Zum Widerspruch reizen

Das ist eine faszinierende Aussage von Kölns Weihbischof Dominik Schwaderlapp:

Wir dürfen aber unsere Verkündigung nicht so weichspülen, dass wir niemanden zum Widerspruch reizen. Wenn wir niemanden zum Widerspruch reizen, werden wir auch niemanden zur Zustimmung führen.“ http://www.kath.net/news/57946

Diese Aussage finde ich auch mit Blick auf Gott so interessant: Gott reizt zum Widerspruch – und weil er das tut, kann er auch erst unsere Reaktion in Freiheit bekommen: Ablehnung und Zustimmung.

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Krise der EU + Geschichte des Kommunismus – eine Ausstellung + Gedenkstätten-Pietätlosigkeit + AfD Anhänger Verarschung + Kirchen loswerden

Hans-Olaf Henkel über die Krise der EU: Die einzige Antwort auf die Krisen: Mehr EU: http://www.focus.de/politik/experten/gastbeitrag-hans-olaf-henkel-henkel-kritisiert-eu-auf-jede-krise-reagiert-sie-nur-mit-noch-mehr-europa_id_6377668.html

Das gilt für alle – auch für unsere Regierung:

Die EU muss sich am Erfolg und nicht in ihren Absichten messen lassen.

Wirtschaftlich packt unsere Regierung es ganz gut. Benötigt allerdings noch manche Hilfe, damit die Firmen nicht an China usw. unnötigerweise und für uns gefährlich, verkauft werden. Langfristiges Denken, das die Zukunft unserer Kinder berücksichtigt, fehlt noch. Und manches kann sich die regierung nur leisten, weil wir im Augenblick wirtschaftlich recht gut aufgestellt sind. Aber auf anderen Politikfeldern… – ich muss sie nicht mehr aufzählen – sieht es duster aus.

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Eine Ausstellung zur Geschichte des Kommunismus: https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/kommunismusgeschichte-5102.html

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In München wurde eine Gedenkstätte, an der der Opfer des Amoklaufes gedacht wurde, einfach weggekehrt – freilich, wie es heißt: Ohne Anweisung – einfach so: http://www.focus.de/regional/bayern/amoklauf-in-muenchen-gedenkstaette-am-oez-einfach-weggekehrt-angehoerige-sind-fassunglos_id_6401404.html

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Ein Ex-Pfarrer zieht den Talar auf einer AfD-Kundgebung an: http://www.fr-online.de/politik/rechte-in-berlin-ex-pfarrer-tritt-in-talar-bei-afd-demo-auf,1472596,35033338.html Man muss nicht nur empört sein mit Blick auf die Pfarrer, ich denke, dass es der AfD auch nicht recht sein kann, dass man sie mit Fake so deutlich in Beziehung setzt: Da gibt einer etwas vor zu sein, was er nicht ist. Das heißt: Das, was abgezogen wird, ist ein AfD-Anhänger verarschendes Schauspiel. Voraussetzung meiner Worte ist: Die Nachricht stimmt. Wenn sie nicht stimmt, also selbst Fake ist, behaupte ich das Gegenteil.

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Will die Kirche nur Kirchen loswerden oder wird alles überprüft? Fragen an die Hamburger Kirche: http://www.zeit.de/2016/50/kirchen-hamburg-kirchenkreis-ost-kirchensterben/seite-2 Wird unwissend alles abgenickt oder gibt es selbständig denkende Synodale auch in dieser Frage?

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Handy verlieren und Ausweise + Umdenken eines Kardinals + Kurioses aus Hamburg: Datenschutzfetischismus + Zentren für Passlose

Terroristen verlieren ihre Ausweise, Angreifer ihre Handys mit Selfies: http://www.focus.de/regional/videos/fahndung-in-gelsenkirchen-brutaler-selfie-poser-ueberfaellt-ein-paerchen-dann-macht-er-einen-riesenfehler_id_6399093.html So müsste es immer sein.

