Wiederverheiratete + Kommunion + Verantwortung

Das mag katholisch passen – aber auch aus der jesuanisch-christlichen Sicht? http://www.kath.net/news/41685 : Wiederverheiratete können nicht zur Kommunion.

Bei manchen gut begründeten Traditionen mag man sich auch fragen WWJD What would Jesus do? Was würde Jesus tun?

Wir Menschen wollen andere schützen. Natürlich ist in der katholischen Kirche die Ehe ein Sakrament – aber gehen wir weiter: Wir wollen Ehepartner davor schützen, dass sie Ehebruch zum Opfer fallen, dass ein Partner sie verlässt, darum die Drohung: Du darfst am Mahl Jesu Christi nicht teilhaben! Nun haben wir diese ehrenwerte Sicht – was ist aber, wenn Menschen von anderen Menschen verlassen werden – sie sind die Opfer. Darf man sie auch nicht am Mahl teilhaben lassen? Was ist, wenn dieser Lebensweg der Trennung in voller Verantwortung und im Einvernehmen geschah, weil man erkannt hat: Unser Jugendweg war falsch? Es gibt so viele unterschiedliche Schicksale. Wir wollen schützen – aber es kommt vielfach Ungerechtigkeit dabei heraus. Ich als Evangele habe natürlich leicht reden, aber das Dilemma von uns Menschen als Sünder – und auch als Kirche – tritt hier deutlich zu Tage.

Das betrifft auch andere Themen, in denen eine eindeutige Antwort falsch sein kann. Auch Themen, in denen andere vor der Willkür anderer geschützt werden sollen, die Schwächeren vor den Stärkeren. Ich nenne solche Themen, ohne selbst eine Antwort zu wissen bzw. weiß um die ethischen Implikationen: Sterbehilfe (nicht Euthanasie!), Abtreibung, medizinische Weiterentwicklungen vieler Art, von PID bis hin zu Genforschung, Kriegseinsätze…

Wir Christen wissen aus unserer langen Geschichte: Gott kann aus Böses, das Menschen tun, einen guten Weg folgen lassen – ein für uns Menschen gut scheinender Weg kann böse sein. Wir leben in der „gefallenen Schöpfung“ und somit gehen wir nicht immer den richtigen Weg. Doch wir müssen den Weg in Verantwortung gehen. Und wenn er falsch war, müssen wir die Verantwortung tragen.

Wesentlich ist aber auch, dass es keine kalte Verantwortlichkeit wird, keine gesetzliche, keine, die aus irgendwelcher religiöser oder gesellschaftspolitischer Angst wahrgenommen wird, sondern eine in Liebe und Freiheit und furchtlos.

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