De Einfluss der Religion auf die Gesellschaft

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Er fragte; Was kümmert sich die Kirche um die Wirtschaft, um Medien, um Recht, um das sexuelle Zusammenleben der Menschen, um die Gesundheit, um Kunst, darum, wann Menschen sterben und heiraten und abtreiben dürfen und wann nicht… – was geht sie all das überhaupt an?

Menschheitsgeschichtlich gesehen ist die Frage kurios – da Religion und Zusammenleben der Menschen immer eine Einheit war – und fast überall auf der Welt auch noch ist.

Es ist Kennzeichen eines Teiles der Moderne in Europa und Nordamerika hier zu trennen.

Religion ist Gesellschaft bewegend, selbst in unseren Breiten, wo man versucht, Religion möglichst zu verdrängen bzw. sie möglichst in ihrer Bedeutung nicht wahrzunehmen.

Womit hängt das zusammen? Das hängt allgemein damit zusammen, dass Menschen einer Kultur weitgehend eine religiöse Einheit gebildet haben und Religion auch der Kitt war, der die jeweilige Gesellschaft, den Stamm usw. moralisch und auch sonst zusammengehalten hat. Religion hat die Regeln vorgegeben, mit denen Menschen miteinander Umgang hatten.

Und so sind auch heute noch Christen eben nicht nur Christen, sondern auch Mütter, Väter, Berufstätige. Sie sind Politiker, Beamte, Handwerker, Selbständige in den unterschiedlichsten Bereichen. Der Glaube prägt ihren Umgang mit Menschen, mit allem, was sie tun und denken.  Vorausgesetzt freilich, sie nehmen ihren Glauben ernst.

Und Christen haben auch den Auftrag, sich zum Wohl der Gesellschaft einzusetzen. Die Menschen, die Welt sind Gottes Menschen, ist Gottes Welt – und von daher haben Christen ihnen auch zu dienen. Dienen heißt nicht, den anderen Menschen nach dem Mund zu reden und zu tun und lassen, was sie wollen, sondern dienen heißt: Das, was man kann, zu ihrem Wohl beizutragen. Und manchmal ist das Wohl freilich nicht immer sofort ersichtlich.

Und so hat Religion einmal von der Menschheitsgeschichte mit allem zu tun, was die Menschen so treiben, aber auch weil Glaubende ein Teil der Gesellschaft sind – und drittens: Sie sehen sich als Gottes Statthalter in der Welt an.

Nun kann man natürlich sagen: Das ist arrogant… Ist es das? Oder ist es arrogant in einer winzig kleinen Zeitspanne der Menschheitsgeschichte zu denken, man müsse Religion zum Schweigen bringen? Oder: Sind Atheisten und andere auch arrogant, wenn sie sich in der Gesellschaft einbringen? Nein, natürlich nicht.

Gesellschaft in der Moderne ist ein Ringen um den besten gemeinsamen Weg. Manchmal tun sich in diesem Ringen auch religiöse Strömungen mit den nichtreligiösen Strömungen zusammen. Manchmal tun sich unterschiedliche Religionen zusammen. Manchmal findet man als christliche Religion eine Einheit, um Auswüchse der Gesellschaft zu bekämpfen. Und so bietet Religion immer auch eine Korrektur in der jeweils in sich selbst verliebten Zeit. Sie bringt Stimmen der Vergangenheit mit ein, wenn man sie am liebsten vergessen oder übergehen möchte, sie bringen Erfahrungen und Warnungen der Vergangenheit ein – und sie bringen die Zukunft ein, die Hoffnung, den Glauben, dass Gott seine gute Herrschaft errichten wird, die jetzt schon die Gesellschaft prägt. 

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