Kommunismusgeschichte

In diesem Beitrag: https://kommunismusgeschichte.de/jhk/jhk-2003/article/detail/stalin-und-die-russische-orthodoxe-kirche/ fand ich die Aussage mal wieder erwähnenswert:

Der Anspruch des Bolschewismus, eine »wissenschaftliche« Erklärung der Welt zu besitzen, und zwar die allein und einzig wahre, setzt ja voraus, daß alle anderen »Weltanschauungen« und natürlich auch die Religion unwahr sind. Was hinsichtlich der antireligiösen Arbeit unter Lenin zugrunde gelegt worden war, fand jetzt seine eigentliche Entfaltung.

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8 Antworten auf „Kommunismusgeschichte“

  1. Interessant, was man hier so von der Religion zu hören bekommt – geozentrische Weltbild… Übrigens: Sonne geht auf – sie geht unter! 😉
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    Der Mensch steht nicht im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt steht Gott, der den Menschen liebt. …
    ich fasse mich kurz, weil wir auch das schon häufiger angesprochen haben.
    Mein Link beim vorangegangenen Beitrag: http://blog.wolfgangfenske.de/2018/03/23/kunst-politik-religion-wissenschaft-technik/ – da sage ich, dass Wissenschaft gar nicht verschwinden kann, weil sie zum Menschen dazu gehört. Der Mensch das von Gott frei gelassene Wesen, das Verantwortung tragen kann, ihr häufig nicht gerecht wird, der neugierig seine Welt untersucht, und sich dann zum Mittelpunkt der Welt erklärt, weil er denkt, er könne ohne Gott auskommen.

    1. Im Mittelpunkt steht Gott, der den Menschen liebt. …

      Wieder so eine theologische Zweckbehauptung, für die es nicht den geringsten Anhaltspunkt gibt.

      Der Mensch steht nicht im Mittelpunkt.

      Können Sie gerne abstreiten, aber Grundprinzip aller Religionen ist doch, dass ein Gott/Götter das ganze Universum mit allem, was darin ist, FÜR den Menschen geschaffen haben, damit er die Götter anbeten kann.
      Gibt es etwas Arroganteres?

      Der Mensch das von Gott frei gelassene Wesen,

      Auch das ist eine theologische Zweckbehauptung ohne Sinn und Verstand.

      und sich dann zum Mittelpunkt der Welt erklärt, weil er denkt, er könne ohne Gott auskommen.

      Ihr Unfug wird von Mal zu Mal schlimmer. Gerade der Mensch, der die Götter abschafft, erkennt seine wahre Bedeutungslosigkeit im Kontext des Universums, nur der Religiot sieht sich als Mittelpunkt von allem.
      Dass Menschen ohne einen Gott/Götter auskommen können, zeigt sich an Millionen von Beispielen und immer deutlicher.

      1. Zweckbehauptung, Unfug… – wieder Lieblingsvokabular. Und Beschimpfung so nebenbei: Religiot – wers nötig hat, andere zu erniedrigen, um sich zu erhöhen, soll es tun.
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        Zum Thema: Gott stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Das ist nur arrogant, wenn es, wie aus Ihrer Perspektive, keinen Gott gibt. Wenn es aber aus meiner Perspektive Gott gibt, dann ist das nichts Arrogantes, sondern etwas, das dankbar aufgenommen wird. Staunend: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst? (Psalm 8)
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        Interessant ist das, was Sie zum Verhältnis Mensch-Universum sagen. Das ist in unserer Diskussion neu. Ja, der Mensch ist ein kleines Wesen. Das ist kein neuer Gedanke. Vielleicht gibt es Menschen, die sich angesichts des wissenschaftlichen Fortschritts auch als kleiner ansehen. Aber andererseits sieht sich der Mensch als einen, der alles zu erforschen vermag (nur eine Frage der Zeit), als einen, der für alles verantwortlich ist und in allem eingreifen muss, als einen, der nichts übernehmen kann, sondern alles neu ordnen, in Frage stellen, verbessern muss, der Gott abschreibt, damit er der Größte ist… Aus dieser Perspektive überhebt sich der Mensch. Wir sind verantwortlich, wir haben den Auftrag, zu forschen, Wissenschaftler gehen Gottes Schöpferspuren in der Schöpfung nach… – alles Themen, die wir schon angesprochen haben und auch schon in der Schöpfungsgeschichte angelegt sind. Darin unterscheidet sich der religiöse Mensch nicht von dem modernen a-religiösen Menschen. Er unterscheidet sich in seiner Zuordnung und Unterordnung unter Gott. Daraus folgt ein ganz anderes Weltverständnis.

        1. Psalm 8

          Im selben Pslam – und das können Sie nicht überlesen haben – steht auch:

          „dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen.“ Es ist also Ihr Gott, der dazu auffordert, mit Gegnern gnadenlos zu verfahren. Und da wollen Sie mir vorwerfen, wenn ich meine Meinung deutlich gegenüber der Ihren zum Ausdruck bringe?

          Wissenschaftler gehen Gottes Schöpferspuren in der Schöpfung nach… – alles Themen, die wir schon angesprochen haben und auch schon in der Schöpfungsgeschichte angelegt sind.

          Auch das ist wieder Unfug, denn die „Schöpferspuren“ gibt es nicht in der Natur. Ganz im Gegenteil: was Astronomie, Geologie und insbesondere Biologie bisher über die Geschichte des Universums, der erde und des Lebens herausgefunden haben, schließt einen „Schöpfer“, so wie ihn die Religionen sich vorstellen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus, soweit er nicht sowieso schon durch die Gesetze der Logik widerlegt ist.

