Louis / Ludwig von Holland

Ludwig von Holland war der Bruder von Napoleon Bonaparte und hieß ursprünglich: Louis (1778-1846).

Im WikipediaArtikel wird er in den höchsten Tönen beschrieben:
Er löste das Klassenwahlrecht auf – jeder Mann durfte wählen -, der Gulden wurde als einheitliche Währung eingeführt, ebenso einheitliche Maße und Gewichte. Er hat die Religionsfreiheit gewährt, das Recht reformiert (Unabhängigkeit der Richter, diese mussten Rechtswissenschaft studiert haben, es erschienen zahlreiche Gesetzbücher und Rechtsordnungen). Er hat das Strafrecht liberalisiert und humanisiert, die Abschaffung der Todesstrafe wollte er durchsetzen, das gelang ihm aber nicht. Folter wurde abgeschafft, der Pranger, Deportation wie Zwangsarbeit. Unterschieden wurde zwischen Jugendlichen und Erwachsenen im Strafrecht. Bildung und Schulpflicht war ihm ein Anliegen, ebenso die Reformation des Gesundheits- und Sozialwesens. Arztpraxen wurden kontrolliert und arme bekamen Medikamente umsonst. Ebenso hat er Waisenhäuser gegründet. https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Bonaparte#Neue_Verfassung

Was der Artikel nicht beschreibt, beschreibt Johannes Daniel Falk (1768-1826): Goethe aus näherm persönlichen Umgange dargestellt. Mit einer Einführung von Gerhard Heufert, wtv Verlag, Weimar 2010. Erschienen 1832, nachdem Goethe gestorben war, ist aber schon vorher geschrieben worden, da Falk, als Goethe gestorben ist, schon einige Jahre tot war.

In diesem Werk beschreibt Falk, wie Goethe, der mit dem König eine Zeit lang ein Haus teilte, den König sah. Der König war zu dem Zeitpunkt (1810) von seinem Bruder Napoleon abserviert worden. Goethe/Falk beschrieb den König: daraus folgt „daß ihn alles Ungerechte, Ungesetzmäßige, Unbarmherzige in tiefster Seele verletzt und ihm gleichsam von Natur zuwider ist. Irgendein Tier gequält, ein Pferd gemißhandelt oder ein Kind leiden zu sehen erträgt er nicht; … es empört sein Inneres; es macht ihn unglücklich, wenn in seiner Gegenwart etwas Rohes geschieht, ja, wenn er auch nur davon erzählen hört… Eine schöne Seele… im Hintergrunde Gott ohne die geringste religiöse Schwärmerei… Wie ein glänzender Silberfaden zieht sich die Religion durch alle seine Gespräche und Urteile… Er verwirft… alles, was nach seinem Gefühle nicht recht und wider die göttliche Vorschrift ist…“ (148f.)

Wikipedia – halbe Wahrheit? Man kann ja nicht alles wissen.

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