Kleiner Mensch ganz groß

Im Gründonnerstag-Gedicht von Elisabeth Langgässer heißt es (Gedichte, Claassen Verlag Hamburg 1959 [Wendekreis des Lammes]:

„Das ist der Leib aus Adams Lenden
Geschwellt von Gierde, Stolz und Spott,
wie wir uns werfen, stürzen, wenden –
er bäumt sich rasend gegen Gott!“

Die Erlösung wird im Karfreitagsgedicht ausgesprochen – der Mensch wird durch den Tod Jesu eine Einheit:

„Bis endlich, daß vermähle
sich die erlöste Seele
der geist-empörten Welt,
das Drinnen und das Draußen
sich mit vereintem Brausen
süß in die Arme fällt.“

Aber dabei bleibt Gottes Heilshandeln nicht stehen. In der Pfingstvigil formuliert sie unter anderem als Folge der Gabe des Heiligen Geistes:

„schon fühlen wir sich klar entfalten
zu höhrem Sein Mann, Kind und Weib
und aus den liebenden Gestalten
sich auferbauen Christi Leib.“

Der Mensch wird nicht durch sich selbst groß.

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