Das genannte Gedicht von Johann Peter Silbert beginnt:
Schläfst, Herr, du? Sieh´, die Flut ist eingedrungen; Der Schwachen viele hat der Sturm verschlungen! Die Eintracht weicht, o unglücksel´ge Stunde! Wir geh´n zu Grunde!
Dann spricht Jesus Christus – das Gedicht schließt mit der Strophe:
„Doch Petri Schiff, ein Fels im Strom der Zeiten, Wird unaufhaltsam zu dem Hafen gleiten; Und enden mit dem letzten Ruderschlage Werden die Tage!
Silbert wohl 1777 in Kolmar geboren, floh vor der Französischen Revolution nach Mainz. Dann zog er nach Wien, wurde Lehrer in Siebenbürgen und Wien, schrieb zahlreiche Andachtsbücher, übersetzte alte Andachtsbücher, übertrug sie in die Sprache der Zeit. Zudem veröffentlichte er zahlreiche Gedichte. Die ersten Strophen des Gedichts Himmelblau wurde von Schubert vertont. Nicht die letzten, in denen es heißt, dass Gott aus dem Himmelsblau grüßt „Und das verwaiste Herz / Vernimmt den stillen Ruf, / Und sehnt sich heimatwärts / Zum Vater, der es schuf.“ Er starb 1844 in Wien.
Gefunden in: Adolf Hüttemann: Katholische Dichter des neunzehnten Jahrhunderts. Proben aus ihrem Werk, Hamm 1898, 36f.
Das ist eben Wissenschaft: Neue Beobachtungen führen zu neuen Fragen. Alte Antworten können vertieft werden – oder ins Schwarze Loch geworfen werden. Das ist doch spannend. Und das betrifft ganz viel: Wer sind wir Menschen? Wer ist Gott? Wir Menschen als Ebenbild Gottes, die Schöpfung als Werk Gottes sind eben rätselhaft und spannend wie Gott selbst.
Es ist gut, dass wir Menschen so vielfältig sind. Das muss immer wieder gesagt werden, denn es bestehen manche Bestrebungen, alle Menschen zu eine Einheitsmasse zu machen, ihn zu verbessern, ihn zu erhöhen.
Erziehung vereinheitlicht Menschen. Aber sie bleiben immer noch frei, selbständig zu entscheiden. Dem christlichen Glauben – nicht nur ihm – geht es darum, den Menschen moralisch zu verbessern, ihm wird gelehrt, sich dem Willen Gottes zu unterstellen und im Einklang mit dem Willen Gottes zu handeln. Das ist eine Lehre, die der Mensch annehmen oder ablehnen kann, der er sich verweigern oder anvertrauen kann. Der Mensch bleibt also frei.
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Wenn nun aber durch chemische Mittel Menschen verändert werden, dann sind sie nicht mehr frei: Impulskontrollen, Steigerung der Leistungsfähigkeit, Veränderungen der Persönlichkeit. Es ist natürlich schön und gut für Individuen und Gesellschaft, wenn Menschen angenehm, angepasst sind, wenn sie also mit Hilfe von Medikamenten sogar moralisch gebessert werden. Auch dann, wenn diese freiwillig genommen werden – kann er sich wieder ohne Probleme dieser Medikation entziehen, oder sind sie abhängig geworden, was heute als „Droge“ bezeichnet wird? (Ursprünglich war Droge ein Wort für Medikamente – Drogerie. Und manche Droge war Medikament: Laudanum zum Beispiel.)
Das Problem besteht darin, dass der Grad der hilfreichen Mittel und die Übertreibungen fließend ist. Manche Impulskontrollen sind wichtig, damit andere Menschen nicht zu Opfern werden, manche sind wichtig, wenn Angststörungen, Depressionen, Sozialphobien, Aggressionen Menschen zu zerstören drohen. Wenn Menschen hormonell eingestellt werden können, kann das im wahrsten Sinn des Wortes ein Segen sein.
