Bestand sichernd – Kirche der Zukunft: Hot Spot-Bewegung

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Wir leben in die Zukunft hinein – das große Ziel ist es, den erreichten Bestand zu sichern.

Es ist wie bei einer Fußballmannschaft, die nur in ihrem eigenen Feld herum drippelt, weil sie es nicht wagt, nach vorne zu spielen. Sie hat die nötigen Tore geschossen. Was will sie mehr?

Es fehlt ein Ziel. Man schaut zurück und sagt: War schön – so soll es bleiben.

Ist das alles, worum es uns heute geht? Gottes Geist treibt nach vorne. Und es ist vieles nicht gut.

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Vieles wird heute im Wesentlichen im kleineren Familien- und Freundeskreis gemacht, im Verein, in den notwendigen Tätigkeiten: Elternvertretungen… Und so hat man dann auch keine Zeit und Lust, sich noch intensiv kirchlich zu engagieren.

Ich denke, dass die große Aufgabe der Christen darin bestehen wird, dass sie in ihren Kreisen, in denen sie sind, ihren Glauben öffentlich leben.

An dieser Stelle gilt es innovativ zu sein. Die Kirchen sollten diese Einzelinitiativen unterstützen. Sie sollten an dieser Stelle Menschen stärken und Hilfestellungen geben. Denn welche Normalchristen wissen etwas über die Möglichkeiten der Weiterbildung? Welche wissen etwas über die Möglichkeiten, hilfreiche Bücher zu bekommen? Welche haben überhaupt eine Ahnung davon, wie lebendig die Christen sind – wenn manche nur in einer langweiligen Gemeinde leben sollten? Die Einzelnen sollte man ermutigen, voller Freude und auch Hilfsbereitschaft ihre Gaben in die Gesellschaft einzubringen. Das wird wohl unsere große Aufgabe für die Zukunft sein.

Es geht mir damit nicht so sehr um die Erneuerung der Hauskirchenbewegungen, die wir in der frühen Kirche hatten, im Pietismus, heute überall in China und anderen Staaten, in denen die Kirche am Wachsen ist. Ich denke, das wäre zu hoch gegriffen. Ich denke eher an gelebtes Christsein in seinem sozialen Kontext. Jeder Christ ist sozusagen ein Hot Spot, bei dem Menschen die Möglichkeit haben, über Gott und die Welt zu kommunizieren. Diese Hot Spots müssen vernetzt sein – diese zum Laufen zu bringen und am Laufen zu lassen, wäre die Aufgabe der Kirchengemeinde vor Ort.

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Roger Bacon und Alhazen

Ich hatte in einer meiner Darstellungen (Christen verändern die Welt 5) auf Roger Bacon hingewiesen:

>Von bekannten Christen wurde die empirisch-induktive Methode entdeckt, das heißt: Man muss nicht alles nur mit dem Verstand erfassen, sondern auch untersuchen und durch Erfahrung verifizieren (Bischof Grosseteste, Mönch R. Bacon, Franziskaner Ockham, F. Bacon). Das konnte sich nicht sofort gegen den bis dahin herrschenden heidnischen deduktiven Aristotelismus durchsetzen.<

Inzwischen habe ich gelernt, dass Roger Bacon viel von Alhazen (Abu Ali al-Hasan ibn al-Heithem) gelernt hat, eben auch den Augenmerk auf Experimente zu richten.

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Gewalttaten an Hamburgs Schulen + Diskussion um Einbrüche + Gewalttaten bei Hochzeiten

Gewalttaten an Hamburgs Schulen: http://www.welt.de/regionales/hamburg/article155723492/Wie-brutal-geht-es-an-Hamburgs-Schulen-zu.html

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Hochzeiten scheinen auch immer beliebter zu werden, um gewalttätige Massenauseinandersetzungen zu führen: http://www.focus.de/panorama/welt/drei-verletzte-gaeste-messerattacke-auf-verlobungsfeier-im-berlin-tempelhof_id_5570291.html Da es sich vielfach um Auseinandersetzungen Zugereister handelt, stellt sich mir Naivling die Frage: Wie feiern sie eigentlich in ihren Heimatländern? Sind dort auch Kämpfe üblich oder haben sie irgendwelche Sicherungssysteme, die wir noch nicht kennen? Mafiöse Gruppen als Türwächter, Clanchefs, die vorher Waffenstillstand aushandeln… Man will ja auch von fremden Kulturen lernen.