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Was die Flüchtlingsfrage betrifft: Kardinal Schönborn gesteht, dass er umdenkt: http://www.kath.net/news/57970 Es ist gut, dass ein hochrangiger Kirchenvertreter es offen zugibt. Vielleicht gestehen es sich dann auch andere leichter ein und wagen es zu sagen.

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Das ist auch kurios: Hamburg verzögerte die Fahndung nach dem Terroristen, weil der Justizsenator unflätige Kommentare auf Facebook befürchtete: https://www.welt.de/regionales/hamburg/article160544411/So-verzoegerte-Hamburg-die-Terrorfahndung.html

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Ein SPD-Politiker fordert Zentren für Flüchtlinge ohne Pass! und unklarer Identität = mit falschem Pass? https://www.welt.de/politik/article160575717/SPD-Politiker-will-spezielle-Zentren-fuer-Fluechtlinge-ohne-Pass.html Sehr gut!

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Verletzbar und wehrlos–ein Säugling

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Wie verletzbar und wehrlos ist ein Säugling!

Gott wird Mensch in einem verletzbaren und wehrlosen Säugling.

Wie gut, wenn Erwachsene schützen und ihn durch Flucht den Schergen entziehen.

Wie verletzbar und im Grunde wehrlos ist ein Erwachsener!

Gott wird Mensch und lässt sich verletzen und hinrichten.

Wie gut, wenn Freunde da wären, wenn die Aggressoren ablassen würden – nein, nichts von dem ist.

Kinder und Jugendliche träumen davon, Helden zu sein.

Erwachsene träumen davon, stark zu sein.

Gott geht einen anderen Weg:

als Schwacher stark,

als Erniedrigter der Herr,

als Vernichteter auferstanden.

Als Verachteter fordert er alle heraus.

Alle.

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Familienkonflikte und Weihnachten–Frohe Weihnachten!

Weihnachten werden immer Familienkonflikte befürchtet. Und sicher in manchen Familien zurecht, weil sich Unfrieden aufgestaut hat. X redet nicht mehr mit Y, weil man sich um einen Schminkpinsel in der Erbschaft streitet, Z will nicht neben A sitzen – sie mochten einander noch nie, K mag L nicht – weil er zu viel redet, M hasst N, weil sie unterschiedlichen Fußballvereinen zuschreien, Kind mag Oma nicht, weil sie immer so viel Bussys gibt, und Opa mag das Weihnachstzimmer nicht, weil der Neuanstrich nicht gefällt.

Es gibt auch ernsthaftere Konflikte: Wer ist der Herr oder die Herrin im Hause, wer die Bestimmerin, der Bestimmer, wie Kinder gerne sagen. Welche Familientradition setzt sich durch?

Man könnte so viele Tipps geben, Tipps, auf die die Streithähne selber kommen könnten, wenn sie sich nur sachlich zusammensetzen würden: Familientraditionen abwechselnd, von Jahr zu Jahr, Paare emanzipieren sich von der Familie und bringen sich selbstbestimmt ein – aber bitte nicht erst an Weihnachten daran denken und darüber diskutieren, sondern das ganze Jahr über ist Zeit, das zu klären…

Aber vielleicht ist einer der Gründe für Streitereien auch einfach nur: Langeweile. Was machen wir? Wir haben nichts zu tun, also mosern wir herum. Das wäre nur eine Verlängerung dessen, was im ganzen Jahr schon läuft, fällt Weihnachten nur besonders auf, weil man ein wenig Harmonie sucht.