Aber: Wo liegt die Grenze? Einen Kaffee trinken, damit man munterer wird – oder dopen? Liegt die Grenze darin, dass man das nicht nehmen sollte, was auf Dauer krank macht (es sei denn, es trägt vorübergehend zur Gesundung bei)? Der Mensch, der sich normal ernährt, hat normalerweise keine Probleme mit den Nährstoffen. Wenn allerdings bestimmte Elemente durch Medikamente gefördert werden, kann es sein, dass es mit anderen Dingen, die man zu sich nimmt, in Konflikt gerät und krank macht – ist das die Grenze? Oxytocin macht Menschen sozialverträglicher – also ein wunderbares Mittel, um die Gemeinsamkeit zu stärken und einander annehmend umzugehen – wenn es nicht auch dazu eingesetzt werden würde, Wehen auszulösen, und als Nebenwirkung den Herzrhythmus stören kann. Wann wissen wir genug über die jeweiligen Medikamente, um sie sorglos einzusetzen? Auch Serotonin soll Menschen sozialer machen – das heißt aber auch, dass sie dann nicht mehr unbedingt in der Lage sind, notwendige moralische Entscheidungen zu treffen, so, wenn sie einen Terroristen am Terror hindern sollten. Sie lassen ihn vor lauter Sozialhormon terroristisch handeln. Wenn eine Gesellschaft aggressivere Menschen benötigt – sollte sie dann einfach das Trinkwasser mit Oxytocin versetzen? Denn das kann angeblich auch aggressiver machen, nicht nur sozialer.
Die grundsätzliche Frage: Bin ich noch ich, wenn ich mich durch Medikation verändere? Mache ich mich dann erst recht zu dem Ich, das ich gerne sein möchte, wenn ich mich Medikamenten anvertraue? Diese Frage ist freilich nicht neu, sondern wird heute schon von vielen gestellt, die medikamentös behandelt werden. Diese Frage stellt sich zudem auch mit Blick auf die Genforschung: Bin ich der, der ich bin, wenn vor meiner Geburt meine Gene beeinflusst (ausgeschaltet / hinzugefügt) wurden?
Wir Menschen müssen uns weiter entwickeln. Das liegt in unseren Genen 🙂
Moralisch, intellektuell, kulturell, spirituell – aber wir wollen uns auch körperlich weiter entwickeln – was wir ja zwangsläufig tun: vom Säugling zum Greisenalter – aber wir wollen es beeinflussen, nach unserem Empfinden gestalten. Wo liegen die Grenzen zwischen Notwendigem und Übertreibungen? In neutestamentlichen Texten haben wir, was die Moden betrifft, die Hinweise, dass Frauen – und sicher auch Männer – mit Anstand und Zurückhaltung schmücken – vor allem schmücken mit guten Taten (1. Timotheus 2,9f. und 1. Petrus 3,3f.). Welche Zeit-Moden sind übertrieben, welche angemessen?
Der christliche Glaube spricht eher zurückhaltend von der Unterwerfung unter Zeitmoden. Gott hat den Menschen so schön geschaffen, dass er nicht an sich herumbasteln muss. Es geht um die Akzeptanz durch die Gemeinschaft. Die ist wichtig. Dann aber auch: Jesus hat Menschen geheilt, hat also psychisch und körperlich eingegriffen, um Menschen wieder in die Gemeinschaft zurückzuholen, um sie selbst Gemeinschaftswillig zu machen. Aber es geht um mehr, als nur um diese Fragen: Es geht um die Beziehung zu Gott. Um die gilt es sich zu bemühen, wenn Maßstäbe gesetzt werden sollen. Dämonische Abhängigkeit ist widergöttlich – auch die Abhängigkeit von negativen, Persönlichkeit beeinflussenden Medikamenten? Und ewiges Leben – dazu benötigt der Mensch keinen Transhumanismus. Dafür ist Gott zuständig: Auferstehung!
Wenn du nichts hast, bist du glücklich, aber nicht, wenn du freiwillig verzichtest, weil du aus Glauben oder sonst asketisch leben möchtest, sondern weil es dir aus ideologischen Gründen genommen wurde.
