Jesus-Geschenke

Vielleicht haben wir dem Jesuskind keine Geschenke zu bringen. Kein Gold, kein Weihrauch, keine Myrrhe. Vielleicht haben wir auch nichts, was wir an Gaben an uns selbst erkennen können, an guten Tätigkeiten, an guter Einstellung, an Gutem überhaupt.

Vielleicht haben wir auch einfach nur Traurigkeit, Melancholie, Müdigkeit. Die Freude, das Gottvertrauen sind verflogen. Das Schicksal hat uns gebeutelt und wir suchen irgendwie, uns über Wasser zu halten, irgendwie das Leben noch zu leben.

Vielleicht entdecken wir an uns auch nur Frechheiten, Unzuträglichkeiten, Zorn und Wut, brodelnde, unbeherrschte Tiefe.

Mensch, der Du am Boden liegst: Du selbst bist eine Gabe. Bring Dich selbst dem Gottessohn dar. Mit Deiner Unvollkommenheit, mit Deiner Niedergeschlagenheit, Deinem Fragen und Rätseln, Deiner Lebens-Verwirrung, Deinem Zorn.

Er lächelt Dich an. Er arbeitet an Dir. Er nimmt Dich, wie Du bist, Du musst Dich nicht verkrampfen. Schau ihn nur an. Kreise um ihn, nicht um Dich und Deine Mühen mit Dir selbst. Schau ihn nur an. Er lächelt Dir zu, nimmt Dich in den Arm und sagt: Fürchte Dich nicht.

Ja, Mensch, viele, viele andere Menschen und ich beten für Dich.

Und wenn Du fröhlich bist, munter, das Herz voll Gesang – schau auf ihn, schenk Dich ihm, ja auch dann, auch dann. (2013)

Jesus Christus

Was Glaubende wie Nichtglaubende wissen bzw. ahnen: Mit Jesus (Christus) muss es eine besondere Bewandtnis gegeben haben bzw. haben. Sonst würde man nicht so sehr um Jesus-Christus-Interpretationen ringen.

Einfach zu sagen: Vergessen wir Jesus – man weiß sowieso nichts über ihn – geht schlicht und ergreifend darum nicht, weil er eben nach 2000 Jahren noch immer eine so große weltweite Bedeutung hat – die Bedeutung, die kann man nicht leugnen, und wenn man ein noch so großer Anti-Jesus-Christus-Mensch ist; die kann man nicht leugnen, auch wenn man ein Mensch ist, der nichts Größeres über sich duldet – und somit auch den inneren Zwang verspürt, große Menschen klein zu machen.

An Jesus Christus kommt man nicht heran. Darum geht man gegen die Glaubenden vor. Das macht man physisch allerdings nicht mehr in zivilisierten Gesellschaften so. In zivilisierten Gesellschaften geht man gegen den Glauben vor. Man versucht es zumindest.

Die große Erzählung der christlichen Religion wird nicht aufhören. Weil die Erzählung nicht nur eine Erzählung ist. Die Wahrheit dahinter, die wir Christen in Worte zu fassen versuchen, ist selbst quicklebendig.

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Schlusspunkt hinter Religion – Schlusspunkt nach dem Leben + Christen im Irak

Sloterdijk wäre nicht der erste, der hinter der Religion einen Punkt setzt https://www.nzz.ch/feuilleton/sloterdijk-setzt-einen-heiteren-schlusspunkt-hinter-die-religion-ld.1592210 Wenn das so stimmt, was der Beitrag schreibt.