Zu guter Letzt noch ein Tipp. Wir schauen nicht auf uns, sondern auf den, dessen Geburtstag wir feiern. Auf Geburtstagsbesuchen zicken und brummen wir ja normalerweise auch nicht herum, sondern beherrschen uns. Wir feiern den Geburtstag von Jesus Christus. Wir können uns also an seinem Geburtstag an seine Geburt erinnern – die finden wir im Lukasevangelium besonders schön dargestellt: Lukasevangelium Kapitel 2 https://www.bibleserver.com/text/LUT/Lukas2 Dann können wir Geburtstagslieder anstimmen (viele stehen im Gesangbuch). Was machen wir sonst noch auf Geburtstagsparties? Wir hören Songs – es gibt viele Weihnachts-CDs – und wenn man keine zur Hand hat: youtube ist die Rettung: Wunderschöne Weihnachtslieder sind vorhanden. Wir berichten von dem, was wir in unserem Leben mit diesem Geburtstagskind erlebt haben – von Kindheit an – aber das ist was für Fortgeschrittene. Aber mit anderen feiern, so zum Beispiel in Gottesdiensten – das ist nicht unbedingt etwas für Fortgeschrittene: das kann jeder.

Ich wünsche Euch im wahrsten Sinn des Wortes gesegnete Weihnachten.

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Bachs „universelle Hoffnungsbotschaft“

Über das Buch von John Eliot Gardiner: Bach: Musik für die Himmelsburg, finden wir hier eine kurze Darstellung: http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2016/12/22/trend-kirchen-laufen-mitglieder-davon/ In einer Zeit, in der Säkulare Bach zum Säkularen uminterpretieren wollen, ist dieses Buch wohl recht wertvoll. Zudem wird auch György Kurtág zitiert: „Vom Kopf her bin ich definitiv Atheist, aber ich sage das nicht laut, denn wenn ich mir Bach anschaue, dann kann ich einfach kein Atheist sein.“

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Helena – Christin erster Generation?

In diesem Artikel über das Grab Jesu finden wir die Aussage, Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin, sei Christin der ersten Generation. Sie wurde 248/250 n.Chr. geboren! Dauerten die Generationen damals länger? Mag man sarkastisch fragen. Zudem hatte in diesen ca. 200 Jahren einiges an Umbrüchen in der christlichen Gemeinde und in der sie umgebenden Gesellschaft stattgefunden – nicht nur Lappalien, sondern Grundlegendes wurde geändert. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/jerusalem-das-raetsel-um-das-jesus-grab-a-1126965.html

326 lagen die Spuren der Zeit Jesu noch nicht lange zurück? 300 Jahre! Freilich – heute liegen sie länger zurück. Und da schrumpfen 300 Jahre zu einen kurzen Zeitraum zusammen. Aber man stelle sich vor, wir müssten etwas aus dem Jahr 1700 entdecken…

Ich finde, unabhängig von diesen geschichtlichen Fragen: Helena war eine der ganz großen Frauen – allein schon darum, weil sie mit über 70 eine Reise von Trier aus in das damalige Palästina wagte.

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SPD Mitgliederschwund und Frauen-Grüppchenbildung + Kirchen in Medien + Hoffnung für den Islam

Den Parteien, den Kirchen laufen die Mitglieder weg. So manches ist selbstverschuldet. Aber nicht alles. Es ist die Tendenz vorhanden, dass man meint, man käme als Individuum ganz gut durchs Leben, man benötige die Gruppe nicht: https://www.welt.de/politik/deutschland/article160517967/SPD-verliert-Tausende-Mitglieder.html Den Kirchen wurden ebenso Menschen untreu: http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2016/12/22/trend-kirchen-laufen-mitglieder-davon/

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Zudem meine ich auch noch etwas anderes zu beobachten: Auf verschiedenen Ebenen sehe ich, wie sich Frauen innerhalb größerer Gruppen zu kleineren Grüppchen zusammenschließen – und sich dadurch auch zum Teil der größeren Gruppe entziehen bzw. sich durch Informationsvorsprung und Gruppenzusammenhalt gewisse Machtpositionen erarbeiten. Spannend zu beobachten.