Diplomatie ist an die Stelle der Drohungen zu setzen. Aber wahrscheinlich ist unsere Regierung da fehl am Platz, weil sie nicht akzeptiert wird. Als Geldgeber ja, aber nicht diplomatisch.
Es ist schade, dass die Printmedien zurückgehen. Sie werden angesichts der angespannten Lage vermutlich noch weiter zurückgehen. Vielfach ist das aber auch Hausgemacht. Aber es hat auch andere als politische Gründe: Als eine junge Frau das erste Mal eine Zeitung in der Hand hielt und herumblätterte, sagte sie auf einmal: Da bekommt man ja ganz dreckige Hände! Der Dreck auf dem eigenen Handy ist da schon angenehmer. Zudem: E-Paper kosten, zu Recht, denn es muss ja recherchiert werden – aber Internetinfos kosten meist nichts. Und wenn sie was kosten, kann man sie vermeiden. Denn wer hat schon so viel Geld, sich zahlreiche E-Paper leisten zu können – und: wer hat so viel Zeit? https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/nutzung-medien-auswertung-wachabloesung/
Vieles, das uns wichtig war, fließt den Fluss der Geschichte hinab. Was uns wichtig war, wird zerschlagen, wird geschlagen aus den Händen. Wirr rennen wir Wege, irrend herum in der Weltgeschichte. Manche schreien: dieser Weg! Andere kreischen: Nein, dieser hier! Und wieder andere resigniert: Lasst uns bleiben!
Gott, willst Du uns lehren, was wirklich wichtig ist? Aber können wir lernen? Wir sind doch so töricht! Wir schreien – statt zu hören. Statt auf dich zu hören, schreien wir herum. Betäubt vom eigenen Schrill. Lehre uns hören, Herr, lehre uns hören.
Auch in Die Ringe der Macht kommt das Böse nicht daher und sagt: Ich bin das Böse! Ich will das Gute – sagt das Böse, verführerisch. Es will das Gute – aus seiner Sicht. Altes christliches Wissen. Tolkien hat es aufbereitet.
Einerseits sind unsere Zeitgenossen gegen Gen veränderte Pflanzen und Tiere, gegen Düngungen usw. – bloß nicht Chemie!
Aber andererseits essen sie Vegan-Chemie, chemisch veränderte Nahrungsmittel, Nahrungsergänzungsmittel, Fleischersatz usw. usw., empfinden nichts dabei, so modern zu sein, dass sie Jugendlichen empfehlen, Pubertätsblocker zu nehmen und sich danach hormonell behandeln zu lassen, pumpen die Lippen voll und Brüste gleichmäßig und lassen sich tätowieren – die Spuren der Farben drängen sich in den Lymphen.
Chemie-Gegner und Chemie-Konsumenten müssen nicht dieselben sein. Beides gilt als modern. Oder sind die Chemie-Gegner inzwischen out?
Das ist eine sonderbare Aussage: Es gibt viele Entlastungen, es ist viel geplant – von daher sollte Alarmismus unterbleiben „und bitte nicht so tun, als ob wir nicht einen funktionierenden Sozialstaat hätten.“
Menschen wollen nicht unbedingt vom Sozialstaat abhängig sein. Viele wissen, wohin das führt oder können es sich denken. Sie wollen selbständig bleiben, frei in ihren finanziellen Entscheidungen. Dass es auch andere gibt, die den Sozialstaat melken, ist klar. Aber viele wollen es eben nicht. Von daher muss eine Regierung die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Menschen selbständig für ihren Unterhalt sorgen können.
Ich habe noch nicht wahrgenommen, dass manche beklagen, dass der Sozialstaat nicht funktioniere. Sie beklagen zu Recht das politische Versagen – und das wird ja auch durch den Fragesteller im Interview angetippt. Ich muss es hier nicht weiter darlegen, weil ich es schon ständig tue. Aber selbst Klingbeil hat einen konkreten Aspekt erkannt (s.o.).
