Segen am Sonntag

Man sagt, wenn einer krank ist, Not leidet usw. und dann den Weg zu Gott findet: Er benötigt irgendwoher Kraft, dann sucht er eben Gott. Er ist zu schwach, um selbst das Leben führen zu können. Oh nein, dem ist nicht unbedingt so. Wer Not leidet, existentielle Not, der beginnt zu verstehen, der beginnt, hinter der Oberflächlichkeit das Wahre zu erkennen, er beginnt, tiefer die wahren Zusammenhänge zu ahnen – und vielleicht bekommt er sie im Glauben auch zu sehen. Er erkennt sich selbst wie er in Wahrheit ist und nicht, wie er sich gerne sehen möchte, als stark, stabil, groß und als toller Mensch. Er erkennt sich in seiner Traurigkeit, Einsamkeit, seinem Hunger nach Leben, seiner Sehnsucht nach dem, was Gott allein geben kann. Er erkennt die Versöhnung mit Gott, seinem eigenen Ursprung. Und dann kann er sich geborgen wissen in der Fülle Gottes. (Oktober 2015)

Gott segne Dich mit seiner Gegenwart: in Traurigkeit und Freude, in Einsamkeit und Gemeinschaft, in Krankheit und Gesundheit, in Antworten und Fragen.

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Noch ein Kranich-Bild vom 20.10. – was für eine Menge an Kranichen über uns am 20. hinweg gezogen sind, das war einfach faszinierend:

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4 Antworten auf „Segen am Sonntag“

  1. Für Menschen, die Gott erfahren haben, ist das keine Illusion.
    Das stimmt so nicht. Illusion liegt immer dann vor, wenn Menschen etwas für real halten, das objektiv gesehen nicht real ist.
    Wären Gotteserfahrungen real, dannn wäre der Beweis erbracht, dass es viele Götter gibt, denn die „Gotteserfahrungen“ der Gläubigen finden in aller Regel im Kontext ihres Glaubens statt.
    Der Überlebende schiffbrüchige Wikinger hat sicherlich „erfahren“, dass Wotan oder Odin ihn gerettet haben und sie dafür gepriesen.

    Das ist Ihre Spezialität, immer zu wissen, wie viel Prozent der Menschen was denken, glauben, tun.
    Nett, dass Sie mir immer wieder Dinge unterstellen, die ich nie gesagt habe. Wo hätte ich denn einen Prozentsatz genannt, wenn ich nachvollziehbar einfach nur von „Bruchteil“ oder „Mehrheit“ spreche?

    Die Wissenschaft – gerade die westliche Wissenschaft hat viele Christen als Akteure, weil Jesus Christus sie für das Leiden sensibel gemacht hat.
    Das ist ein non sequitur! Wenn ein Wissenschaftler im Westen gläubig ist, ist das eher ein Relikt aus Kindertagen als alles andere. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, deren Ergebnisse nahelegen, dass die Gläubigkeit von Wissenschaftlern zu deren Qualifikation negativ korreliert.

    Ich will doch einmal spekulieren: Mehr Religiöse als Atheisten.
    Diese Spekulation dürfte reichlich daneben liegen. Da Wissenschaftler rational denken und sich mit der Realität befassen, glaubt nur eine kleine Minderheit an einen persönlichen Gott.

    Sinn im Leiden sehen, kann nicht – meinen Sie: verordnet?
    Nein, ich meine schon „verortet“ im Sinne von „vorgefunden werden“, denn es macht absolut keinen Sinn, wenn ein Mensch nur deshalb leiden muss, weil in dem Land, in dem er lebt, die medizinische Versorgung unzureichend ist, oder ihm die finanziellen Mittel fehlen, um eine bessere medizinische Betreuung zu bekommen, bzw, er sich ein teures Medikament, dass ihm helfen würde, nicht leisten kann.

