Wissenschaft – Juden, Christen, Muslime

Wenn ich in Berlin wohnen würde, würde ich sofort diese Ausstellung besuchen: https://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/gropiusbau/programm_mgb/mgb17_juden_christen_und_muslime/ausstellung_juden_christen_und_muslime/ausstellung_211735.php

Es geht um gegenwärtige Wissenschaft, die auf den Schultern mittelalterlicher Gelehrter steht.

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4 Antworten auf „Wissenschaft – Juden, Christen, Muslime“

  1. Nur muss eben ein Rahmen gegeben werden – und diesen Rahmen bildet die Menschheit seit vielen Jahrtausenden aus, auch mit Hilfe der Religionen, damit Menschen in ihrer Vielfalt möglichst friedlich miteinander leben können.

    Starke Behauptung, die jedoch einer Überprüfung nicht standhält. Religionen dienten schon immer der Machtausübung und man hatte von jeher wenig Skrupel die Wahrung der Macht auch mit kriegerischen Mitteln zu sichern.

    wir allerdings sehen müssen, dass nicht nur Religionen den freien Prozess verhindern, sondern eben auch Ideologien.

    Auch Ideologien tragen Grundzüge des Religiösen, man schreibt nämlich den Menschen vor, was sie zu denken haben und jede Abweichung davon gilt als Sünde.

    Entsprechend können Religionen zeigen, dass die Vorfahren schon durch solche Fragen und Prozesse hindurch gegangen sind – also auch das gesellschaftspolitische Rad nicht immer neu erfunden werden muss.

    Ersteres ist aber auch Aufgabe von Geschichtsbewusstsein, es reicht ja die Kenntnis von früheren Verhaltensweisen, man muss und in vielen Fällen sollte sie ja nicht bewahren. Letzeres triftt dann nicht zu, wenn es neue gesellschaftspolitische Prozesse gibt und die zeichnen sich z. B. in der Informationstechnologie ab: neue Herausforderungen, die es so noch nie gegeben hat. Was soll man da mit den Rezepten von gestern und vorgestern?
    Ich denke nicht, dass da die Religionen (etwa der Islam?) auch nur den Ansatz einer Lösung bieten können.

    Von daher: Es ist unbedingt notwendig, dass Meinungsfreiheit erhalten bleibt, dass keiner wegen der Äußerung seiner Meinung Angst ausstehen muss.

    Unbedingte Zustimmung!

    Dass man aber auch aufpassen muss, dass sich keine Gruppe als dominant durchsetzt, die dann alles an sich reißen kann und andere erniedrigt.

    Und dazu brauchen wir die Demokratie mit gut informierten Bürgern, die jederzeit bereit sind, scheinbare Autoritäten (hier fällt mir spontan der Papst ein) in Frage zu stellen.

    1. Dass das Zusammenleben möglichst friedlich ist, geht ohne Druck nicht. Dass Religionen missbraucht wurden, dass sie zur Unterdrückung verwendet wurden, wer weiß das nicht. Aber alles hat seine zwei Seiten.
      Zu dem anderen Aspekt: Vielleicht reicht rein theoretisch Geschichtsbewusstsein. Aber eben nur: rein theoretisch. Man kann sich vieles denken. Aber ob dem dann auch so ist?
      Zum Fortschritt in der Informationstechnologie: Ja, ich staune. Aber immer dann, wenn ich staune, kommt mir Kästner in den Sinn: Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt… Der letzte Satz heißt:
      So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
      Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
      Doch davon mal abgesehen und
      bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
      noch immer die alten Affen.

