Paul Schneider

Am 18.9.1939 wurde Paul Schneider durch eine Injektion von Strophanthin getötet. Zu Paul Schneider: http://paulschneider.studio-h-weimar.de/

Paul Schneider ist als der Prediger von Buchenwald bekannt. Als Pfarrer hat er sich dem faschistischen System des Nationalsozialismus nicht gebeugt, auch nicht entmutigt dadurch, dass viele seiner Gemeinde diesem verfallen waren. Ich weise schon einmal darauf hin, da sich im nächsten Jahr der Todestag jährt. Er sollte nicht vergessen werden.

Die Erinnerung an große Menschen darf nicht übersehen lassen, wie viele Menschen versagt haben. Die Erinnerung an große Menschen ist aber wichtig, damit wir als Christen möglichst nicht versagen – das heißt: wie die Weinrebe am Weinstock bleiben, uns von ihm nicht trennen lassen.

Barmer Theologische Erklärung – aus These 1 https://www.ekd.de/Barmer-Theologische-Erklarung-Thesen-11296.htm :

Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.

 

9 Antworten auf „Paul Schneider“

  1. Zudem: Latein war bekanntlich eine Sprache, dem das gegenwärtige Englisch parallel gesetzt werden kann.

    Unfug, denn Latein hatte im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit die Rolle als lingua franca. Die Barmer Erklärung stammt von 1934. Sehr schwaches „Argument“.
    Auch was folgt, ist nicht viel besser:

    Zudem dürfte bekannt sein, das seit dem letzten Jahrhundert gegenläufige Strömungen zu erkennen sind: ich sage nur: Ökumenischer Rat der Kirchen… Versuche des ökumenischen Miteinanders der protestantischen Kirchen und der katholischen Kirche… Geschichte ist in Bewegung. Sie ist vielfältig. Das zu erkennen, entkrampft.

    Natürlich ist Geschichte in Bewegung, auf allen Ebenen. Das ist eine Binsenweisheit. Inwieweit die ökumenische Bewegung vorankommt, wage ich jedoch zu bezweifeln. Die Evangelikalen missionieren z. B. in Lateinamerika zu Lasten der katholischen Kirche und letztere bandelt inzwischen mit Imamen an, möglicherweise deshalb, weil man mit den anderen christlichen Glaubensbrüdern nicht voran kommt und weil es immer noch einen gemeinsamen Feind gibt, den es zu bekämpfen gilt, auch wenn dieser Kampf wenig Aussicht auf Erfolgt hat: die aufgeklärte Wissenschaft.

    1. Unfug scheint zum Lieblingsvokabular zu gehören.
      Manchen muss man Binsenweisheiten sagen.
      Die ökumenische Bewegung kommt voran. Dass die katholische Kirche nicht zum ÖRK gehört? Auch eine Binsenweisheit für Sie? Aber ÖRK bedeutet ja nicht, dass man nicht verkündigt, dass man an dem Ort, an dem andere Konfessionen Platzhirsche sind, seinen Glauben unter den Scheffel stellt. Dann wären wir ja wieder bei: cuius regio eius religio. (Latein! Auch wen man heute kein Latein mehr spricht! Ich will angeben!) Ein Erstarren der Konfessionen ist nicht erstrebenswert.
      *
      Das Anbandeln mit dem Islam – es gehört zum Dialog der Religionen dazu, jeder Konfession, dass man mit Vertretern der anderen Religion spricht. Religionen sind in der Welt dominant – und man muss allein schon um der Menschen Willen, auch derer, die nicht glauben, miteinander umgehen lernen.
      *
      Wissenschaft als Feind der Religion? Warum benötigen Sie diese Aussage? Kann ich heute, was die großen christlichen Konfessionen betrifft, zumindest nicht erkennen. Wenn Sie andere Meinungen als „Feindseligkeit“ interpretieren, dann ist nicht mehr Religion das Thema sondern die Frage: Wie geht einer mit anderen Meinungen um.