Ja, es ist ein kompliziertes Metier, das darf nicht vergessen werden. Aber es sind zu viele handwerklichen Fehler, seit es den Ukraine-Krieg gibt, und man geht als Bürger davon aus, dass die besten Experten in der Politik sitzen und entsprechend hervorragend arbeiten. Aber es ist vielfach anderes zu erkennen, selbst einem Laien, der sich dann fragt: Kann das wirklich Regierungshandeln sein? Und das nicht nur, wie gerne von RegierungsApologeten suggeriert wird, im Nachhinein. Ist es vielleicht so, dass Politiker meinen, sie bekommen alles in ihrer großen Weisheit allein hin – dafür keine Experten benötigen? Mit Experten meine ich nicht nur Promovierte und co., sondern auch Praktiker.
Das wird wohl wirklich ein Problem werden: Wer zu ertrinken droht, schlägt um sich. Ich hoffe sehr, dass in unserem Land die Solidarität so groß ist, dass Menschen einander helfen. Wut macht blind. Wut auf andere konzentriert sich sinnlos auf andere statt darauf, einander unter die Arme zu greifen. Es gilt, aufeinander acht zu haben. Von daher bleibt zu hoffen, dass alle – zumindest die Mehrheit – sachlich bleiben.
Aber es wird erwartet, dass die Politik das Ihre vernünftig dazu beiträgt. Dies ganze grüne Gezerre um die Energie – ist einfach nur schädlich gewesen. Und es deutet sich jetzt schon an, dass eine Selbstfesselung im April weitere Schädlichkeiten mit sich bringen. Ich denke auch an die politisch gehypten Wärmepumpen – viele haben sie sich gekauft, weil alle Welt dafür warb und die Politik sogar alle zwingen wollte, sich solche anzuschaffen – und dann tröpfelte es irgendwann herum: Nein, nicht für alle sinnvoll, nein, wie können manche nur so doof sein, sich sowas anschaffen zu wollen, sie verbrauchen damit ja zu viel Strom… – Und so geht es seit Monaten, mit der Verschaukelung der Bürger. Es könnten noch eine Menge Dinge genannt werden, die manche wohl schon wieder vergessen haben, weil eine Verschaukelung der anderen folgt.
Die ganzen Zwänge, die Menschen auferlegt werden, statt sie selbst entscheiden zu lassen, wie sie in der Not am besten klar kommen. Aber nein – Politik legt neue finanzielle Zwänge auf. Dies und das ist noch zu finanzieren, dies und jenes mit Trara angekündigt, wird gegeben, dann aber manchen wieder abgenommen.
Es gibt immer Kriminelle, die Hilfen ausnützen, es gibt Menschen, die egoistisch und gedankenlos sind. Aber ich möchte immer noch davon ausgehen, dass viele Bürger selbständig wissen, wie sie sich richtig verhalten und nicht von irgendwelchen Polit-Leuten Steine vor die Füße geworfen werden sollten. Ein Bürger, der sich ständig gegängelt fühlt, kann zumindest trotzig werden. Und das tut in Krisenzeiten nicht gut. Er muss nicht wütend werden – aber Trotz ist auch eine Haltung, die gängelnden Politikern entgegengehalten werden kann.
Ukraine beschießt Russland?
Das wäre schlimm, wenn die Ukraine russische Grenzregionen beschießen würde, denn das würde die Legitimation von Waffenhilfe, die nicht allein der Selbstverteidigung dient, infrage stellen, wenn die Nachricht stimmt: https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-samstag-201.html Die Ukraine darf sich nicht von den Unmenschlichen provozieren lassen. Verteidigen ja, aber angreifen: Nein!
Unsere zerstörte Gegenwart darf nicht unsere Zukunft sein.
Wagenknecht-Partei
Wagenknecht darf sich durch Umfragen nicht dazu verführen lassen, eine Partei zu gründen. Ich denke, sie weiß das. Alle, die auf eine solche Retter-Partei hoffen, sollten sich lieber aktuell für ihre Ziele einsetzen.
In der Tagesschau (22.10.) wurde sie als Rechtsradikal bezeichnet – im Beitrag wurde das erklärt: Sie ist für Gott, Familie und Nation. Und natürlich wurde nur ein Gegner befragt. So ist das, wenn Wählerinnen und Wähler anderer Länder andere wählen als deutsche Medien es möchten.