Menschenfeindliches München

„So menschenfeindlich ist München“? http://www.merkur-online.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/menschenfeindlich-weltstadt-herz-2952948.html Echt?

20%: Es gibt zu viele Muslime in Deutschland.

17%: Muslimische Kultur passt nicht gut nach D.

40%: Moscheen bereichern das kulturelle Leben nicht.

40%: Sitten und Bräuche des Islam sind mir nicht geheuer.

41,3% lehnen die Gruppe der Muslime vollständig/eher ab.

40% lehnen Langzeitarbeitslose ab.

23,5% sind gegenüber Obdachlosen negativ eingestellt.

14,1% lehnen Homosexualität ab.

12,1% sind antisemitisch eingestellt,

8,2% frauenfeindlich

5,5% gegen Behinderte

2,9% befürworten den Nationalsozialismus.

Was heißt eigentlich 8,2% sind frauenfeindlich? Was interpretieren die Umfrage-Interpreten als frauenfeindlich? Wenn jemand sagt, Frauen sind für die Kindererziehung zuständig? Es soll keine Frauenquoten geben?

Mich würde auch interessieren: Wo bereichert in Deutschland eigentlich eine Moschee die Kultur? Was ist damit gemeint? Die Architektur? Der kulturelle Beitrag, den Moscheegemeinden in der Gesellschaft leisten? Überall wird bedauert, dass nicht mehr Muslime an kulturellen Veranstaltungen der einheimischen Bevölkerung teilnehmen. Was denken die Fragesteller eigentlich, was an muslimischer Kultur nach Deutschland passt? Was ist muslimische Kultur? Was sind Sitten und Bräuche der Muslime? Das, was sie in den islamischen Ländern von Saudi Arabien über Pakistan und Syrien uns zeigen? Soll das den Münchenern geheuer sein? Oder ist das gemeint, was an muslimischer Kultur hier Eingang findet: Schischa rauchen, Integrationswochen-Mahlzeiten, Kopftücher und andere Kleidungsstücke, Teppiche? (Niemand hat wohl etwas gegen Orientteppiche) Wenn Auslandsstämmige in unserem Land Bücher schreiben, Filme drehen… – entspricht das der muslimischen Kultur oder ist das nicht doch Kultur aus europäisierter türkischer, pakistanischer… Sicht? Wenn uns Kultur aus muslimischer Sicht begegnet, dann ist das eher Kultur derer, die zwar in islamischer Tradition wurzeln, aber doch dem Islam gegenüber entfremdet sind.

Was will ich damit sagen: Es werden Worthülsen vorgelegt – und daraus werden Schlussfolgerungen gezogen, die nicht allein islamkritisch interpretiert werden, sondern sogar menschenfeindlich. Und nachdem diese Menschenfeindlichkeit festgestellt wurde, müssen nun die bösen Bürger endlich einmal erzogen werden – im Sinne der Polit-Elite. Da die Aufklärung jedoch lehrt: Leute, benutzt euren Verstand – werden sie ihn trotz dieser Erziehungskampagnen benutzen und auch immer anderer, realistischer Meinung sein als Menschheitsbeglücker.

Apropos Ablehnung Obdachloser: Bekanntlich spielt eine große Rolle in der Ablehnung die Angst, selbst einmal obdachlos werden zu können. Man möchte nicht sehen, was man befürchtet. Von daher liegt hier eine große (traditionelle) Aufgabe der Kirchen, gegen diese Angst dadurch zu wirken, dass sie über Obdachlosigkeit aufklären. Oder gegen Behinderte sind Menschen, die unter anderem den Kontakt fürchten, weil sie nicht wissen, wie man mit ihnen umgehen soll. Zum anderen fördert die Gesellschaft die Ablehnung von Behinderten dadurch, dass Behinderte verstärkt abgetrieben werden, man denke auch an die unsägliche PID-Diskussion. Eine Gesellschaft, die akzeptiert, Behinderte zu töten, bevor sie geboren werden, kann sich doch nicht einreden, für Behinderte zu sein. Und es ist unredlich: Oft sind es dieselben Menschen, die für die Abtreibung Behinderter sind – und sich empören, wenn Menschen Behinderte nicht akzeptieren.

Impressum
auf www.wolfgangfenske.de