Eine Antwort auf „Interview mit Robert Spaemann“

  1. Robert Spaemann: „Das Böse auf der Welt muss am Ende dem Guten dienen“

    Angesichts des rasanten Prozesses der Assimilation des Judentums im 19. und 20. Jahrhundert hat dieses Ereignis [der „große Judenmord“ ]wohl dazu beigetragen, die Identität Israels zu retten.

    Ich kann den Zynismus dieses „Philosophen“ nur schwer ertragen. Zumindest hoffe ich, dass ich ihn falsch verstanden haben, wenn er nahe zu legen scheint, dass Leiden und Tod von Millionen Menschen schließlich in dem „Guten“ endeten, dass das Volk Israel wieder eine Identität erhielt, also einen Statt, in dem sich Leiden und Tod – zwar nicht in der Schärfe wie zuvor, aber doch deutlich wahrnehmbar – für andere (z. B. die Palästinenser) fortsetzen. Aber er muss zu dieser Ansicht gelangen, weil er im Weltgeschehen die Hand seines Gottes sieht.
    Das führt dann zu der verzerrten Wahrnehmung der Realität, indem er sich die Frage stellt, welchen „Sinn“ dieses oder jenes Ereignis hat, denn schließlich es für ihn ja Teil des „Planes“ seines Gottes, also muss ein solcher Sinn darin zu finden sein.
    Ich denke, meine Hypothese wird durch diesen Satz Spaemanns gestützt:
    „Auch die grauenhaftesten Aktionen der Menschen können im Rahmen der Gesamtgeschichte des Universums einen positiven Sinn bekommen.“
    Eine ziemlich merkwürdige Auffassung von Realität.

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