Könntesein-Journalisten + Links regiert

Irre ich mich – oder fällt es mir in letzter Zeit eher auf: Es gibt sehr viele Könntesein-Journalisten im Fernsehen. Wenn das so und so läuft, könnte es sein, dass… Könntesein-Journalisten sind diejenigen, die die Glaskugel der Wahrsagerinnen ausgepackt haben. Sie sind moderne Könntesein-Wahrsager. Im Gegensatz zu den Wahrsagerinnen legen die Könntesein-Journalisten nicht Wert auf die Verheißung einer guten Zukunft, sondern auf negative Aspekte. Damit schieben sie Panik. Natürlich immer für eine gute Sache.

Ich möchte aber keine Könntesein-Journalisten, sondern Journalisten, die die Lage beschreiben, die Zusammenhänge herstellen – ohne Könntesein-Journalisten zu sein.

Könnte es sein, dass diese Könntesein-Journalisten den sachlichen Journalismus an die Wand fahren? (Ich habe von ihnen gelernt.)

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Noch was zum Thema Journalisten – oder doch eher weiße Männer? https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/zu-viele-weisse-und-maenner-im-journalismus/ Kann man nur fragen: Echt jetzt?

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Wenn links regiert (ob Linke oder manche CDUs) – kommt so etwas dabei heraus: https://www.spiegel.de/panorama/justiz/mecklenburg-vorpommern-landesverfassungsrichterin-barbara-borchardt-ist-mitglied-der-antikapitalistischen-linken-a-4fc68b66-acb9-4ded-ae5a-d37af1d5c8d3

Dazu ein Interview: https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/die-revolution-von-1989-soll-kleingehackt-werden/

Herr Vaatz, vor einigen Tagen wurde die Linksparteipolitikerin Barbara Borchardt als Richterin auch mit Stimmen der CDU ins Landesverfassungsgericht Mecklenburg-Vorpommern gewählt – obwohl sie eine SED-Musterkarriere absolvierte und bekennendes Mitglied der „antikapitalistischen Linken“ ist, einer als linksradikal eingestuften Parteiplattform. Wundert Sie es, dass die CDU eine erklärte Verfassungsfeindin als Verfassungswächterin akzeptiert?

Dieses Interview gibt einen spannenden Einblick in die Geschichtsinterpretation von Herrn Vaatz.

Die Linken-Opfer von damals – hört man nicht mehr gerne. Sie stören: a) sie sollen nicht so nachtragend sein, b) heute ist alles anders, c) es war alles anders als man es wollte, heute sind sie besser.

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Mutterschaft in Corona-Zeit + Mediziner: Kinder in die Kitas und Schulen

Über Mutterschaft – nicht Mutter-Rolle – in Corona-Zeit: https://demofueralle.blog/2020/04/29/die-ersetzbare-mutter-ein-mythos-hat-pause/

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Kinder unter 10 sollen wieder in die Kitas und Schulen – der Schaden ist größer, wenn sie nicht gehen: https://www.spiegel.de/panorama/bildung/corona-krise-mediziner-fordern-komplette-schul-und-kita-oeffnung-a-4d1a0336-680d-4259-818e-7a263732f811

Wer wird sich durchsetzen?

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Zweifel

Menschen zweifeln eher an Gott
als an ihren Glauben.
Gott existiert.
Der Glauben muss justiert werden.
Immer wieder.
Weil wir uns verändern.
Das nennt man dann:
Zweifel.

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Was sagt mir mein Zweifel über mich selbst? Eine Buchvorstellung:

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Es gibt keine Impfpflicht + Kontrollettis + Verschwörungen

Es gibt keine Impfpflicht – wenn sich genug Bürger freiwillig impfen lassen? Interessante Formulierung: https://www.tagesschau.de/inland/braun-keine-impfpflicht-corona-101.html

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So manche Kontrollettis sind auch von mir gesichtet worden: https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/nine-to-five/das-neue-corona-berufsbild-kontrolletti-16759409.html

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Am 18.5. gab es wieder einmal nach der Tagesschau eine Sondersendung zum Thema… – natürlich Corona – dieses mal Verschwörungstheoretiker. Der Filmbeitrag war erstaunlich neutral. Weil er sich mit unterschiedlichen Leuten beschäftigte? Hier hatte man nicht den Eindruck, dass einer allen anderen nachplappert. Dann kam Söder – und malte schwarz-weiß. Ganz staatsmännisch.

