Islamist

Es wird gegen die Bezeichnung Islamist agiert, weil sie Andersdenkende diffamiert. jetzt hat man sich schon darauf eingestellt, nicht mehr allgemein den Islam oder Muslime mit den Gewalttätigkeiten, die von Vertretern dieser Religion kommen, zu identifizieren und hat den Begriff Islamist gewählt, um eben zu differenzieren, jetzt wird er auch abgelehnt. Gut, sagt man sich da: Das ist alles islamophob – also verwenden wir das Wort Salafist.

Die Salafisten in Pakistan, die kürzlich wieder ihre terroristischen Salafistenbrüder aus dem Knast befreit haben, die Salafisten in Afghanistan, die auch dort ständig ihre muslimischen Brüder und Schwestern drangsalieren, die Salafisten in Europa, die überall versuchen, irgendwo ihre extreme Gesinnung gegen die Einheimischen zu leben oder sonst Furore zu machen, die Imam-Salafisten, die anderen das Leben schwer machen… Und dann? Dann wird gesagt werden: Du darfst nicht immer Salafist sagen, weil das die Salafisten diskriminiert – das sind ehrenwerte Menschen, weil sie den Islam in seiner traditionellen Form unterstützen.

Terroristen darf man sie auch nicht nennen, denn es sind ja nicht alle, die den Islam extremistisch leben und durchsetzen wollen, Terroristen. Am Besten: Man schweigt still und lässt alles über sich ergehen. Das würde den Extremisten und deren Steigbügelhaltern sicher gut gefallen. Legen wir das Leichentuch über die öffentliche Meinung, die Presse- und Redefreiheit. Dann ist Ruh.

Wie wäre es, wenn die Muslime selbst diejenigen, die im Namen Allahs und des Islam eine menschenfeindliche und zerstörerische Gesinnung an den Tag legen, das Handwerk des Todes vermiesen? Leichter ist es sicher, die scheinbar weiche westliche Gesellschaft zum Schweigen zu bringen.

Aber – und bei mir kommen immer die Abers:

Es geht freilich nicht an, Menschen als Islamisten abzustempeln, die sich mit dem Islam beschäftigen oder einfach nur fromme Muslime sind: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/wie-michael-blume-zum-islamistenfreund-gestempelt-wurde-a-913972.html Wie ich neulich zum Thema Rechtsextremisten gesagt habe: So hat auch der Islamist nicht einfach nur ein muslimisches Weltbild, sondern es ist wie bei Rechtsextremisten mit Menschenverachtung verbunden. Es ist eine religiöse Ideologie damit verbunden, die nichts neben sich duldet, die bereit ist, über Leichen zu gehen, wenn Menschen eine andere Meinung haben, anders leben wollen. Menschen, denen ein Schwarz-Weiß-Denken zugehört: Ich und meine Gruppe sind gut – alle anderen sind böse, sie müssen vernichtet werden, damit die Welt gut wird. Das ist für mich extremistisches Denken, und das ist freilich nicht auf den Islamisten beschränkt, sondern auch auf den Nationalsozialisten, Nationalisten, Kommunisten. Letztere machen zurzeit weltweit weniger Furore. Darum stehen Islamisten im Fokus des Interesses.

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