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Kirchen kommen in den Medien im Verhältnis zu ihrer Bedeutung kaum vor: http://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2016/12/21/islam-bild-hat-sich-verschlechtert/

Was in den Medien vorkommt ist Religion – und zwar in Form des Islam – und das negativ: Terror, Kriege…

Was zu erkennen ist: Da Religion in Form des aggressiven Islamismus weitgehend negativ vorkommt, bekommt Religion insgesamt ein negatives Image, das heißt, das Image des Islam färbt auf die Kirchen ab – feste gefördert von unseren atheistischen Zeitgenossen. Von daher muss es im ureigensten Sinn auch der Kirchen liegen, dass der Islam sich positiv verändert. Die Aussage, Kirchen sollten sich um ihre eigenen Dinge kümmern und nicht dem Islam reinreden, ist auf den ersten Blick einleuchtend. Aber so lange die Kirche unter dem Islamismus mitleidet, hat sie das recht, in den Islam mit hineinzureden. Man könnte es freilich auch anders machen: Man grenzt sich vom Islam ab und zeigt seine eigenen großen Seiten auf. Aber das wird ja überwiegend abgelehnt – weil die Kirchenoberen so sehr bescheiden sind. Sie versuchen hingegen, den Islam zu verteidigen, ihn vom Islamismus abzukoppeln – auch wenn im Grunde keiner weiß, ob das überhaupt möglich ist und bei Kennern der Materie auf äußerste Skepsis stößt, weil es bislang geschichtlich kaum erkennbar wurde und nur bei wenigen Muslimen, die sich entsprechend äußern, möglich zu sein scheint.

Eine andere Möglichkeit und die haben Christen zu allen Zeiten erfahren – und deuten entsprechend auch den Zerfall des Kommunismus so: Gott greift ein und verändert machtvoll in einem kurzen Augenblick alles – und in dieser Hinsicht auch den Islam. Es weht auf einmal durch die islamische Welt der Geist Gottes – und er bleibt nicht mehr so wie er war, weil sich die Herzen und der Verstand der Muslime entkrampft und der Geist der Freiheit sie erfasst. Und dann kommt das wunderbare, große Miteinander. 

Aber bis es soweit ist, bis diese Gebete realisiert werden, ist es ein langer, einsatzreicher, blutiger Leidensweg. Aber wir müssen ihn gehen. Jesus Christus lehrte uns, dass die Hoffnung auf das Reich Gottes, die Gottesherrschaft in der Gegenwart umgesetzt werden solle. Und das muss auch mit Blick auf den Islam geschehen. Aber das bedeutet auch: Ehrlichkeit im Umgang miteinander. Mutig sein angesichts von Aggressionen, nicht Kuschen, der Wahrheit treu bleiben, …

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Genderei und CDU + Subsidiaritätsprinzip + Ideologisierung der CDU + Befreiung von Unmündigkeit + Gesetze ändern + Generation Katzenbildchen + Basiskonsens + Trump-Tochter

Die Flüchtlingsfrage ist nicht nur eine Baustelle, auf der die CDU gelernt hat und weiterhin noch lernen muss. Das betrifft auch die Genderfrage: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2016/12/hessen-cdu-verschickt-weihnachtspost.html

Wo bleibt eigentlich die FDP, die massiv davor warnen müsste, dass der Staat in Persönlichkeitsrechte eingreift? In manchen Bereichen hat der Staat schlicht und ergreifend nichts zu suchen, wenn er kein ideologischer Staat sein will. Das Subsidiaritätsprinzip lautet: Der Staat ist von unten nach oben aufgebaut: Die kleinste Zelle sind/ist die Individuen/Familie – Familien bilden Kommune – Kommunen tun sich zusammen… zum Land… zum Bund… Die Politik wird von unten bestimmt, von der Sichtweise der Menschen, die wählen… In einem ideologischen System bestimmt man von oben herab nach unten und erzieht im ideologischen Sinne, was das Zeug hält, um die Menschen ideologisch auf Linie zu bringen. Das war immer der Bereich eher der Grünen und vor allem der Linken. Je linker (natürlich auch faschistischer), desto stärker der Wunsch, die Menschen von oben herab zu indoktrinieren. Die CDU hat nun dieses Bestreben übernommen und macht sich somit ideologisch verdächtig. Und das geht nicht.