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Wenn viele der jungen Flüchtlinge keinen Job bekommen werden – im legalen Bereich, werden sie in den illegalen Bereich abwandern. Die Lockvögel aus kriminellen Gruppen sind schon unterwegs: Viel Geld machen ohne viel Arbeit – Deutschland ist gut… http://www.focus.de/politik/deutschland/nutzen-die-not-aus-auffaelliges-alters-muster-entdeckt-wie-schwerkriminelle-fluechtlinge-werben_id_5569619.html

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Cool, dass auch die Grünen dazu lernen. Doch müssen sie noch überlegen, wie das, was sie dazu gelernt haben, mit der Realität in Einklang zu bringen ist: Einbrecher usw. ausweisen – aber wohin, wenn keines der Länder als sicheres Land gilt? Markige Worte – was dann?

Guter Satz: „Freiheit, Toleranz und Weltoffenheit sind nur möglich, wenn der Staat das Gewaltmonopol hat.“ (Baberowski) Im Augenblick sieht es so aus, dass dieses Gewaltmonopol am Bröckeln ist und auch an manchen Stellen aus der Hand gegeben wird: Täterfreundlichkeit mancher Gerichtsentscheidung – die kommende Opfer nicht im Blick zu haben scheint, Unterstützung linksextremer Aktivisten durch Ministerien und mangelnde Unterstützung der Polizei, die bei kleineren Fällen nicht mehr angemessen reagieren kann – noch nicht mag man es mit Blick auf Bürgerwehren aus der Hand geben. Kommt aber sicher auch noch, wenn es so weitergeht. http://www.bild.de/politik/inland/maybrit-illner/parteien-zoff-kriminelle-asylanten-stephan-mayer-csu-cem-oezdemir-gruene-45990452.bild.html

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Wutbürger + Hahne hat Recht + Matussek und WamS + Brief an Zentralrat

Warum ich ein Wutbürger bin – ein interessantes Statement: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article155713761/Warum-ich-ein-Wutbuerger-bin.html

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Peter Hahne hat Recht, wenn er sagt, dass auch Christen die Würde von AfD-Vertretern mit Füßen treten. Christen versagen an dieser Stelle ganz massiv – bis hin in die höchsten Gremien. Aber ich schrieb es schon vielfach: http://www.idea.de/politik/detail/hahne-afd-anhaengern-nicht-mit-hass-begegnen-96961.html Man muss kein AfD-Fan – aber Demokratie-Fan – sein, um manches Übel wahrzunehmen. Kirchen und Bürger sollten sich nicht in den Konkurrenzkampf der etablierten Parteien gegen den Emporkömmling mit hineinziehen lassen. Statt dessen sollten sie alle Parteien kritisch begleiten.

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Inzwischen kann sich WamS sicher mit Matussek einigen, weil seine Aussage bestätigt wurde, dass unter den Flüchtlingen eben auch Leute gibt, die terroristisches Interesse haben. Sein fehlinterpretierbares Smiley ist freilich nicht angebracht gewesen, aber inhaltlich hat er Recht bekommen: http://www.pro-medienmagazin.de/journalismus/detailansicht/aktuell/matussek-und-springer-einigen-sich-96241/ So sind sie, unsere Medien. Giftig sein, weil einer eine Meinung äußert, die im Augenblick politisch nicht opportun ist. Aber dann kommt die Realität und auch sie sehen ein, dass man weiter denken muss als bis zur von der Politik vorgegebenen Hutkrempe.

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Beatrix von Storch schrieb einen Brief an den Zentralrat, in dem sie um Klärung angesichts der Charta von 2002 bat: http://kath.net/news/55320 Dazu s. meinen Beitrag, in dem ich auch darauf hingewiesen habe: http://blog.wolfgangfenske.de/2016/05/18/sprache-des-islam-merkiavellismus-kulturrelativismus-der-islam-apologeten/

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Kreuz weg + Lutherjahr + Priester? + Kirchen verdienen an Flüchtlingen

Europa Parlament Brüssel: Das Kreuz wurde weggestellt. Wie diejenigen, die dafür verantwortlich sind wohl kichernd Argumente dafür suchen und dann öffentlich mitteilen: Es steht nun an einem ruhigeren Ort: http://kath.net/news/55321

Das Kreuz gehört nicht an ruhige Orte. Es gehört mitten hinein in den Trubel.