          Daraus folgt ein ganz anderes Weltverständnis.

          Wie ich schon an anderer Stelle ausgeführt habe, gibt es einmal ein Weltverständnis, das die von der Wissenschaft ergründeten Fakten berücksichtigt und es es gibt Weltverständnisse, die sich auf Grundlage der Religionen im krassen Gegensatz dazu befinden. Man muss also zwischen zutreffendem Weltverständnis und unzutreffenden Weltverständnissen – Plural ist nötig, weil jede Sekte ein anderes Welt-„Verständnis“ entwickelt – unterscheiden.

          1. Psalm 8 – auch die Kids sind nicht harmlos. Heute wird das so interpretiert, dass Kinder eben die kommende Generation derer ist, die das Volk verteidigt. Insofern rühmen sie Gott.
            Aber was sagt das über das Staunen des Menschen aus, dass Gott an ihn denkt?
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            Zu den Fakten siehe das, was ich im vorangegangenen Statement geschrieben habe.

            1. Heute wird das so interpretiert, dass Kinder eben die kommende Generation derer ist, die das Volk verteidigt.

              Leider wird durch Ihren Grammatikfehler [Kinder … „ist“] nicht klar, wer hier wen verteidigt: Kinder das Volk oder das Volk die Kinder?
              Wobei natürlich auch hier die konfuse Ausdrucksweise des Bibelverses dafür sorgt, dass einer beliebigen Zahl von Interpretationen Tor und Tür geöffnet wird.

              Aber was sagt das über das Staunen des Menschen aus, dass Gott an ihn denkt?

              Dreiste Behauptungen ersetzen keine Belege. Wo kommt denn in der Realität zum Ausdruck, dass es einen Gott geben könnte, der an uns Menschen denkt? Wo doch der weitaus größte Teil der Menschheit diesen imaginären Gott nicht nur nicht akzeptiert, sondern ihn nicht einmal etwas von ihm „weiß“.
              Bloß weil es einen Bibelspruch gibt, in dem eine Aussage gemacht wird, bedeutet das noch lange nicht, dass es in ihm einen Bezug zur Realität gibt. Zahreiche Bibelsprüche stehen bekanntlich im krassen Widerspruch zur Realität, unter vielen anderen z. B. Psalm 104, 5.

              Zu den Fakten siehe das, was ich im vorangegangenen Statement geschrieben habe.

              Zu den tatsächlichen Gegebenheiten siehe das, was ich als Erwiderung darauf geschrieben habe. 🙂

              1. Die Kinder werden das Volk verteidigen. Viele Kinder = starkes Volk.
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                „Dreiste Behauptungen ersetzen keine Belege“ – stimmt. Aber das ist keine dreiste Behauptung, sondern der Glaube findet hier seinen Ausdruck und wird von Menschen aufgegriffen, die entsprechende Erfahrungen gemacht haben. Dass Menschen nichts von Gott wissen, spricht nicht dagegen. Menschen ahnen Gott – weltweit – versuchen ihn mit ihren Möglichkeiten zu erfassen. Weil Menschen Erfahrungen Gottes aus ihrer jeweiligen Perspektive interpretieren, kommt es zu verschiedenen Götter-/Gottesbildern usw. Und woher weiß der Christ, dass das, was von Gott gesagt wird, richtig ist? Diese Frage kommt immer in diesen Kontexten. Versehen mit dem Zusatz: Ist das nicht arrogant zu sagen: Mein Gott ist Gott? Zur Arroganz: Jeder hat seinen Standpunkt. Diesen zu haben ist keine Arroganz. Jeder verteidigt seinen Standpunkt als wahr und richtig. Nicht nur religiöse Menschen welcher Religion auch immer, auch Menschen anderer Weltanschauungen/ Weltinterpretationen. Aus meiner christlichen Perspektive ist das, was der christliche Glaube in der Nachfolge Jesu bekennt richtig. Warum? Jetzt kräuseln sich vermutlich manche Zehnägel: Weil Jesus Christus als der Auferstandene erfahren wird.
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                Ps 104 gibt das babylonische Weltbild wieder. Und Gottesbilder des AT müssen nicht immer mit Gott kompatibel sein, weil wir Menschen eben Gott auf der Basis unseres Wissensstandes interpretieren. Wir sind Kinder unserer Zeit.

  2. Der Anspruch des Bolschewismus, eine »wissenschaftliche« Erklärung der Welt zu besitzen, und zwar die allein und einzig wahre …

    verbannt ihn aus dem Bereich des Wissenschaftlichen und macht ihn zu einer reinen Religion. Seriöse Wissenschaft hat noch nie den Anspruch gehabt, die „einzig wahre Welterklärung“ zu besitzen, denn sie ist sich bewusst, dass ALLES Wissen vorläufig ist und jederzeit durch besseres Wissen ersetzt werden kann.

    Allerdings ist sie sich auch bewusst, dass ein Rückfall in altes, längst als falsch erkanntes „Wissen“ so gut wie ausgeschlossen ist. Nur wenn Wissenschaft insgesamt verschwände, könnte die Menschheit z. B. wieder in das alte geozentrische Weltbild zurückfallen, das allerdings bei den Religionen immer noch das Denken beherrscht. Diese haben die „zweite kopernikanische Wende“, nämlich die Tatsache, dass auch wir Menschen nicht Mittelpunkt des Universums sind, noch lange nicht verinnerlicht.

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