Exodus 3 / 2. Buch Mose 3

Das 3. Kapitel aus dem Buch Exodus ist doch immer wieder spannend.

Es beginnt mit einem brennenden Dornbusch, der nicht verbrennt und der darum die Aufmerksamkeit des Mose hervorruft. Dieser wundersame Gruß aus der Transzendenz ist im Grunde der Eyecatcher für Moses.

Dann sagt Gott dem Moses, dass er, Gott, der Gott der Väter sei und er ihn zur Befreiung des Volkes sende.

Moses möchte einen Beweis dafür, dass Gott es ist. Der Beweis lautet: Ihr werdet in Zukunft in Freiheit ein Opfer darbringen. Das heißt im Grunde: Der Beweis kommt erst dann, wenn das Volk sich vertrauend auf Gott eingelassen hat und handelt. Vorher bekommt es nicht den Beweis.

Dann will Moses einen Gottesnamen, nicht nur „Gott der Väter“ – also vielleicht will er als gebildeter Ägypter solche Namen hören wie Re (Sonne), Amun (Wind), Atum (Schöpfer), Bastet… – große, bekannte, mächtige Götter. Und was bekommt er zu hören? Gott stellt sich vor: Ich werde der sein, der ich sein werde (griechische Interpretation: Ich bin, der ich bin). Auch wieder auf Zukunft hin. Nichts Greifbares.

Dann sagt Moses: Sie werden mir nicht glauben. Dann sagt Gott: Nimm den Hirtenstab, wirf ihn auf den Boden – er wird zur Schlange – Moses ergreift die Schlange – sie wird zum Stab usw.

Also: Mit dem Väter-Gott und dem Zukunfts-Gott können die Menschen nichts anfangen. Sie brauchen Wunder. Gott gibt ihnen diese, weil der Mensch nicht bereit und in der Regel fähig ist, ihn als Gott zu erkennen.

Das ist ein wunderbares Beispiel dafür: Gott geht auf den Menschen ein. Er nimmt Rücksicht auf die Begrenztheit des Menschen. Der Mensch kapiert nichts – aber Wunder, die faszinieren sein kleines Hirn. Und das ist der Beginn einer sonderbaren Geschichte zwischen Gott und Volk Israel, zwischen Gott und Menschheit.

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