      1. Wissenschaft als Feind der Religion? Warum benötigen Sie diese Aussage?

        So wie Sie mich zitieren, klingt es missverständlich. Nicht ich habe die Wissenschaft zum Feind der Religion erklärt, sondern zum Ausdruck gebracht, dass die Religionen die Wissenschaft als ihren Feind betrachten. Ich denke, das gilt immer noch, auch wenn heute keine Wissenschaftler wie seinerzeit Giordano Bruno mehr auf dem Scheiterhaufen enden. Die Religionen geben immer nur so viel von ihren kontra-wissenschaftlichen Positionen preis, wie sie nicht mehr leugnen können, ohne sich lächerlich zu machen.

        Haben sie im 19. Jhdt. noch die Evolutionstheorie als solche bekämpft und sogar die Tatsache der Evolution geleugnet (die Evangelikalen tun es heute noch!), so faseln sie mittlerweile noch von einer „gottgelenkten Evolution“, einer Position, die nur noch so lange haltbar ist, wie große Teile der Bevölkerung unzureichend über die Mechanismen der Evolution informiert sind.
        Dieser Artikel: https://de.richarddawkins.net/articles/gottgelenkte-evolution
        macht deutlich, wie armselig die Behauptung der Religionen ist, dass ihr Gott lenkend in die Evolution eingreife, ganz abgesehen davon, dass damit auch die Theodizee-Rechtfertigung der Religionen ad absurdum geführt wird.

        Wie geht einer mit anderen Meinungen um.

        Nun, ich finde es besser, wenn man den Meinungsgegner auf dessen Wissenslücken und logische Schnitzer hinweist, als dass man „diplomatisch“ übertünchend selbst die absurdesten Gedankengänge als legitime Meinung-„Vielfalt“ scheinbar akzeptiert. Das mag man tun, wenn man sich in der schwächeren Position befindet und keine Argumente mehr hat, also Theologe ist, für einen echten Widerstreit der Meinungen sollte das keine Rolle spielen.

        1. Was den viel genannten Giordano Bruno betrifft: Selbst der Wikipedia Artikel sieht es schon differenzierter. Das ist es eben, die Wissenschaft schreitet voran. Auch Geschichtswissenschaften entdecken was Neues. Nun kann man aber sagen: Auch wenn die Kirche selbst ihn nicht zum Tode verurteilt hat, sondern das weltliche Gericht, denn Kirche war alles. Aber: Das weltliche Gericht hat sich wohl auch gegen das kirchliche Gericht für eine andere Strafe entschieden. Ich habe zwar keine Ahnung, was noch alles ans Tageslicht kommen wird, aber das ist nun mal der gegenwärtige Stand.
          Was die Meinungsvielfalt betrifft: Ja, manche haben einen sehr engen Rahmen für das, was sie als absurd und bekämpfenswert ansehen. Andere haben einen breiteren Rahmen und wieder andere einen sehr weiten Rahmen.

          1. Was den viel genannten Giordano Bruno betrifft: Selbst der Wikipedia Artikel sieht es schon differenzierter.

            Ich weiß nicht, was Sie mit diesem Satz bewirken wollen?
            Selbst die differenzierteste Sichtweise kommt nicht an der Tatsache vorbei, dass Giordano Bruno erst von der Inquisition grausam gefoltert und letzten Endes deshalb hingerichtet wurde, weil er eine von den Leeren [sic] der Kirche abweichende Meinung zur Realität hatte. Ob er nun direkt von den Vertretern der Kirche verbrannt wurde oder erst nach Überstellung an ein „weltliches“ Gericht „mit der herkömmlichen Bitte, dieser möge die Strenge des Gesetzes mildern und keine Strafen gegen Leib oder Leben verhängen.“ wie Wikipedia schreibt, spielt wohl kaum eine Rolle, denn auch die „Weltlichkeit“ stand seinerzeit unter der Fuchtel der Kirche und kaum ein Entscheidungsträger hätte es gewagt, sich den offensichtlichen Wünschen der Kirche, dass Bruno als Ketzer und Häretiker zu vernichten sei, entgegen gestellt. Sogar die katholische Kirche hat ihre Verantwortung für die Hinrichtung Brunos inzwischen halbherzig eingestanden.