Für viele wird die CDU unwählbar, wenn sie das nicht lernt und wieder zurückschwenkt. Bislang merken es noch nicht viele Bürger, dass hier die CDU das Prinzip der Ideologie übernimmt. Es wäre gut, die CDU merkt es vorher, bevor es mehr werden, die kapieren, wohin diese CDU das Land führen könnte.

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Auch einer Schweizer Zeitung fällt auf, was hier in den letzten Tagen abging: http://bazonline.ch/ausland/terror-in-berlin/die-saetze-die-den-bann-brechen/story/10120130 „Wütende und empörte Menschen schien es in der ausgestellten Wirklichkeit nicht zu geben.“ Ruhe ist die erste Bürgerpflicht – auch angesichts der machtlosen Polizei… Ich möchte hinzufügen: Wer ein wenig Unruhe zeigte, das war die AfD. Und die wurde gleich niedergeputzt. Aber: Man ist sehr schnell zur Tagesordnung übergegangen. Das ist mir allgemein aufgefallen. Medial begründet, denke ich mir. Gab es überhaupt Opfer? Immer noch nichts davon gehört: Wer sie waren… Man hörte nur Erfolge, wenn keine da waren, hörte man von möglichen Erfolgen, dann hörte man vom Versagen der Sicherheitskräfte, aber alles irgendwie wie durch ein dickes weißes Tuch hindurch. Von den Angehörigen und Opfern hörte ich nur, dass sie wohl doch entschädigt werden sollen obgleich sie keinen Anspruch darauf hätten. Das Einzige, was in Fülle kam: Wie ist der Lastwagen gefahren. Hatte das eigentlich irgendjemanden interessiert, nach der ersten Schrecksekunde? Zuletzt hörte man: Der Attentäter ist in Berlin – dabei war er er schon über Frankreich in Italien und ist dort erschossen gewesen.

Ich habe auch nach dem ersten Schock beruhigt. Weil ich es aus seelsorgerische Perspektive für richtig finde: Wahrheit sagen, aber unaufgeregt. Aber dass auf einmal die ganze mediale Welt aus Seelsorgern besteht, ist schon eine ganz neue Erkenntnis. http://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2016/12/21/zwischen-furchtlos-sein-und-angst-machen/ Und wer auf diese Art nicht Seelsorge betreibt, der sucht sich eben, wie die Generation Katzenbildchen, Katzenbildchen aus, um sich zu beruhigen.

Unbehagen finden wir übrigens sogar hier: http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2016-12/umgang-terrorismus-reaktion-anschlag-berlin-gelassenheit

Wenn wir es schaffen wollen, die Spaltung der Gesellschaft in Panische und Gelassene zu überwinden, ohne dabei Zugeständnisse an die Rechten zu machen, bräuchte es etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Eben. Und was wäre das? Ich denke mir: Für eine Demokratie, die es hoffentlich bald nicht mehr nur noch auf dem Papier gibt, in der man miteinander um die besten Argumente ringen kann, ohne diffamiert, denunziert, abgewatscht zu werden; in der man emotional sein darf – oder eben auch nicht; in der nicht die Lüge die Leute beruhigt, sondern in der jeder an der Zukunft der Gesellschaft mitarbeiten kann. Ich will weder in einer nationalsozialistischen, kommunistischen Gesellschaft leben, noch in einer, die vom ideologischen Liberalismus bestimmt wird, noch vom puren Kapitalismus oder Islamismus. Aber alle Fans dieser Gruppen dürfen ihre Meinung sagen – und wir müssen zusehen, dass wir eine Mitte behalten, eine mit einem Basiskonsens, die jeglichen Extremismen überwindet – ein paar Spinnerte wird es immer geben. Aber sie beleben eine Gesellschaft.

Im Augenblick befürchte ich manchmal, dass sich die Demokratie zur Ochlokratie von rechts und links entwickeln könnte.

