Astronomie/Sternbilder + Kleiner Kultur-Überblick ;-)

Sternbilder waren den Griechen und Römern schon lange vor Christus bekannt. Aratos ist für sein Werk besonders berühmt geworden. Dieses Werk ist auch spannend, weil es, so wie ich es sehe, die Offenbarung des Johannes an manchen Stellen erklären kann, da Johannes auf alte Himmelsbeobachtungen zurückgreift.

Wie dem auch sei: Die Babylonier waren besonders fleißig, haben aber auch schon das Wissen ihrer Vorfahren übernommen, die Griechen haben vieles übernommen (aus Aryan zum Beispiel den Orion benamt [Christen haben, so habe ich mal gelesen, den Orion als Märtyrerstern bezeichnet]) und von ihnen wieder die alten Römer bzw. dann später die Araber – und dann kam das Wissen auch auf diesem arabischen Weg nach Europa.

In Europa verfiel das Wissen der Antike vielfach, was nicht zuletzt an dem desolaten Zustand lag, auch hervorgerufen durch die Völkerwanderungen. Als man dann wieder ruhigere Zeiten erlebte, konnte man sich auch stärker der Wissenschaft zuwenden. So hat dann der junge Karl der Große wohl schon Astronomie (eine der Sieben Freien Künste) erlernt.

Kurz nach dem Tod Mohammeds (632) – als es noch Kämpfe um die Nachfolge Mohammeds gab (aber dennoch schon militärische Eroberungszüge bis nach Palästina stattfanden, man musste ja Söldner bezahlen), und noch nicht so klar war, was eigentlich aus dessen Glauben werden sollte, starb Isidor von Sevilla (636) – ein großer, der alles Wissen der damaligen Zeit sammelte.

In der späteren Renaissance war man modern und hat sich Griechisch auf die Fahnen geschrieben. Nicht arabisch. Vor allem, als dann die Wissenschaftler Konstantinopels wegen der Eroberung fliehen mussten, beeinflussten sie Europa. Mit dem Fernrohr wurden dann auch andere Sternbilder entdeckt und dann in Europa benannt.

Und, Leute, überseht das christliche Byzanz nicht. Hier wurde das Wissen der Antike aufbewahrt, weitergegeben – und so konnten dann Jahrhunderte später die Araber das tradierte Wissen übernehmen. In Byzanz hat man meines Wissens aufgrund der christlichen Tradition zum ersten Mal intensiv Astrologie von Astronomie getrennt. Die moderne Wissenschaft hat sich erst spät diesem großen Reich zugewendet – sie ist noch dabei, alles mögliche auszuwerten. Ich bin hier kein Fachmann – und man kann mich gerne eines besseren belehren.

Europa war nicht groß – nicht, weil das Christentum versuchte, sich immer stärker durchzusetzen und alle Wissenschaft den Orkus runterspülte – man bedenke: Sachsen wurde erst Ende des 1. Jahrtausends nach Christus christlich. Europa war eine Landschaft, in der irgendwelche Stämme, die um das Überleben kämpfen mussten, siedelten. Im 8. Jahrhundert wurde Bonifatius noch von den Friesen erschlagen und die Sachsen machten den Franken das Leben schwer. Im 9. Jahrhundert haben sich Polen langsam an das Christentum gewöhnt. König Blauzahn (Bluetooth) hat dann erst im 10. Jahrhundert so langsam die Dänen mit dem Christentum bekannt gemacht – sagen wir es mal so. In ganz Deutschland lebten übrigens nur ca. bis 700.000 Menschen – was auch nicht unbedingt förderlich für Wissenschaft und Kunst ist. Man stelle sich vor, was allein Frankfurt (ca. 700.000 Einwohner) zur Wissenschaft heute beitragen kann.

Erst zögernd setzte sich eine Struktur durch das gesamte Europa, die der Klöster. Und die sogen das Wissen aus der Antike auf wie ein trockener Schwamm auf – sie wollten das Wissen gemäß den Vorstellungen ihrer Zeit aufbereiten und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sein. Forschten entsprechend auch weiter – je nach Zeit. Die heilige Gertrud von Nivelles hat sogar Bücher aus Rom kommen lassen, um die Mädels in ihrem Kloster zu bilden – in einer Zeit, in der Mohammed das Zeitliche segnete und in sein Paradies überging.

Ganz anders sah es in der islamischen Welt aus: Da wurde erobert, was das Zeug hält. Man war reich – man hatte nämlich viele Sklaven. Und wenn man reich ist, nicht selbst arbeiten muss, hat man Zeit für Wissenschaft. Europa war gerade das Gegenteil: arm, von einzelnen Stämmen durchzogen, von Vertriebenen…. Wenn man also die arabische Wissenschaft rühmt – dann muss man auch das soziale Umfeld in den Blick nehmen.

Warum waren viele Leute in Byzanz verhältnismäßig reich? Nicht wegen der Sklaven, da lernte byzantinische Herrschaft viel von seiner christlichen Basis. Die Sklaverei wurde langsam abgelöst – aber dann durch die Feudalherrschaft ersetzt. Muss nicht unbedingt besser sein für das Individuum – aber es sei um des Differenzierens Willen angemerkt.

Übrigens: Warum sind wir heute in den kapitalistischen Ländern verhältnismäßig reich? Um es platt zu sagen: Es liegt nicht nur an den tollen Maschinen, die wir in Europa und den USA erfunden haben, es liegt auch daran, dass man selbst hart arbeitet – wie die Sklaven – und dass andere in armen Ländern für nen Appel und nen Ei für uns arbeiten.

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Warum schreibe ich das alles – ich muss gestehen: recht salopp? Weil ich neulich auch mit Blick auf Christentum und Astronomie der Verbreitung von Fake News bezichtigt wurde. Einfach zu sagen, wir hätten unser Wissen von Arabern übernommen, stimmt so pauschal eben auch nicht. Man muss mehr beachten. Damit will ich nicht die Übernahme von Wissen durch Araber schmälern. Es kennzeichnet kluge Menschen, ihr Wissen von allen zu übernehmen, die wirklich was wissen – grenzenlos.

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Eine Antwort auf „Astronomie/Sternbilder + Kleiner Kultur-Überblick ;-)“

  1. Sternbilder waren den Griechen und Römern schon lange vor Christus bekannt.
    Das ist ein bisschen schief formuliert, weil es Sternbilder in Wirklichkeit gar nicht gibt. Es gibt nur zufällige und scheinbare Nachbarschaften von Sternen, in denen Menschen Muster erkennen wollen, sie also hineinlesen. Da wir Sternformationen wegen der riesigen Entfernungen nur zweidimensional wahrnehmen können, kommt es häufiger vor, dass Sterne für uns nur wenige Winkelgrade voneinander entfernt erscheinen, also „Nachbarn“ sind, in ihrer Entfernung von der Erde aber Tausende von Lichtjahren hintereinander liegen. Das sollte einem bewusst sein, wenn man meint, Sternbilder zu „kennen“.

    Da die Lage von Sternen am nächtlichen Himmel zur Orientierung dienen kann (Polarstern), also durchaus nützlich ist, müssen wir davon ausgehen, dass unsere Vorfahren auch schon vor mehreren Hunderttausend Jahren Gebrauch davon gemacht haben und vielleicht auch schon Geschichten über besonders markante Sternformationen sich ausgedacht haben. Das kennen wir aus der griechischen Mythologie ja auch.

    Einfach zu sagen, wir hätten unser Wissen von Arabern übernommen, stimmt so pauschal eben auch nicht.
    Stimmt so sicherlich nicht. Nur, wer hat das so dezidiert behauptet?

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