            Aber: Das weltliche Gericht hat sich wohl auch gegen das kirchliche Gericht für eine andere Strafe entschieden.

            Das halte ich für eine durch nichts zu rechtfertigende Geschichtsklitterung. Begründung siehe oben.

            Kleiner Tipp an Sie: Sie müssen nicht alles ungeprüft glauben, was ein Manfred Lütz an Dreistigkeit besitzt zu Papier zu bringen.

            1. Danke für den Tipp – danke gleichfalls.
              Die Kirche hatte Macht über alle im Mittelalter. Diese Perspektive sollte revidiert werden. Die Kräfteverhältnisse waren vielfältiger. Zudem hat die Kirche auch alte Traditionen nicht vollkommen verändert, sondern wurde auch von ihnen durchdrungen. Seien es germanische, römische… Die Akteure der Kirche waren eben Akteure, die aus ihrer nichtchristlichen Tradition gekommen sind, die ihre nichtchristlichen Traditionen mit dem christlichen Glauben verbunden haben – den christlichen Glauben inkulturiert haben. Das Mittelalter ist kein geschlossenes System. Wir erkennen das heute immer besser – Lütz hin oder her. Dieses Bild: Kirche beherrscht alles – ist aus meiner Perspektive darin begründet, dass man die Vielfalt reduzieren möchte. Erst dann, wenn man sie reduziert hat, kann man sie verstehen, kann man sich ein Bild von ihr machen. Aber das ist kein wissenschaftliches Denken – wenn es um Geschichtswissenschaften geht.

              1. Noch eine Anmerkung: Die Todesstrafe bei Vergehen gegen den Willen der Götter bzw. aus Angst vor dem Zorn der Götter ist meines Wissens schon uralt. Es gibt ein doppeltes Rechtssystem, das im Mittelalter herrschte. Einmal das alte germanische bzw. langsam aufgrund der Kirche dieses durchdringende römische Recht und der Versuch, das jeweilige mit dem christlichen zu verbinden. Wenn man sagen könnte, dass die Angst vor dem Zorn Gottes erst mit den Christen (bzw. dem AT) die Völker Europas ergriffen hätte, dann könnte diese Ihre Aussage stimmen. Aber diese Angst herrschte parallel zum Judentum (z.B. bei Germanen und Römern) und auch schon vorher. Die Reduzierung des Rechts auf Kirche/Christen entspricht nicht den Tatsachen. Es liefen Stränge parallel. Das Mittelalter war kein monolithischer Kirchenblock.

  2. Aus dem Link: „Verbum dei manet in aeternum.“

    Lateinische Sinnsprüche sollen für Außenstehende wohl beeindruckend klingen, sagen aber oft so wenig aus, dass man sie in Latein kleiden muss, damit der beeindruckende Eindruck nicht verloren geht.

    Das wenig Beeindruckende an obigem Spruch ist, dass sich seit 2000 Jahren die Theologen nicht darauf einigen können, was denn „verbum dei“ ist und was nicht. Deshlab die vielen Schismen, die inzwischen in 40.000+ Sekten gemündet haben und es können nur noch mehr werden, nämlich mit der halbwegs charismatischen Person, die gläubige Schäfchen als lukrative Geldquelle für sich entdeckt, wie das z. B. in den USA gang und gäbe ist und wohl allmählich auch nach Europa rüberschwappt.

    1. Das kann man den Verfassern der Barmer Theologischen Erklärung sicher nicht vorwerfen. Zudem: Latein war bekanntlich eine Sprache, dem das gegenwärtige Englisch parallel gesetzt werden kann. Würden Sie diesen Vorwurf auch allen machen, die Englische Sätze verwenden?
      Zudem dürfte bekannt sein, das seit dem letzten Jahrhundert gegenläufige Strömungen zu erkennen sind: ich sage nur: Ökumenischer Rat der Kirchen… Versuche des ökumenischen Miteinanders der protestantischen Kirchen und der katholischen Kirche… Geschichte ist in Bewegung. Sie ist vielfältig. Das zu erkennen, entkrampft.

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