Die Tagesschau davor brachte wieder den Verfassungsschutzpräsidenten ins Spiel, der warnt…. Man muss natürlich aufpassen. Aber: vor Links- wie Rechtsextremismus – und dennoch frei seine Meinung sagen, auch wenn sie von wem auch immer in irgendeine Ecke gedrängt werden soll.

Apropos Tagesschau: Die Tagesschau vom 17.05. war eine Zumutung: Urlaub, Urlaub, Urlaub. Als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt. Es mag ja sein, dass das viele interessiert. Aber die Tagesschau sollte keine Boulevard-Sendung werden. Das hätten sie alles danach zeigen können.

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Man sollte Demos nicht Extremisten überlassen. Und es ist kein Zeichen für Demokratie, Demonstrationen zu extremisieren, indem man auf einzelne Extremisten hinweist, damit Menschen es nicht mehr wagen, ihre Meinung sagen.

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Kampf gegen Verschwörungstheorien: Natürlich. Man muss allerdings immer beachten: Wer bezeichnet einen anderen als Verschwörungstheoretiker – und warum.

Ich würde übrigens nicht Verschwörungstheoretiker ins Rampenlicht ziehen (also für mich Menschen, die mit kruden Ideen versuchen Geld zu machen und Fans um sich zu scharen – als Verschwörungen als Geschäftsmodell), damit macht man ja nur Werbung. Sondern die Argumentation muss im Fokus stehen. Diese gilt es zu widerlegen.

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Notzeiten – herausfordernde Zeiten

Menschen gehen mit Notzeiten ganz unterschiedlich um.

Ich? Bitte ankreuzen:

faul
kreativ
erstarrt
panisch
sachlich
fordernd
furchtsam
abwartend
gleichgültig
schwätzend
maßregelnd
verdrängend
fokussierend
hoffnungslos
Auswege suchend
Schuld zuweisend
mit Gottvertrauen
sich gehen lassend
andere bedrängend
ohne Gottvertrauen
gemeinsam mit anderen
mit aktivem Gottvertrauen
mit passivem Gottvertrauen

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Der Blog wird voraussichtlich erst am Mittwoch wieder bestückt werden.

Gott in Gedichten (17): Else Lasker-Schüler

Eine Gesamtdarstellung finden Sie hier: http://gedichte.wolfgangfenske.de/

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Else Lasker-Schüler (1869-1945) sehe ich als eine der ganz großen Wortkünstlerinnen an. Sie konnte auch malen und hat Worte mit Bildern zusammengeführt – aber auch mit Worten fein gemalt. Sie stand mit manchen Größen der damaligen Zeit in Kontakt, besonders auch mit dem Maler Franz Marc. Als Jüdin floh sie nach Angriffen schon 1933 in die Schweiz, wurde jedoch an ihrer Berufsausübung behindert, besuchte hin und wieder Israel und konnte 1939 nicht wieder zurück und blieb dort, fühlte sich allerdings fern von Freunden dort nicht wohl. Zudem beschäftigte sie die schwere Zeit, die Juden sowohl in Deutschland als auch in Palästina unter britischer Hoheit erleben mussten. Sie bekam einmal wegen ihrer Exzentrizität Schwierigkeiten, aber auch, weil sie deutsch sprach. 1944 erkrankte sie, starb 1945. Die Gedichte werden zitiert nach: Sämtliche Gedichte, hg.v. F. Kemp, Kösel Verlag München 3. Auflage 1984.

