Geschichte des Christentums: Skandal der Skandale

Das Buch von Manfred Lütz: Der Skandal der Skandale. Die Geheime Geschichte des Christentums, Herder 2018, ist sehr interessant, weil es die neuste Forschung zum Thema Christentum auch im Mittelalter darlegt. Die neueste Forschung lehrt uns, dass viele lieb gewonnene Vorurteile revidiert werden müssen. Es ist wirklich sehr lesenswert für jeden, der sich ein wenig für die Geschichte Europas interessiert. Man sei allerdings gewarnt: Man kann danach nicht mehr in Vorurteilen oder Old Fakes gegen die katholische Kirche schwelgen. Was mir wieder neu bewusst wurde, dass man trennen muss zwischen dem Handeln der Kirche und dem der jeweiligen Staaten/Königreiche, Städte. Für mich war das vielfach zusammen gefallen.

Zudem kommt die Geschichte des Protestantismus auch in den Blick – so manches finstere Kapitel ist auch noch nicht allgemein bekannt geworden.

Das Buch von Lütz bietet eine notwendige Korrektur. Es stellt aber – aus meiner Perspektive – zu wenig das Ringen um den richtigen Weg innerhalb der Kirche dar. Dieser Prozess, den Gott mit dem Volk Israel – sichtbar im im Alten Testament – begonnen hat, wird nicht deutlich: Gott versucht sich immer stärker durchzusetzen gegen den Menschen als Sünder, dem Menschen im Widerstreit gegen Gott und seinen Mitmenschen. Dieser Prozess findet auch innerhalb der Kirche statt und nicht nur im Kampf der weltlichen Mächte gegen die Kirche.

Es ist ein wichtiges Buch, um Vorurteile und einseitige, undifferenzierte Angriffe gegen die Kirche klarzustellen. Aber man muss versuchen, dies in eine Gesamtperspektive einzuordnen.

Nun, das schreibe ich nach ein paar Kapiteln. Bin gespannt, wie es weiter geht.

https://www.wolfgangfenske.de/impressum-datenschutz.html und www.blumenwieserich.tumblr.com Der Blog wird in den nächsten Wochen nur sehr unregelmäßig bestückt werden können.

Eine Antwort auf „Geschichte des Christentums: Skandal der Skandale“

  1. Gott versucht sich immer stärker durchzusetzen gegen den Menschen

    Wie jetzt? Der Allmächtige? Hatte der nicht seinerzeit ein ganzes Universum geschaffen, allein dadurch, dass er sagte: „Es werde!“
    Und jetzt lässt er sich von den Menschen auf der Nase herumtanzen? Man erlebt doch immer wieder theologische Überraschungen. 🙂

    Das Buch von Lütz bietet eine notwendige Korrektur.

    Wenn man etwas korrigiert, bedeutet es eigentlich, dass man etwas besser macht. Ich habe zwar das Buch (noch) nicht gelesen, doch wenn die Kritiker Lützens recht haben, ist er nichts weiter als ein Apologet, der auch vor schräger Darstellung historischer Ereignisse nicht zurückschreckt.
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    Es stellt aber – aus meiner Perspektive – zu wenig das Ringen um den richtigen Weg innerhalb der Kirche dar.

    Die Kirche ringt um Macht und Geld und sonst nichts. DEN richtigen Weg mag es vielleicht geben, doch gibt es niemanden, der innerhalb einer Religion objektive Kriterien dafür entwicklen könnte, was richtig ist, das beweist die Kirche, insbesondere die rkK seit fast 2000 Jahren und das ist selbst mit einem Franziskus nur marginal besser geworden.

    Dieser Prozess, den Gott mit dem Volk Israel – sichtbar im im Alten Testament – begonnen hat,

    Indem er „sein“ Volk auf eine Ausrottungstour und gewaltsame Eroberung von Gebieten schickte, die bereits von anderen Menschen bewohnt waren? Auf so einen Gott sollte die Menschheit schnellstens verzichten!

    Nun, das schreibe ich nach ein paar Kapiteln.

    Vorschnelle Urteile waren noch nie gut. Nach Abschluss der Lektüre, sollten Sie Lützens kühne Behauptungen mit Deschners sorgfältig recherchierter Kriminalsgeschichte des Christentums abgleichen. Ich denke, da werden Sie Lütz manches Mal der Geschichtsklitterung überführen. Oder einfach nur der Lüge.

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