Holocaust-Opfer-Gedenktag

Heute ist der „Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Über den Tag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau und anderen Konzentrationslagern gibt es zahlreiche Berichte derer, die ihn erlebt haben. Berichte von denen, die auf einmal auf Befehl der Führer hinaus müssen, im Chaos zogen lange Schlangen von Menschen – Häftlingskolonnen – durch die Kälte, starben, hungerten, resignierten, ließen sich einfach fallen, wurden erschossen, Menschen, die wahnsinnig wurden – während der lange Zug weiterzog. Andere berichten von der sonderbaren Situation aus der Sicht derer, die noch in den KZ waren… – es ist grauenvoll, wozu diese unmenschliche Ideologie des Nationalsozialismus in der Lage war. Aber nicht eine irgendwie über Menschen kommende Macht, sondern eine, die durch unmenschliche Menschen – Menschen, die das Unmenschliche in sich selbst groß werden ließen oder gewissenlos groß gemacht haben – in die Tat umgesetzt wurde. Ohne Menschen, die sich dieser Ideologie geöffnet haben, wäre sie nicht gewesen. Eine Binsenweisheit, aber für mich immer wieder eine wichtige Bemerkung: Ideologien leben nur, weil Menschen sich ihnen öffnen und sie umzusetzen versuchen.

Der Befreiungstag – ein Freudentag, ein guter Tag. Aber diejenigen, die ihn erlebten, erlebten ihn, soweit ich es immer wieder gelesen habe, zu schwach, zu sehr am Boden gedrückt, als dass sie sich freuen konnten. Es ist ein Freudentag – aber einer, an dem der Schmerz unsäglich vieler Menschen im Vordergrund steht.

Ein Gedenken darf nicht zur Routine werden. Es muss immer wieder deutlich werden, wozu Ideologien, die meinen, sie würden der Menschheit Gutes tun, indem sie andere – auch aus rassistischen Gründen – erniedrigen, missachten, verachten, ermorden in der Lage sind.

Datenschutzerklärung: https://www.wolfgangfenske.de/ Und: https://predigten.wolfgangfenske.de/