3 Antworten auf „Schreck“

  1. Menschen sprechen. Menschen, die sprechen, bemerken vielfach, wenn sie sensibel genug sind, dass Sprache begrenzt ist. Und weil Sprache begrenzt ist, machen sich manche Gedanken darüber, die Grenzen der Sprache aufzubrechen. Dazu gehören Lyriker, Philosophen, Theologen…
    Liebe. Liebe ist nur ein Wort. Die Emotionen, die mit diesem Wort verbunden sind, versuchen Liebesgedichte und Liebeslieder ein wenig Wort werden zu lassen, damit man seine Emotionen versteht, damit man sie selbst Wort werden lassen kann, damit man in dem kalten Wort Wärme findet.
    Philosophen versuchen ständig, die Sprache zu sprengen. Wie begrenzt die Sprache ist, merken auch Wissenschaftler, die versuchen, das Anliegen der Wissenschaft zu kommunizieren. Da sagen sie dann: Natur erschafft. Warum? Weil sie in der Sprache des Mythos gefangen sind. Natur kann nichts erschaffen. Das Wort erschaffen beinhaltet: Es ist ein gestaltender Wille dahinter. Atheistische Naturwissenschaft muss also auch versuchen, den sprachlichen Rahmen zu sprengen, sonst bleibt sie im Mythos gefangen und wundert sich, dass Menschen religiös bleiben. 😉
    Und auch Theologen versuchen Gott zur Sprache zu bringen, sie wissen um die Begrenztheit der Sprache. Gott ist kein Geschöpf – und will dennoch kommuniziert werden. Wie macht man das angemessen? Diese Frage ist keine der Moderne. An dieser Stelle kommt dann die viel geschmähte Trinitätslehre ins Spiel. Sie hängt mit der Philosophie der Griechen zusammen. Christlicher Glaube, den es ursprünglich mit dem Judentum um das Handeln Gottes ging und nicht um das Sein, versuchen nun ihren Glauben auch mit der Sprache griechischer Philosophie, in der sie aufgewachsen sind, zu kommunizieren. Und da ist die Trinitätslehre eine sprachliche Hommage an Heraklit (sage ich mal etwas salopp).
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    Auch diese paar ad hoc Zeilen oben, die Kritik hervorgerufen haben, sprengen Sprache. Auch wenn ich sie nicht mit hoher Philosophie, Theologie, Wissenschaft vergleichen möchte, sie versucht aber eben das: Emotion, die manche kennen, Sprache werden zu lassen – und diese Reaktion ist eben eine, mit der ich versuche den Schreck, den ein Mensch bekam und mir davon sagte, zu formulieren. Manche verstehen sie, manche nicht. Manche spüren das Gesagte, manche nicht. So sind wir Menschen eben. Warum? Weil Sprache begrenzt ist.

    1. sie versucht aber eben das: Emotion, die manche kennen, Sprache werden zu lassen – und diese Reaktion ist eben eine, mit der ich versuche den Schreck, den ein Mensch bekam und mir davon sagte, zu formulieren.

      Lässt man aus dem „modernen Gedicht“ das Wort „Gott“ heraus, dann hat man tatsächlich etwas, über das man nachdenken und reden kann. Natürlich kann ich mich, wenn ich mein Spiegelbild betrachte, fragen: „Wer ist das eigentlich, der dir da gegenüber steht? Wirst du von anderen auch so gesehen, wie du dich jetzt selber siehst (natürlich nicht, denn wir sehen uns außer auf Fotos immer spiegelverkehrt)? Was machst du mit dem Rest deines Lebens, von dem dies der erste Tag ist, usw.?“

      Nützlich und hilfreich kann es sein, sein Spiegelbild so zu betrachten, aber, was das mit einem wie auch immer gearteten Gott zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.

      Ich sehe auch nicht, dass im Gedicht Sprache „gesprengt“ wird. Ich sehe nur den untauglichen und plumpen Versuch, Ihren Gott über die Hintertür einzuschleusen.

      Und es bleibt die Frage, was das Foto mit dem Gedicht zu tun haben soll?

  2. Oh, Gott!

    Ja, so könntes man es umschreiben: sinnloses Gestammel. Und ein zusammenhangloses Bild. Hat wohl irgendwie mit Religion zu tun, da findet man auch unpassende Bilder mit sinnentleerten Wortfetzen vermengt.

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