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Lutherjahr 2017: Sie feiern und keiner geht hin – außer diejenigen, denen das Volk neben den Kirchen noch das Vertrauen entzieht: Politiker. Verlierer der Moderne bleiben untereinander: http://kath.net/news/55302 

Eine falsche Politik – auch eine falsche Kirchenpolitik bedeutet ja noch nicht, dass das gesellschaftspolitisch relevant ist. Im Gegenteil. Von daher bleibt allen nur zu sagen: Rückzug ins Private bedeutet nicht, dass nicht regiert wird, weder in der Politik noch in der Kirche. Es wird nur ohne diejenigen regiert, die sich zurückziehen. Und man kann auch nicht sagen, dass Kirche nicht Menschen mobilisieren könne. Jedes Massenereignis widerspricht dem. Zudem finden eine Menge an kleineren Veranstaltungen statt, in denen Entscheidungsträger der Gesellschaft auf christlicher Basis die Wege für die Zukunft abstecken. Christen sind überall am Wirken.

Aber ich verstehe die Kritik. Was wir im Augenblick nicht haben, ist, dass Menschen wie in der Zeit der Reformation oder nach dem Zweiten Weltkrieg von dem christlichen Befreiungsweg begeistert sind. Die Errungenschaften werden selbstverständlich und die Menschen richten sich gemütlich in dem Zimmer, das Christen ihnen bereitet haben, ein. Hier und da gibt es Mäkeleien an dem Inventar. Ganz wenige wollen alles ganz anders machen. Aber man lebt in diesem Haus, ohne dass man darauf achtet, wer es eingerichtet hat. Muss das negativ sein? Niemand kann ständig in aufgeregter Hochstimmung leben. Auch Institutionen können das nicht.

Irgendwann wird wieder der Geist diese Menschen erfassen – und sie beginnen gemeinsam aus dem Glauben heraus diese Wohnungen, in dem sie ihren Alltag dahinleben, wieder mit Freude zu füllen. Das können wir nicht machen. Das wird vom Gottesgeist gemacht werden, wenn es soweit ist.

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Was ist mit diesen Priestern los? Einer soll der Mesnerin nachgestiegen sein – und weil sie nicht wollte, ihr Haus angezündet haben http://kath.net/news/55303 Ein anderer soll Kinder missbraucht haben: http://kath.net/news/55333

Gibt es eigentlich Hilfestellungen zu der Frage: Wie gehe ich mit meiner Sexualität um?

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Ein Bayerischer AfD-Politiker hat den Kirchen vorgeworfen, an Flüchtlingen zu verdienen. Der Vorwurf ist nicht neu, er wurde in der Vergangenheit schon häufiger laut und das auch in Österreich. Statt nun hysterisch auf diesen Vorwurf zu reagieren, sollte man ihn entkräften – argumentativ. Zudem sollte man den Vorwurf an die Kirchen nicht damit entgegentreten, dass man die kirchlichen Flüchtlingshelfer als Ziel der Angriffe in den Vordergrund stellt. Denn darum ging es dem AfDler nicht. Es ging ihm um die Institution. Von daher ist diese Art der Reaktion eher verdächtig und wird dazu führen, dass man nun Belege sammelt. Also, liebe Glaubensbrüder: nicht hysterisch, sondern sachlich. Und wenn etwas falsch läuft, das auch zugeben. http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/afd-politiker-kirchen-verdienen-an-fluchtlingen

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Doppelte Staatsangehörigkeit + Islamophobie + Integration

Ein lesenswerter Beitrag im Cicero zum Thema Doppelte Staatsangehörigkeit: http://www.cicero.de/berliner-republik/nein-zur-doppelten-staatsbuergerschaft-ausverkauf-der-demokratie/60940 Es geht darum, dass revanchistische Mächte die doppelte Staatsangehörigkeit fördern, um geopolitische Ziele zu verfolgen. Das heißt, die AKP-Erdogan-Mili Görus und co. fordern die Doppelte Staatsangehörigkeit, um ihre türkischen Landsleute in unserem Land als verlängerten Arm zu benutzen.