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Was noch interessant ist: In der Vergangenheit hörte man immer nach schlimmen Ereignissen: Die Gesetze sind da, sie müssten nur angewandt werden. Und als Bürger fragte man sich: Und, warum wendet ihr sie nicht an? Jetzt hörte man Merkel sagen, dass Gesetze auch verändert werden müssen, wenn sich die Notwendigkeit herausstellt. Gestern schrieb ich:

Und gibt es keinen verantwortlichen/keine verantwortliche Gruppe dafür? Muss man wirklich so etwas mit dem Ausruf Inschallah hinnehmen? Sind der Politik die Hände gebunden? Wer bindet sie ihnen? Verantwortung und Freiheit hängen zusammen – sind sie so unfrei, Verantwortung zu tragen? Soziale Systeme sind keine unabdingbare Naturkatastrophe. Gesetze dienen dem Wohl des Zusammenlebens und haben nicht die Aufgabe, Terroristen zu fördern.

Das heißt: Zumindest verbal scheint man ein wenig andere Überlegungen anzustellen. Endlich! Die Forderungen standen schon lange im Raum: Die Gesetze müssen den neuen Bedingungen angepasst werden. Die Clans tanzen unseren Sicherheitskräften schon seit langem auf der Nase herum. Die Islamisten ebenso. Endlich kommt man zu sinnvollen Schlussfolgerungen. Aber: Man kann nur fordern: Keine heiße Luft blubbern, sondern Taten folgen lassen! Ob Maas der richtige Mann dafür ist? Hat die SPD keinen, der das Amt wirklich ausüben kann?

Übrigens hat selbst der Reporter in der Tagesschau davon gesprochen, dass wenn SPD und CDU sich so einig sind, dass dann selbst im Wahljahr notwendige Gesetze geändert werden können.

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Die Trump-Tochter will mit einem Flugzeug fliegen. Dann machen ein paar gute Clintonmenschen randale – und fliegen selbst aus dem Flugzeug statt der, wie er hoffte, Trumptochter. http://www.spiegel.de/panorama/leute/ivanka-trump-aerger-fuer-donald-trumps-tochter-im-flieger-a-1127318.html Das kann ich mir auch wunderschön in Deutschland vorstellen. Allerdings nicht, was die Tochter von Trump betrifft, sondern sagen wir einem bekannten AfD-Mitglied. Die Frage ist nur: Wer dann das Flugzeug verlassen muss. So wie ich meine deutschen Linksgenossen kenne, würden sie so viel Zoff machen, bis dann der AfD Mensch raus muss. Wie wir es ja auch am Maritim Hotel in Köln wieder erleben. Diese Partei, die nicht verboten wurde, sondern als Partei ihrem verfassungsmäßigen Auftrag, so wie sie es versteht, nachgeht, der möchte man keinen Raum geben, ihre Arbeit zu tun. Auch wenn man kein AfD-Fan ist: Es geht um die Frage: Was ist demokratisch, was nicht. Und es ist nicht demokratisch, eine Partei, die nicht verboten wurde, an der Ausübung ihrer Aufgaben zu hindern. Ich denke, dass so etwas offen diskutiert werden muss: Was ist eigentlich Demokratie, was ist Toleranz. Welche Art Demokratie wollen wir. Man muss sich nur vorstellen: Es kann sein, dass Morgen die Linken daran gehindert werden, ihrer demokratischen Aufgabe nachzukommen, weil irgendwelche Rechte sie daran hindern wollen, Schitstorm, Straßenblockaden, Pranger… Das geht nicht. Das ist nicht demokratisch. Und es bleibt ja nicht bei der AfD stehen. Das sah man ja schon an der AAS, die auch Teile der CDU in ihre Schwarze Liste aufgenommen hatte.

Für mich gilt immer noch die Maxime der Goldenen Regel: Was du willst, dass dir andere tun, das tue ihnen.

Ich ahne schon, dass ich jetzt wieder unangenehme Reaktionen bekomme – aber als Demokrat muss man das aushalten.

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