article239506163/Transgender-Debatte-Kehren-wir-zurueck-zu-einem-Dialog.html

Ich finde auch immer wieder spannend, wie Ideologen in vielen Bereichen der Gegenwart einmal Wissenschaft dann heranziehen, wenn sie sie brauchen zur Betörung irgendwelcher Adressaten, dann aber, wenn Wissenschaft zu anderen Ergebnissen kommt, den Wissenschaftlern Unwissenschaftlichkeit vorwerfen. Dann gibt es freilich noch die Wissenschaftler, die auf der Welle der Ideologie mitschwimmen und mit anderen gemeinsam andersdenkende Wissenschaftler der Unwissenschaftlichkeit bezichtigen. Das war ja früher auch schon so. Das blieb nur inneruniversitär: die bekannten Schulen von gleichgesinnten Professoren, die keinen anderen neben sich duldeten. Heute hat sich diese Unart auf die Gesellschaft übertragen. Dominante lassen andere nicht zu Wort kommen bzw. diskreditieren sie. Aber irgendwann wird sich immer das Richtige durchsetzen.

Documenta: Kunst

Was wäre die Weltkunst ohne die Impulse der Kunst der Weststaaten? Nun werden die Väter und Mütter nicht unbedingt geleugnet, aber angegangen – es ist eine Form jugendlicher Emanzipation von den sie prägenden Vorfahren. Es wird versucht, weltanschaulich naiv, mit kindlichen Rückgriffen und schon etwas erwachsenen Vorgriffen, seinen eigenen Lebensweg zu finden. Gemein ist freilich, dass das alles seinen Ursprung in den Prägungen der Vorfahren hat. Von daher sollte wohl auch die Documenta betrachtet werden – freilich muss natürlich die erwachsene Gesellschaft darauf achten, dass bestimmte Regeln eingehalten werden, so eben darf Antisemitismus nicht sein. Angriffe auf den Westen – den kann die Gesellschaft schon vertragen, wie eben Eltern die emanzipatorischen Allüren zu ertragen haben – auch unsere eigenen sie mehr oder weniger gelassen ertragen haben.

Die beste Art der Kapitalismuskritik der Documenta zu begegnen ist, die Kunstwerke – die keine sein wollen – von Galerien aufkaufen zu lassen, damit sie teuer als berühmte postpostpostmoderne Lumbung-Kunst gehandelt werden können.

Wunderbar wäre noch, wenn das als – noch zu erfindender – indonesischer Lumbung-Rap-Tanz die Herzen der sommergierigen Deutschen erobern könnte.

Gastronomie Personalmangel

Arbeitslose einsetzen? Lieber neu Zugewanderte, hören wir hier: https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/personalmangel-gastronomie/

Da wären alle glücklich, weil keiner deutsch spricht – und es viele andere Probleme gäbe. Denn wer möchte schon anhand der wunderbaren Vorstellungen vom reichen Deutschland vom geringen Lohn in der Gastronomie arbeiten? Dann doch lieber Arbeitslosengeld? Hat nicht gerade die Ampel kontraproduktiv an der Hartz IV Schraube gedreht? Aber vielleicht ist das auch ein Satirebeitrag.

Maßstab der Gegenwart

Die Gegenwart setzt einen Maßstab – an dem werden alle Vorfahren gemessen. Wenn sie diesem nicht gerecht werden, allen sonstigen großartigen Taten und Auswirkungen zum Trotz: sie haben keine Chance. Geschichte geht aber weiter. Vielleicht kommen die, die heute abgelehnt und verdammt werden, morgen zu Ehren, weil die Bedeutung ihrer Arbeit erkannt wird. Dafür fallen dann die Modernisten in Unehren. Aber sie sind sowieso eher vergessen, weil sie nicht ihre Arbeit tun, sondern ihre Größe nur daraus saugen, dass sie andere messen.

Berliner Schwimmbad-Zustände

Jedes Jahr wieder bekommen wir die Infos, dass sich Gruppen in Schwimmbädern Berlins daneben benehmen, Menschen belästigen, sich gegenseitig verprügeln. Es scheint kein politischer Wille vorhanden zu sein, dem Mob Einhalt zu gebieten – darf man Mob sagen oder muss man ehrenwerte Herrschaften sagen?: https://www.focus.de/panorama/welt/irre-szenen-in-berlin-massenschlaegerei-freibad-in-berlin-top-bademeister-raet-von-freibadbesuchen-ab_id_107984007.html

Energie: Gas

Die Knappheit an Energie ist politisch zu verantworten. Atomkraftwerke wurden abgeschaltet usw. usw. usw. Biogasanlagen – wie die CDU bemängelt – spielen bei unseren Energiekünstler:innen keine angemessene Rolle. Apropos Biogas – Rechtsunsicherheit: wurde für ein halbes Jahr verlängert – bis mitten im Winter: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/siemens-turbine-darf-nicht-nach-russland-kanada-arbeitet-an-einer-loesung-fuer-das-nord-stream-1-problem/28449274.html Nur Windkraft und Solar. Es muss zu dem immensen grünen Deutschlandexperiment, in dem es im Augenblick nicht so aussieht, dass es klappen könnte, kaum mehr etwas gesagt werden. Aber es gibt immer wieder Einwände, die auf politisch taube Ohren treffen: https://www.achgut.com/artikel/die_duemmste_energiepolitik_der_welt_teil_1

Apropos Norstream 1: dort fließt weniger Gas durch. Haben die schlauen Russen nicht gesagt, dass durch Nordstream 2 Gas fließen könnte? Ich habe bislang nur einmal kurz davon gelesen – sonst immer nur die medial massiv aufgegriffene Aufforderung: Spart Gas! Das wird das Mantra der medialen und politischen Energie-Vergeiger in den nächsten Monaten sein. Die bösen Russen… – dabei darf eine von Siemens produzierte Turbine, die in Kanada gewartet wird, nicht nach Russland transportiert werden – wegen der Sanktionen. https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/siemens-turbine-darf-nicht-nach-russland-kanada-arbeitet-an-einer-loesung-fuer-das-nord-stream-1-problem/28449274.htm

Vielfalt der Energie müsste das Motto dieser Situation sein – statt Einfalt.

Akzeptanz politischer Maßnahmen

Je weniger die politischen Maßnahmen von dem Großteil der Bevölkerung akzeptiert wird, desto rigoroser gehen Medien und Politik vor – einerseits propagandistisch und andererseits in unliebsame Ecken drängen. Das lässt uns einen fesselnden Herbst und Winter befürchten.

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