Es wird noch zig geben, die das tun. Die einen verbissen, die anderen klug, die anderen heiter, die anderen wissenschaftlich, die anderen emotional – wie wir Menschen halt so sind, glaubend oder nichtglaubend. Im letzten Jahrhundert gab es einige große Ideologien und Ideologen, die einen solchen Punkt mit Menschen-Massen setzten – Reste davon existieren noch immer. Die einen versuchen Religion mit der Psyche zu begründen, andere sozial, evolutionär – je nach Modethema, aber heute versucht man die Begründungen der Vorfahren zusammenzuführen. Eine scheinbar große Leistung. Dass es einer witzig-spritzig macht, ist auch nicht neu. Versucht hat das auch Eduard von Hartmann im 19. Jahrhundert. Und in diese Zeit fühlt man sich auch bei den Zeitgenossen, die von Nietzsche viel gelernt haben. Verbunden mit diesem witzig-spritzigen ist auch immer eine gewisse Hochnäsigkeit. Aber irgendworan muss man sich ja halten.

Philosophen erklären die Welt – sie wissen alles – auch dass es Gott nicht gibt. Die intellektuellen Hohenpriester haben die Priester ersetzt. Gelobt seien die Allwissenden.

Spannend ist, dass diejenigen, die einen Punkt hinter das Leben setzen, diesen auch hinter die Religion setzen. Die Sehnsucht der Menschen nach Schlusspunkten. Wahrscheinlich wird Gott ihnen den Gefallen auch machen. Wie auch immer der Schlusspunkt aussehen wird.

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Christen im Irak – vor zwei Jahren.

Heute: der 25. Dezember ist im Irak im Parlament zum Feiertag erklärt worden: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-12/irak-weihnachten-feiertag-patriarch-sako-politik-beschluss.html

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Heilige Nacht?

Mond hinter Birkenzweigen.

Nacht. Finsternis. Kälte.

Können Nacht, Finsternis, Kälte heilig sein?

Nein. Aber wenn der sie durchdringt,

der sie in Händen hält,

dann wird sie heilig.

Gesang ertönt leise, ertönt laut.

Licht erstrahlt grell, erstrahlt sacht.

Kraft richtet auf, überstarke Kraft? Die nötige Kraft.

Die für die Nacht nötige Kraft.

In Dir. In mir.

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Verfassungsschutz und Parteipolitik + Corona-Ethik + Herrin der Christen: Angst + Feiermuffel + Journalismus auf Abwegen? + Umgang mit Lastwagenfahrer

Verfassungsschutz und Parteipolitik

Wenn der Verfassungsschutz zum Handlanger von Parteipolitik – bzw. der gleichgesinnten politischen Gruppen in den Parteien – wird, muss er sich selbst beobachten, weil die Verfassung nicht mehr geschützt wird. Nun denn – ein interessanter Beitrag: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/ein-raunen-aus-dem-bundesamt-fuer-verfassungsschutz

Corona-Ethik

Besser kann ich es nicht sagen – um der Absurdität des Henn-Vorschlags begegnen zu können. Hat der eigentlich irgendeinen Sinn – auch mit Blick auf das Grundgesetz? Vielleicht – Verfassungsschutz… Naja, wenn Suizid erlaubt wird, passt auch der Vorschlag… : https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/impfen-corona-ethik-henn-ethikrat

Eine kleine Abkühlung der hitzigen Debatte: https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-12/wolfram-henn-coronavirus-impfgegner-deutscher-ethikrat

Herrin der Christen: Angst

Die Herrin mancher Christen scheint die Angst zu sein: https://www.kath.net/news/73873?

Schon kurios, was da in manchen Gemeinden so abgeht. Vorsicht ja, nach allen Regeln der Kunst. Zumindest angedeutete Gemeinschaft durch Präsenz ist bitter nötig. Auch wenn es solche Leute, wie die Vorsitzende der Ärzteschaft – wirklich der Ärzteverband? – auch nicht verstehen sollte: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/liveticker-zum-coronavirus-aerzteverband-fordert-verbot-von-weihnachtsgottesdiensten-17035419.html

Schon hilflos fand ich die Aussage eines Erzbischofs, die Kirchen würden ja schließlich Internetgottesdienste usw. anbieten https://www.kath.net/news/73862 . Ich wäre der Letzte, der das nicht begrüßen würde. Aber glaubt wirklich irgendeiner, der sich mit Menschen auskennt, dass das genügt? https://www.kath.net/news/73875 Dazu auch: https://www.kath.net/news/73857

Ich finde spannend: Man wirft den Puritanern vor, dass sie Feiermuffel waren. Die modernen Puritaner – also Feiermuffel – sind heute sehr lautstark. In den letzten Jahren gab es sie auch, aber jetzt fühlen sie durch Corona und der entsprechenden Politik Oberwasser. Menschen müssen feiern. Feiern müsste ein Grundrecht sein.

