Islamisten und Bildung

Die Taliban lässt Schulen schließen: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/afghanistan-taliban-bedrohen-lehrer-schulen-schliessen-in-lugar-a-1218439.html

Die Boko Haram aus Nordnigeria trägt ihre Bildungsfeindschaft schon im Namen.

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Eine allgemeine Bemerkung:

Vielleicht sollte man in unseren Breiten wieder deutlich machen: Fakten pauken ist keine Bildung. Bildung ist, Erlerntes verarbeiten zu lernen, es in unterschiedlichster Weise spielerisch kombinieren zu können, sich neue Welten in den verschiedensten Fachbereichen erobern, Erlerntes und Erfahrenes aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten…

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4 Antworten auf „Islamisten und Bildung“

  1. Dass Christen zum Thema Bildung viel beigetragen haben, lässt sich nicht leugnen.

    Das kommt darauf an, welchen Zeitraum man betrachtet. Im Mittelalter hat sich das Christentum gerade dadurch ausgezeichnet, dass viel Bildung vernichtet wurde, indem man die Schriften der als „heidnisch“ bezeichneten Autoren entweder verbrannte oder, soweit sich Pergamente überschreiben ließen, diese mit frommen Texten unbrauchbar machte.

    In diesem Punkt haben wir den Arabern, bzw. dem Islam eine Menge zu verdanken, die die Schriften des antiken Griechenlands für die Nachwelt erhalten haben. Leider hat dann der Einfluss von Al-Ghazali dem Wissensdrang der Muslime durch die Verteufelung der Zahlen ein jähes Ende gesetzt.

    Wenn man außerdem bedenkt, dass die rkK bis in die 60er Jahre des 20. Jhdts. den index librorum prohibitorum hatte und das selbst heute noch zahlreiche Sekten – am bekanntesten ist wohl das Beispiel der Zeugen Jehovas – ihre Anhänger davon abhalten wollen, bestimmte Bücher zu lesen, ist Ihre These von der Bildungsfreudigkeit DER Christen nicht sehr überzeugend. Natürlich gibt es viele Menschen, die der Bildung sehr aufgeschlossen gegenüber stehen, darunter auch Christen. Bleibt nur die Frage, ob sie Bildung bejahen, weil sie Christen sind oder obwohl?
    Eine überzeugende Antwort lässt sich aus der Bibel eher nicht ableiten, es sei denn, man verweist auf Joh 20, 29.
    Auf Luther, der die Vernunft als Hure des Teufels bezeichnet hat, hatte ich vor geraumer Zeit schon hingewiesen. Bildung und Vernunft gehen aber Hand in Hand.
    Man könnte es vielleicht so formulieren: Bildung ist bis zu einem Grade vielleicht sogar nützlich, zu viel Bildung aber schadet dem Glauben. Diverse Studien belegen zudem, dass mit dem Grad der Bildung auch die Neigung zum Atheismus zunimmt und das ist gut nachvollziehbar. 🙂

    1. Man hat schon immer ältere Texte überschrieben. Nicht darum, weil man sie nicht mochte, sondern weil Schreibmaterial teuer war. Man müsste also im Detail nachweisen, dass der jeweilige Text überschrieben wurde, weil er dem eigenen Denken nicht entsprach.
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      Die Zensur spricht nicht dagegen, dass man gegen Bildung ist. Beides kann zusammenhängen, muss aber nicht. Auch hier wäre also zu differenzieren.
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      Christen haben die Bildung vom Judentum übernommen. Und: Es wurden schon früh Frauen und Männer gebildet. Aber das, was man heute als Bildung ansieht, muss nicht immer gleich interpretiert worden sein. Lesen können – und dann auch noch schreiben können – das war ein riesen Fortschritt. Das dann auch noch möglichst vielen Menschen beibringen, noch viel mehr. Vor allem: Lesen lernen und schreiben lernen hält davon ab, produktiv zu arbeiten – ist also nur dann möglich, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. In Klöstern hat man viel zur Bildung usw. beigetragen. Die Reformationszeit hat wieder einen Bildungsschub gebracht. Dann auch wieder der Pietismus…
      Wir hatten das schon, die Vernunft als Hure. Ja, das heißt aber nicht, dass Luther gegen Bildung war. Das heißt, was in der Philosophie diskutiert wurde und bis auch heute die Neurowissenschaft sagt, dass Emotion die Vernunft weitgehend beherrscht, das Bauchgefühl usw.
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      Bildung und Atheismus zu verbinden – gut, dass Sie das so vorsichtig formulieren. Es ist vielfältiger.

  2. Es gibt zwar graduelle Unterschiede – in diesem Fall extrem graduell! – aber im Prinzip ist Bildung der Feind JEDER Religion.

    Auch die Bibel macht da keine Ausnahme:
    „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ (Joh 20, 29)

    1. Nein. Das ist Polemik, die Realität widerspricht dem. Dass Christen zum Thema Bildung viel beigetragen haben, lässt sich nicht leugnen. Zudem spricht dieser von Ihnen zitierte Satz nicht das Thema Bildung an, sondern das Thema Glauben.

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