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Um Islamophobie zu bekämpfen, bedarf es mehr als Pillen dagegen: Muslime müssen in islamischen Staaten endlich die Menschenrechte einführen wie sie von der UN vertreten werden und müssen Islam-Anhänger weltweit dazu drängen, die Würde anderer, auch die von Minderheiten (Christen, Atheisten, Islamkritikern…) zu respektieren. So lange das nicht geschieht, wird es der Islam schwer haben, anerkannt zu werden. Lächerliche Pillen tun es nicht: https://www.jihadwatch.org/2016/05/hamas-linked-cair-markets-islamophobin-gum-as-cure-for-islamophobia

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Wenn sich unter Muslimen in Europa einmal der Gedanke vertieft verbreiten sollte, dass Europa sowieso bald muslimisch wird, dann wird es schwer, die Integration durchzusetzen. Denn warum sollte man sich noch um ein sinkendes Schiff bemühen? Zudem: Wer sich gerne anpassen würde, wird sich hüten, es zu tun, weil er dann, wenn Muslime das Land beherrschen, eben als Kollaborateur angesehen werden wird. Dieses Denken wird hier und da von Medien gefördert, liegt aber wohl im Wesentlichen in der falsch interpretierten Realität begründet. Wenn man als Muslim in einem muslimischen Stadtteil aufwächst, heißt das noch lange nicht, dass Deutschland selbst bald muslimisch ist. Von daher muss unsere Gesellschaft auch an dieser Stelle einiges leisten, um zu verhindern, dass sich der Irrglauben breit macht. Vor allem liberale Muslime, die unsere Kultur zu schätzen wissen, sollten hier massive Anstrengungen leisten, um ihren extremen Glaubensgenossen die Realität nahe zu bringen. Um ihrer selbst willen. Aber auch Deutsche scheinen hier eine falsche Perspektive zu bekommen, denn sie sehen alle Ausländer als Muslime an. Dem ist nun wirklich nicht so. Und was sollten die Deutschen tun, diejenigen, die unsere Werte lieben? Sie leben. http://www.welt.de/politik/deutschland/article155124393/Zu-viele-Migranten-wollen-sich-gar-nicht-integrieren.html

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Nicht nur terroristische Angriffe verstören und verunsichern, sondern auch solche Nachrichten sollen es tun. Eine IS-Terroristin warnt davor, im Juni London zu besuchen. Islamisten wie auch andere Extremisten dürfen niemals unser Verhalten beeinflussen. denn dann haben sie gesiegt: http://www.focus.de/politik/videos/einstige-punk-musikerin-sally-jones-ich-wuerde-im-juni-nicht-nach-london-gehen-is-terroristin-warnt-vor-anschlaegen_id_5568138.html

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Es hat sich wirklich kaum etwas getan in der Gesinnung dieser Menschen, die für die westliche Welt Verantwortung tragen, von daher wird das Problem auch weitergehen. Haben sie es überhaupt als ein solches erkannt? Hoffentlich.  http://www.focus.de/politik/ausland/der-gipfel-der-belanglosigkeit-die-maechtigsten-sieben-der-welt-blamieren-sich-mit-einigung-zur-fluechtlingskrise_id_5570154.html Apropos Verantwortung tragen: Es klingt hochgestochen, wenn man das von Politikern sagt – aber das ist nun einmal ihr Selbstverständnis und entspricht auch der Realität. Und darum müssen die Bürger, die die Politiker gewählt haben, mit demokratischen Mitteln so lange bohren, insistieren, Druck machen, bis sie eben auch dieser Verantwortung wirklich gerecht werden.

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Moderne Sklaverei + Kinderschänder in Indonesien + Ägyptischer Mob + Iranischer Gewaltausbruch

Mädchen werden in Südindien in Spinnereien gelockt, um für ihre Familie Geld zu verdienen, aber sie werden wie Sklavinnen ausgebeutet: http://www.dw.com/de/die-ungl%C3%BCcklichen-br%C3%A4ute-von-tamil-nadu/a-19279174

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Kinderschändern in Indonesien droht Todesstrafe und chemische Sterilisation: http://www.focus.de/politik/ausland/fuer-kinderschaender-indonesien-fuehrt-todesstrafe-und-chemische-kastration-ein_id_5567235.html

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Ich hatte gestern nur die Info gebracht, dass in Ägypten eine 70 Jährige Frau entkleidet wurde und durch die Straßen gezerrt wurde. Hier erfahren wir, dass darüber hinaus Häuser von Christen angezündet wurden. Und es waren 300 Muslime beteiligt: http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/aegypten-mob-greift-christen-an-96244/

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Im Iran wurden Single-Haushalte wochenlang überwacht und dann überfallen, weil man Partys vermutete, die nicht mit dem Islam übereinstimmen. Die Festgenommenen wurden ausgepeitscht: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/iran-studenten-werden-ausgepeitscht-weil-sie-gefeiert-haben-a-1094577.html

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Heilige Kriege

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Ich stöbere zurzeit in dem Heft „Heilige Kriege“ aus: ZEITGeschichte herum http://www.zeit.de/wissen/zeit-geschichte/index . Man kann viel lernen, sieht manche Zusammenhänge – allerdings kann man auch so manches aus einer anderen Perspektive betrachten, und dann stimmt hier und da eine Aussage nicht mehr so ganz. So, wenn gesagt wird, dass der Islam in Afrika vielfach begrüßt worden sei. Das kann man sagen. Aber aus der Perspektive des Sklavenhandels liest sich das anders: Menschen wandten sich dem Islam zu, um der Sklaverei zu entgehen, denn Muslime durften nicht versklavt werden.