    Wenn „Sinn“ also von solchen Äußerlichkeiten abhängig sein soll, dass gibt es diesen „Sinn“ nicht , denn da s würde absolut keinen Sinn machen.

    1. Viele Götter sind rational zu erklären. Ein Gott erschuf – viele Menschen machen sich Gedanken – es bilden sich Religionen, Gottesvorstellungen… Vertieft dargelegt: https://glaubensdiskussion.wolfgangfenske.de/sites/verzeichnisse/sammlung_gott_gottesbilder.html
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      Ich denke mir schon, dass es Untersuchungen dazu gibt, die zu beweisen versuchen, dass der Glaube negativ auf die Wissenschaftler Einfluss nahm. Liegt ja auch im Interesse vieler, sich vom Glauben zu lösen und eben andere davon abzuhalten, sich Gott zuzuwenden. Die Frage: Gibt es auch Untersuchungen dazu, dass sich Irren eine Frage des Menschseins ist – und Glaubende eben aufgrund ihres Menschseins als Glaubende irrten? Wie eben Nichtglaubende anderen Irrtümern unterliegen. Denken wir zum Beispiel an die kommunistischen Materialisten – oder wie auch immer man sie kategorisieren will. Wir Menschen stecken alle in einer Tradition, einem System, in einer Weltanschauung. Von daher sind Irrtümer vorgegeben.
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      Ich schrieb nicht „Glaube an einen persönlichen Gott“ – ich formulierte eben vorsichtiger, weil ich keine Zahlen habe: „Religiöse“.
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      Wieso ist das finden von Sinn von solchen Äußerlichkeiten abhängig? Jeder Mensch, der mag, versucht aufgrund seiner ganz konkreten Situation, in der er lebt/leben muss, einen Sinn zu finden. Ich muss sagen, ich verstehe diese Diskussion nicht so recht.

  2. Wer Not leidet, existentielle Not, … erkennt die Versöhnung mit Gott, seinem eigenen Ursprung. Und dann kann er sich geborgen wissen in der Fülle Gottes.
    Solche Thesen finde ich reichlich zynisch und auch an der Wirklichkeit weit vorbei gehend, denn nur ein Bruchteil der leidenden Menschen, von denen die Mehrheit ja eh keine Christen sind, dürfte sich dieser Illusion hingeben.

    Hinzu kommt, dass sehr viele Menschen heute allein deswegen nicht mehr leiden müssen, weil die Wissenschaft – nicht aber die Religionen – Mittel gefunden hat das Leiden zu mindern oder sogar die Ursachen des Leidens zu beseitigen.

    Es dürfte also nahezu unmöglich sein, im Leiden eines Menschen einen „Sinn“ zu verorten, wenn betreffender Mensch nur deshalb leiden muss, weil in er im „falschen“ Land lebt oder ihm einfach die finanziellen Mittel fehlen, die es ihm ermöglicht hätten, die Krankheit oder den Unfall, die Quelle des Leidens waren, von vornherein zu verhindern.

    1. Für Menschen, die Gott erfahren haben, ist das keine Illusion. Wie groß der Prozentsatz unter den Menschen ist, die Gott als helfend und beistehend erfahren haben (nicht nur in der christlichen Religion) vermag ich nicht zu sagen. Das ist Ihre Spezialität, immer zu wissen, wie viel Prozent der Menschen was denken, glauben, tun.
      Die Wissenschaft – gerade die westliche Wissenschaft hat viele Christen als Akteure, weil Jesus Christus sie für das Leiden sensibel gemacht hat. Ich will doch einmal spekulieren: Mehr Religiöse als Atheisten.
      Sinn im Leiden sehen, kann nicht – meinen Sie: verordnet? – gegeben werden, den muss man sich erkämpfen, wenn man sich denn einen Sinn erkämpfen will. Aus christlicher Sicht eben auch mit Gott ringen, wenn man Gott nicht versteht. https://glaubensdiskussion.wolfgangfenske.de/sites/verzeichnisse/index_theodizee.html

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