Über den Geschichtsexorzismus in unseren Städten: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/politischer-exorzismus-umbenennung-von-strassen-kolumne-fleischhauer-a-1141605.html Echt? Fichte will man lassen? Diesen Nationalisten?
Ich würde vorschlagen: Man nimmt die Namen derer, um die Straßen mit Namen zu verzieren, die in den Kommissionen zur Reinigung der Straßennamen sitzen. Hoffentlich sitzen sie dort ehrenamtlich und unentgeltlich. Denn sonst könnten sie von der kommenden Generation als steuergeldgeil gekennzeichnet werden und werden schleunigst aus dem Straßenbild verschwinden. Man weiß ja nie.
Fleischhauer weist schon einmal darauf hin, dass in Zukunft vielleicht nur noch Veganer genannt werden dürften. Wahrscheinlich mit Ausnahme von Hitler – ach so, ne, der war nur Vegetarier. Wenn die Frutarier siegen werden, haben die Veganer auch nichts mehr zu lachen, weil sie dem Salat das Leben genommen haben. Das ließe sich wunderbar nach allen Seiten hin ausmalen.
Aber Spaß beiseite: Man will wirklich nicht alle Berühmtheiten ihrer Zeit im Straßennamen wieder sehen. Aber muss der Exorzismus mit der teutonischen Gründlichkeit geschehen?
Und wenn dann die Straßennamen nur noch aus Zahlen bestehen, denkt man sich: Oh, wie schön! Menschen waren Menschen! Das scheinen manche der Rigoristen zu übersehen, dass Menschsein mit Schwächen verbunden ist, mit Zeitgemäßheit… Und so bewahrheitet es sich wieder einmal:
Lieber in die vergebende Hand Gottes fallen als in die Hände unbarmherziger Ideologen.
Schlimmer als dass es solche Rigoristen gibt – denn die gehören auch mit diesen ihrem Fehler zu uns Menschen dazu -, ist es, dass die Gesellschaft solchen Rigoristen Raum gibt, der ihnen nicht zustehen darf. Da bin ich rigoros.
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