  2. Sieht nach einer interessanten Ausstellung aus. Ich denke, auf diesem Gebiet muss auch noch eine ganze Menge Aufklärungsarbeit geleistet werden, weil viele Leute immer noch glauben, dass Wissenschaft und „christliches“ Abendland eine untrennbare Einheit darstellen.
    Dabei macht der Artikel deutlich, dass ohne die Bewahrung der antiken griechischen Erkenntnisse durch die Araber wir heute in der Wissenschaft noch nicht so weit wären, wie wir sind.
    Unglücklicherweise hat dann diese Tradition durch den religiösen Fantismus eines Al-Ghazali ein jähes Ende gefunden.
    Wenn man nun auch noch darüber nachdenkt, wieviel geistige Kapazität auch im Abendland dadurch verloren gegangen ist, dass hochintelligente Menschen ihre Zeit mit religiösem Zeugs vertan haben, dann wird einem klar, welchen Schaden Religionen bisher angerichtet haben.
    Und sieht man sich die religiösen Spinner (Kreationisten) an, die in den USA einen unheilvollen Einfluss ausüben, dann wird einem auch klar, dass die Schädigung der Menschheit durch die Religion noch lange nicht beendet ist. Von dem, was andere Religonen wie Islam und Hinduismus im entsprechenden Kulutrkreis anrichten, will ich gar nicht erst sprechen.

    1. Der Mensch ist vielfältig. Zur Vielfalt gehört auch Religion. Religion in seiner unterschiedlichsten Form – bis hin zu pseudoreligiösen Handlungen, Esoterik… Sie ist Teil des Menschen. Und atheistischer Humanismus – weil auch er nur ein Teil des Menschen ist, wird auch nicht das Paradies bewirken. Der Mensch in seiner Vielfalt – wie die Natur vielfältig ist – das zu betonen wird mir persönlich immer wichtiger. Die Vielfalt der Emotionen, der rationalen Versuche, Welt zu verstehen, sich und die Gruppe usw. in der Welt zu verorten, das kann im Grunde nur denjenigen stören, der Monokulturen oder künstliche Gesellschaften anstrebt. Die Vielfalt der Charaktere… – es ist spannend. Nur muss eben ein Rahmen gegeben werden – und diesen Rahmen bildet die Menschheit seit vielen Jahrtausenden aus, auch mit Hilfe der Religionen, damit Menschen in ihrer Vielfalt möglichst friedlich miteinander leben können. Dieser Rahmen wird immer wieder ausgehandelt, durch schwere Epochen, aber auch in lockeren Epochen. An diesem Aushandlungsprozess haben alle möglichen Menschen Teil – auch die Religiösen, denn Religion ist nun einmal weltweit noch immer in vielen Kulturen dominant. Auch wenn manche das nicht mögen oder bekämpfen. Aber Aushandlungsprozesse können nur stattfinden in einer freien Gesellschaft. Und diese haben Religionen vielfach nicht ermöglicht bzw. sind auch heute noch Hinderungsgründe. Inzwischen haben wir allerdings sehen müssen, dass nicht nur Religionen den freien Prozess verhindern, sondern eben auch Ideologien. Überall da, wo sich eine Gruppe als dominant erweist und andere einengt, da wird es gefährlich, ob es sich um religiöse Gruppen handelt, um allgemeine Machtgruppen, aber auch um anti-religiöse Weltanschauungen, oder um Weltanschauungen, die religiöse Themen aufgreift, um andere beherrschen zu können.
      Ich denke, dass nicht die Religion das Problem ist, sondern der Mensch. Denn in unserer menschlichen Tradition konnte eine Gruppe wohl eher überleben, wenn sie einheitlich agierte. Das passt nur auf unsere komplexe Gesellschaft nicht mehr.
      Auch Religionen sind nicht nur starre Etwasse, sondern wandeln sich – sie sind freilich Tradition bewahrender als andere gesellschaftliche Gruppen der Moderne. Und auch in der Bewahrung von Tradition haben sie ihre Aufgaben, damit die Menschen sich nicht in den jeweiligen modernen Themen verlieren – die ja zumeist gar nicht so modern sind. Entsprechend können Religionen zeigen, dass die Vorfahren schon durch solche Fragen und Prozesse hindurch gegangen sind – also auch das gesellschaftspolitische Rad nicht immer neu erfunden werden muss.
      Von daher: Es ist unbedingt notwendig, dass Meinungsfreiheit erhalten bleibt, dass keiner wegen der Äußerung seiner Meinung Angst ausstehen muss. Dass man aber auch aufpassen muss, dass sich keine Gruppe als dominant durchsetzt, die dann alles an sich reißen kann und andere erniedrigt.

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