Journalismus auf Abwegen

Manipulieren, angreifen – guter Journalismus? Darunter verstehe ich anderes. Habe mich auch über den Beitrag gewundert, der hier angesprochen wird: https://www.kath.net/news/73871 Manche scheinen allerdings festgefahren: https://www.kath.net/news/53832

Umgang mit Lastwagenfahrer

Es ist eine Schande, wie mit den Lastwagenfahrern umgegangen wurde und wird: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/corona-wuetende-lkw-fahrer-in-england-wollen-nach-hause-17116641.html

Menschen, ohne die unsere Gesellschaft kaum überleben würde, stellt man kalt. Und dann die Bedingungen für die Weiterfahrt, die kaum erfüllt werden können… Es ist eine Schande.

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Wunder

Die Geburtsgeschichten, die wir im Matthäus- und Lukasevangelium vorliegen haben, sind schon als Geschichten nicht nur Schätze – sie sind Wunder.

Sie berichten nicht allein von Wundern.

Je mehr man sich hineinliest, desto intensiver wird man in das Wunder hineingezogen.

Hineintauchen in das Wunder – nicht ein wenig an der Oberfläche herumzappeln. Hineintauchen.

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Kirche

Wie ich die Situation der Kirchen im Augenblick einschätze? Ich weiß es nicht.

  1. Ich sehe in den Kirchen Menschen, die sich allen möglichen politischen, esoterischen, religiösen, philosophischen, umweltischen Modeströmungen anpassen und sie irgendwie christlich zu färben versuchen. Menschen, die rufen „christlich, christlich!“ – aber es ist nur christlich angemaltes Antichristentum.
  2. Ich sehe in den Kirchen Menschen, denen mediale Nutzung, Konsum, Kleidung, Essenzubereitung, wohnen wichtiger ist, als die Unterstützung der weltweiten Gemeinde und die Gemeinde vor Ort.
  3. Ich sehe in den Kirchen Menschen, die sich krampfhaft an alten Vorstellungen anklammern, von denen man aber nur mit Mühe erkennen kann, dass sie aus dem Geist Jesu Christi kommen.
  4. Ich sehe in den Kirchen Menschen, die andere denunzieren, die nicht ihrer politischen Meinung sind, die andere nicht tolerieren, weil ihre Beziehung zu Jesus Christus anders geprägt ist, als ihre eigene, die versuchen mit der Macht mancher Medien die Glaubenden gesellschaftspolitisch zu stutzen, sie dem allgemeinen politischen Mainstream anzupassen.
  5. Ich sehe in den Kirchen Menschen, denen Spaltungen, Trennungen, Abgrenzungen wichtiger sind als die Gemeinschaft, als der Versuch, Miteinander zu gehen.
  6. Ich sehe in den Kirchen Menschen, die sich vor lauter Angst der Gemeinschaft verschließen und alles, was nach außen gemacht werden soll, blockieren.
  7. Ich sehe in den Kirchen Menschen, die versuchen ernst und ehrlich den christlichen Glauben den Zeitgenossen anzupassen, damit ganz viele Menschen ihn annehmen können, dabei war Anpassung des Glaubens aber schon immer sehr gefährlich, weil sie auf Irrwege führte. (Sprache der Zeit verwenden heißt nicht unbedingt, den Glauben anzupassen; das ist eine andere Ebene.)
  8. Ich sehe in den Kirchen Menschen, die mutlos werden, weil doch alles nichts bringt, der Gegenwind sehr stark ist, die Anerkennung gleich null ist, die herausgerufenen Worte leer zurückkommen. So meinen sie.
  9. Ich sehe in den Kirchen Menschen, die sich sehr stark sozial engagieren, aber ohne die Beziehung zu Christus deutlich werden zu lassen.
  10. Ich sehe in den Kirchen Menschen, die aus dieser Beziehung zu Jesus Christus versuchen, immer wieder neues auf die Beine zu stellen, zu Christus einzuladen, von ihm bewegt, sich Menschen auf sehr vielfältige Weise – vom Geist Gottes getrieben – zuwenden.