Hinter dem Link verbirgt sich ein sehr schöner Text von Else Lasker-Schüler zu ihrem Glauben. Das, was sie hier schreibt, wird in den Gedichten freilich so nicht deutlich: http://www.deutsche-liebeslyrik.de/else_lasker_schuler_seite/lasker_schuler_prosa5.htm In den Gedichten spricht sie anders von Gott. In beiden Textgattungen spricht sie persönlich, bekennend. Aber wie unterschiedlich kann ein und derselbe Mensch Gott bekennen. Das Wunder des Wortes. In dem Gedicht über Georg Trakl schrieb sie: „Und bereiteten Gott von Mund zu Mund. / Im Anfang war das Wort.

In ihrem letzten von ihr veröffentlichtem Gedichtband „Mein blaues Klavier“ (1943) finden wir viele Gedichte, die Gott beschreiben: „Gott tröstet mich“ („Die Verscheuchte“), Gott weint, weil die einst türkise Erde grau geworden ist („Ergraut kommt seine kleine Welt zurück“), die heilige Liebe, die Menschen blind zertraten, ist Gottes Ebenbild („Ich liege wo am Wegrand“); sie sagt „Nur in der Offenbarung ist der Weg zu ihm nicht weit“ („Abendzeit“). Sie schwebt die Welten all hinan – in dem Gedicht „Hingabe“ – doch was macht in diesem Gedicht der Mann? Ist es ein Liebeslied – während der Mann auf ihr liegt, gehen ihre Gedanken Welten hinan, sie denkt an Grundsätzliches, über Leben und Sterben – und dass sie alle Bilder, die sie sich von irgendwas gemacht hat, verloren hat? Ein Liebeslied? Hingabe an den Mann? Kaum anzunehmen. Und so geht es mit vielen Gedichten. Gott wird erwähnt, aber es ist sehr schwer, genau zu sagen, was sie meint. Er ist Teil des Lebens  wie er ein Teil nur des Gedichtes ist (vgl. zu Ricarda Huch, Theodor Storm). Es wird deutlich: Man muss diese Gedichte ganz lesen. Zitate geben im Grunde kaum Relevantes wieder.

Das Liebesgedicht „Ich weiß“ ist da schon eindeutiger: „Mein Odem schwebt über Gottes Fluß – / ich setze leise meinen Fuß / Auf den Pfad zum ewigen Heime.“ Auch „Mein Herz ruht müde“. In diesem heißt es wunderschön: „Ich habe meines Lebens Schlußakkord vollbracht – / Bin still verschieden – wie es Gott in mir erdacht: / Ein Psalm erlösender – damit die Welt ihn übe.“ >Ich habe<!?

In anderen Gedichten hören wir sie anders Gott wahrnehmen: In „Verstreute Gedichte“ sucht sie Gott – und zerschellt an ihm, wandte sich von ihm ab, denn Gott hat sie versucht. Oder in „O Gott“  ruft sie aus: „Könnte ich einmal Gottes Hand fassen“ … „O Gott, o Gott, wie weit bin ich von dir!

Auch im Nachlass gibt es kleine Kostbarkeiten: „Gott übersieht die kleinste Kerze nicht“ darüber sinnt sie am Sabbatabend nach. Oder sie fragt sich: Wie kann ihre Klage Gott berühren? Die Menschen leiden so viel – darum schweigt sie mit ihrer Klage zu Gott – denn, so kann man ergänzen: Wenn er diesen Menschen nicht hilft, dann mich auch nicht, Klagen nützen nichts.  In „Gott hör…“ findet ihre Klage jedoch Worte und sie legt ihre Seele in Gottes Hände: „Nimm sie still in deine Hände….. / Damit sie leuchtend in dir ende.“ (Gebet)

In diesen Gedichten begegnet uns Licht und leuchten, Klang und Lied, Odem und schweben… – es sind viele zarte Gedichte, die wir in den Sammlungen finden – auch im Zusammenhang mit Gott. In den „Hebräischen Balladen“ heißt es:

Meine erste Blüte Blut sehnte sich nach dir, /
So komme doch, /
Du süßer Gott, /
Du Gespiele Gott, /
deines Tores Gold schmilzt an meiner Sehnsucht
.“ („Zebaoth“)

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