Was ich auch nicht so ganz nachvollziehen kann, ist die Sicht, dass im Grunde der christliche Westen – Kolonialismus usw. – Grund für die Kriege ist. Es gab in China, in Afrika, im alten Rom und in Persien usw. immer schon Kriege – und auch gegen Besatzungsmächte. Da mussten nicht erst die Briten kommen und die Welt unterwerfen, damit sich Menschen gegen eine Besatzungsmacht auflehnten. Das war gängig, so lange wir Geschichte beobachten können. Man lese nur das Alte Testament als Geschichtswerk. Oder die Aussage, dass die Götter durch Judentum und Christentum erst Nichtse wurden, das mag im Vergleich zur Politik Roms stimmen, aber eben nicht im Vergleich zur Politik Babylons und co.: Besiegte Götter sind machtlos, also zu vergessen.

Vielen unbekannt sein dürften die Hinweise zu den Aufständen in Indien (1857), den Mahdi Aufstand im Sudan (1881 und 1899), der Boxeraufstand (1899-1901). Denn diese hatten große Auswirkungen, die sich bis heute bemerkbar machen. Zu nennen ist einer der – sagen wir – Chefideologen: Dschamal ad-Din al-Afghani oder Muhammad Ahmad. Ich selbst wusste noch nichts vom italienischen Freiheitskämpfer Giuseppe Mazzini (1805-1872), der einen „romantischen Nationalismus“ verkündete und dessen Werke großen Einfluss auf die nationalistischen Hindus in Indien hatte – und bis heute hat.

An manches wird man erinnert. Warum ist 1979 für die Weltgeschichte so relevant geworden? 1989 ist uns bekannt, die Mauer ist gefallen. Aber warum 1979? Ajatollah Chomeini hat die Herrschaft im Iran angetreten, sage ich einmal so. Und dadurch wurden die gesamten Konflikte in dem dortigen Bereich angeheizt: Irak-Iran, Saudi Arabien-Iran, alle gegen Syriens Assad, der Aufstieg des IS, Hizbollah gegen Israel…

Interessant fand ich auch die Darlegung von Khorchide. In der heißt es: „Die heutigen Lesarten des Korans und die konkurrierenden Positionen zur Frage, was unter Dschihad zu verstehen ist, sind so vielfältig wie die alten Pfade der Auslegung. Umso wichtiger ist es, dass wir Muslime uns kritischer und mutiger als bisher mit unserer eigenen Geschichte und Tradition auseinandersetzen und immer wieder überprüfen, welche Position noch vertretbar sind und welche nicht. Wofür machen wir Muslime uns stark? Für welche Interpretation des Islams setzen wir uns ein? Wie entwickeln wir plausible Argumente für eine humanistische Lesart des Korans, die von möglichst vielen Muslimen getragen wird? Diese Fragen sind entscheidend und bedeuten nicht weniger als einen Aufruf zu einer innerislamischen Reform. Das Problem sind dabei nicht allein die Extremisten. Das Problem ist die Tendenz, sich abzukapseln, statt sich den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen.“ (35) Dem ist nichts hinzuzufügen. (*)

Gut finde ich auch an dem Heft, dass die säkularen Religionen angesprochen werden: Französische Revolution, Kommunismus, Liberalismus,… (hinzuzufügen sind zum Beispiel noch Nationalsozialismus, Kapitalismus). Es bedarf also – entgegen dem, was so mancher Atheist der staunenden Menschheit klarmachen will – keiner klassischen Religion, um einen Heiligen Krieg zu führen.

(*) Khorchide ist bewundernswert, weil er daran festhält, während andere, bislang im Euro-Islam Engagierte, aufgeben, so Bassam Tibi: Der Kopftuch Islam besiegt den Euro Islam: http://www.cicero.de/salon/islamwissenschaftler-bassam-tibi-ich-kapituliere/60960

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