Wer wird sich in nächster Zeit durchsetzen? Ich weiß es nicht. Ich habe keinen blassen Schimmer. Ich sehe im Grunde den vierfachen Acker, von dem Jesus im Gleichnis (Markus 4,1-9.13-20: https://www.bibleserver.com/HFA/Markus4 ) erzählt – und weiß letztlich nicht, was in nächsten Jahren überwiegen wird: den Glaubenssamen verdörrende Hitze, die Dornen, die den wachsenden Glaubenssamen ersticken, unfruchtbarer Boden, Weg, Fels, auf dem die Glaubenssamen aufprallen, die Raben, die den Samen des Glaubens fressen? Aus der Perspektive des Marketings ist Kirche eine Firma, die alles mögliche anzubieten hat, aber mit keinem Produkt richtig zu verbinden ist. Das ist schlecht, weil auf dieser Basis keine Bindung entstehen kann.

Da Jesus Christus Herr seiner Kirche ist, wird er sie immer wieder auch zurechtruckeln. Manchmal sehr schmerzhaft. Aber auf dem vierfachen Acker wird es immer Menschen geben, die 100fältig Frucht bringen – gute Frucht. Menschen auf allen Ebenen der Punkte 1-10?

Wesentlich dafür ist: Bindung an Jesus Christus. Nichts anderes. Und aus dieser Bindung und Beziehung heraus gilt es, sein Leben mit anderen zu gestalten. Das zeigt sich nach außen immer vielfältig – aber nur dann, wenn die Bindung, die Beziehung erkennbar wird, Christus das Zentrum des Glaubens bleibt, kann Glaubensfrucht wachsen.

Kirche kann keine von Menschen zurechtgestutzte Einheit sein – auch nicht aus Marketing-Gründen. Sie ist immer Vielfalt in der Einheit des Geistes Gottes, weil jeder einzelne glaubende Mensch seine ihm eigene Beziehung zu Christus hat.

Wir sollten alle gemeinsam mehr und vertiefter die Evangelien lesen – wobei wir wissen: ohne das Licht des Geistes Gottes vermag sie nicht zu Christus und zur Einheit führen.

Unter das Wort haben wir uns demütig zu stellen. Auch unter das Wort, das wir in der Bergpredigt lesen https://www.bibleserver.com/HFA/Matth%C3%A4us7 :

3 Warum siehst du jeden kleinen Splitter im Auge deines Mitmenschen, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? 4 Wie kannst du zu ihm sagen: ›Komm her! Ich will dir den Splitter aus dem Auge ziehen!‹, und dabei hast du selbst einen Balken im Auge! 5 Du Heuchler! Entferne zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du klar sehen, um auch den Splitter aus dem Auge deines Mitmenschen zu ziehen.

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Gemeinde als Schiff

Ein Schiff das sich Gemeinde nennt… – ein Lied, das kurioserweise nicht im evangelischen Gesangbuch steht.

Die Gemeinde – kein Kreuzfahrtschiff, eher ein Schiffchen – fährt durch das Meer der Zeit. Es bleibt nur so lange oben, so lange es nicht voller Zeitwasser gelaufen ist.

Anders gesagt: Wenn sich die christliche Gemeinde zu sehr auf die jeweiligen Zeitströmungen einlässt, geht es unter, statt zu schwimmen.

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